Klassische Analyse oder doch lieber IPT? Die Psychotherapien, die gegen Depression zum Einsatz kommen, unterscheiden sich teils erheblich. Hier finden Sie einen Überblick über die wichtigsten Verfahren und ihre Wirksamkeit. Von Kathrin Wanke

Psychotherapie ist nicht gleich Psychotherapie. Es gibt verschiedenste Ansätze und Methoden© Steffen Mackert
Depressive Patienten sind ihrer
Erkrankung nicht hilflos ausgeliefert.
Eine Vielzahl von
Therapiemöglichkeiten kann
sie im Kampf gegen die Schwermut
unterstützen. Psychotherapeutische
Verfahren allein können bereits leichte und
mittelschwere Depressionen deutlich lindern.
Erst bei schwer kranken Patienten
empfehlen Ärzte zusätzlich stimmungsaufhellende
Medikamente, weil die Tabletten
ihnen gut helfen und die Wirkung früher
eintritt als die der Psychotherapie.
Für welche Therapieform sich der Depressive
auch entscheidet - Voraussetzung
für den Erfolg ist immer ein vertrauensvolles
Verhältnis zwischen Therapeut und
Patient. Bei der Psychotherapie gewähren
die Krankenkassen darum zunächst fünf
Probesitzungen. Sie verfügen ebenso wie
der Psychotherapie-Informationsdienst
über Listen mit zugelassenen Psychotherapeuten,
falls der Hausarzt niemanden zu
empfehlen weiß. Bei Langzeittherapien
gilt: Sind nach 25 Sitzungen keine Teilerfolge
zu bemerken, wird das entsprechende
Verfahren dem Patienten kaum
noch helfen.
Vor der Wahl der Therapieform sollte
sich der Patient überlegen, welche Rolle
der Therapeut haben soll. Wünscht der
Depressive eine aktiv unterstützende Haltung,
kommt eher die Kognitive Verhaltenstherapie
oder die Interpersonelle Therapie
in Betracht. Sucht er dagegen jemanden,
der sich zurückhaltend neutral
verhält, wird er tendenziell bei den psychodynamischen
Verfahren sein Glück finden,
wie etwa bei der Psychoanalyse oder
der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie.
Allerdings werden heute zunehmend
Elemente verschiedener Therapieansätze
kombiniert. Zur Wahl stehen
unter anderen folgende Therapieformen:
Übernommen aus ...
Stern
Ausgabe 51/2008