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20. September 2008, 08:00 Uhr

Schöne Kunst lindert den Schmerz

Im Dienste der Forschung mussten Probanden leiden, während ihnen ein Forscherteam einen Laserpuls auf die Hand richtete. Allerdings gab es Beistand von Großen Meistern: Das Schmerzempfinden reduzierte sich um ein Drittel, wenn sie dabei auf Gemälde da Vinci oder Botticelli blickten.

Das Lächeln der Mona Lisa hilft anscheinend auch Schmerzpatienten© Colourbox

Ein schönes Bild wirkt schmerzlindernd. Schmerzen werden dabei um ein Drittel weniger intensiv empfunden, als wenn ein neutrales oder hässliches Bild betrachtet wird. Gleichzeitig ist auch die Reaktion des Gehirns auf den Schmerzreiz schwächer, wie Forscher um Marina de Tommaso von der Universität Bari herausgefunden haben. Über die Ergebnisse der Studie berichtet das Wissenschaftsmagazin "New Scientist".

Das italienische Forscherteam ging der Frage nach, welche Rolle Schönheit bei der Schmerzempfindung spielt. Dazu verwendeten die Neurowissenschaftler italienische Gemälde, zum Beispiel von Botticelli oder Leonardo da Vinci. Die zwölf Teilnehmer der Untersuchung wählten unter 300 Gemälden 20 aus, die ihnen am besten gefielen, und 20, die sie am hässlichsten fanden. Anschließend betrachteten sie entweder die schönen oder die hässlichen Bilder oder eine neutrale schwarze Fläche, während ein Laserpuls einen Schmerzreiz auf ihrer Hand auslöste.

Ließen die Probanden die angenehmen Bilder auf sich wirken, war ihre Schmerzempfindung um ein Drittel geringer als bei den neutralen oder hässlichen Bildern. Zugleich zeigten am Kopf befestigte Elektroden an, dass auch das Gehirn bei schönen Bildern weniger stark auf den Schmerz reagierte: Die P200, ein positiver Gipfel der elektrischen Hirnaktivität, der Aufmerksamkeit und die Verarbeitung von Reizen widerspiegelt, fiel beim Betrachten der schönen Gemälde geringer aus.

Es sei zwar bekannt, dass Ablenkung im Krankenhaus dazu beitragen kann, die Schmerzen der Patienten zu lindern, sagt de Tommaso. Aber Krankenhäuser seien oft nüchtern und funktional gestaltet. "Wir denken jedoch, dass ästhetische Aspekte bei der Einrichtung mehr berücksichtigt werden sollten", sagt die italienische Hirnforscherin.

DDP

 
 
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