Obwohl wir täglich essen, wissen wir über unsere Speisen recht wenig. Der

Fast Food ist ungesund, soviel ist klar. Doch was tatsächlich gesunde Ernährung bedeutet, darüber herrscht oft Unsicherheit.© colourbox
Wie man sich richtig ernährt, wissen wir alle - oder? Viel Obst und Gemüse. Wenig Fett. Noch weniger Süßes. Die grobe Richtung kennen die meisten. Und doch findet man "auf keinem Gebiet so viele widersprüchliche Aussagen wie auf dem Gebiet der Ernährung", sagt Ursel Wahrburg, Professorin für Ernährungswissenschaften an der Fachhochschule Münster.
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Dies liegt auch an den vielen selbsternannten Experten, die Ratschläge zum Besten geben - für einen Markt, auf dem sich mit Nahrungsergänzungs-Mitteln und Schlankheitspillen Millionen verdienen lassen. Verbraucher, selbst kritische und aufgeklärte, liegen mit ihren Einschätzungen oft falsch, wenn es um Ernährung geht. Sei es, dass sie falsch informiert wurden, sei es, dass sie populären Irrtümern aufsitzen.
Einer der beliebtesten Irrtümer: Eier erhöhen den Cholesterinspiegel. Das stimmt - und auch wieder nicht. Etwa die Hälfte der Menschen hat nach dem Verzehr von Eiern tatsächlich mehr schädliches LDL-Cholesterin im Blut, allerdings verhältnismäßig wenig. Viel höher treiben den Cholesterinspiegel gesättigte Fettsäuren - eine recht neue Erkenntnis.

Zu pauschal urteilen viele auch über Bio-Lebensmittel. Die seien ja viel gesünder: weniger Schadstoffe, mehr Vitamine. Doch so einfach ist das nicht. Zwar pappen an Bio-Gurken und Öko-Möhren praktisch keine Pestizide. Beim Nährstoffgehalt kann herkömmlich hergestelltes Grünzeug aber sehr wohl mithalten. Denn bei Vitaminen ist oft weniger wichtig, wie die Pflanzen angebaut wurden. Entscheidend sind Sorte, Klima und Ackerboden. Vor allem zählt, wie frisch die Ware ist, wenn wir an ihr knabbern.
Geradezu naiv werden viele, wenn es um Alkohol geht. Sogar Ernährungs-Fanatiker glauben, der schade nicht, sofern in Maßen genossen. Und ein Gläschen Roter am Abend sei für's Herz besonders gut.
Was stimmt: In Tierversuchen konnten einzelne Inhaltstoffe von Wein bestimmten Krankheiten vorbeugen. Diese Stoffe stecken aber auch in den Weintrauben - vergären muss man die Früchte also nicht. Und Alkohol birgt immer die Gefahr, dem Körper zu schaden oder gar süchtig zu werden. Zudem ist die Menge Alkohol, die Wissenschaftler für unbedenklich halten, deutlich kleiner als gemeinhin angenommen. Für Ihren Körper kann schon ein kleines Glas Rotwein an jedem Abend zu viel sein.
Die meisten Mythen ranken sich aber ums Abnehmen. Kuriose Diät-Methoden kursieren als Geheimtipps, Millionen zahlender Kunden glauben an haltlose Versprechen verschiedener Pillenanbieter und eine Non-Plus-Ultra-Fett-weg-Methode löst die andere ab.
Und vielleicht gehören ja auch Sie zu den Menschen, die ihr Abendessen ausfallen lassen, weil Sie glauben, das mache schlank? Stimmt nicht: "Neben den Genen entscheiden die Kalorien unseres Essens über das Gewicht", sagt Ernährungsexpertin Ursel Wahrburg. "Es ist alles eine Frage der Energiebilanz. Nur wer weniger Kalorien aufnimmt als er verbraucht, kann tatsächlich abnehmen."
Als gesichert gilt: Wer dauerhaft Gewicht verlieren will, muss sich mehr bewegen. Wobei sich auch hier ein hartnäckiges Gerücht hält - über die Fettverbrennung. Diesen Brennofen werfe der Körper angeblich erst nach einer halben Stunde Sport an. Pech für den, der sich kürzer bewegt. Tatsächlich beginnt unser Körper schon kurz nach dem Start, Fettzellen als Energiequelle anzuzapfen. Schon nach einer Viertelstunde verbrennt er Fett optimal. Auf diesem Niveau macht er über Stunden hinweg weiter.
Manchen wird das Streben nach der Traumfigur allerdings zum Verhängnis. Weil sie immer dünner werden, schaden sie dem Körper und der Gesundheit. Dürre Vorbilder animieren Teenager, zu hungern. Den jungen Mädchen geht das Gefühl für den eigenen Körper verloren, sie werden magersüchtig. Hagere Pop-Ikonen sind allerdings nicht allein schuld: Gene und Gehirnstrukturen spielen nach neuen Erkenntnissen auch eine Rolle.

Wenn Sie mehr wissen wollen: Der neue Ratgeber Ernährung von stern.de sagt Ihnen, wie Sie sich gesund ernähren können, was von der Blutgruppen-Diät zu halten ist, wie gut probiotische Joghurts wirklich sind und welche Gifte in Lebensmitteln stecken. Außerdem verraten wir Ihnen, warum Speck am Po weniger schlimm ist als am Bauch. Mit verschiedenen Checks können Sie Ihr Essverhalten testen. Für Ihre persönlichen Fragen steht Ihnen die Ernährungswissenschaftlerin Ursel Wahrburg als Expertin zur Verfügung. Sie können jederzeit und kostenlos den Expertenrat nutzen und Ihre Fragen in der allgemeinen Sprechstunde per Mail stellen. Wählen Sie die private Sprechstunde, bekommen Sie für 15 Euro garantiert eine Antwort. Zudem findet einmal pro Monat ein Live-Chat mit Professorin Ursel Wahrburg statt. Und Sie können sich online für 14,99 Euro im Monat von unserem professionellen stern-Abnehm-Coach unterstützen lassen.