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Viele Kleidungsstücke enthalten chemische Stoffe, die Hautreizungen auslösen oder sogar in den Körper gelangen und Krebs verursachen können - wer bewusst einkauft, verringert das Risiko für seine Gesundheit.
"Getrennt waschen" oder "Fade out"
Diese Anleitung sollte stutzig machen: Die Farbe auf einem so gekennzeichneten Kleidungsstück
ist offensichtlich nicht fest auf der Faser fixiert. Im besten Fall ist das nur ärgerlich, dann nämlich, wenn
die Farbe beim Waschen oder sogar schon beim Tragen "ausblutet".
Solche Farben können aber auch
gesundheitsschädlich sein und Hautreizungen oder allergische Reaktionen auslösen oder gar -
wenn sie von der Haut aufgenommen werden - das Risiko für Krebserkrankungen erhöhen.
Wer auf keinen Fall direkt mit diesen Farben in Berührung kommen möchte, dem bleibt also nur
eins: für körpernahe Kleidung wie Unterwäsche und T-Shirts nur ungefärbte Modelle kaufen.
Wer mag schon bügeln? Pflegeleicht, knitterfrei - so möchten wir unsere Hemden, Blusen und Jacken haben. Um die Fasern aus Baumwolle und Viskose - auch
in Verbindung mit Synthetics - formbeständiger zu machen, werden Kunstharze eingelagert, die bis zu acht Prozent des fertigen Kleidungsstückes ausmachen.
Auf eine starke Veredelung mit Kunstharzen weisen auch Angaben wie "pflegeleicht", "bügelfrei" oder "vor Gebrauch waschen" hin. Künstliche Harze stecken
zudem häufig in Stoffen mit Glanz- und Prägeeffekten oder einem Knitterlook.
Viele Kunstharze enthalten Formaldehyd. Für dieses Kontaktallergen gilt ein Grenzwert: Ab 1,5
Gramm pro Kilogramm muss Kleidung mit folgendem Hinweis gekennzeichnet sein: "Enthält
Formaldehyd. Es wird empfohlen, das Kleidungsstück zur besseren Hautverträglichkeit vor dem
ersten Tragen zu waschen."
Reine Wolle filzt, wenn sie kräftig gewaschen wird. Um das zu vermeiden und Wollpullover waschmaschinenfest zu machen, behandeln die Hersteller Wolle mit Kunstharzen. Eine dünne Schicht
auf der Faser verhindert, dass sich die Schuppen der Oberfläche aufstellen und miteinander verhaken.
Weil sich Wolle nach einer Kunstharzausrüstung härter
anfühlt, wird sie oft zusätzlich mit Weichmachern behandelt.
Poloshirts, die auch nach einer sommerlichen Radtour nicht verschwitzt riechen, Sportsocken mit eingebauter Fußpilzbremse - mit keimhemmenden Chemikalien
veredelte Textilien sind seit einigen Jahren im Trend. Die sogenannten Biozide, allen voran Triclosan,
sollen verhindern, dass Bakterien und Pilze wachsen und dadurch lästiger Schweißgeruch oder Fußpilz entsteht.
Was auf den ersten Blick durchaus vernünftig
klingt, erweist sich bei näherem Hingucken
als bedenklich. Denn es ist zu befürchten,
dass es nicht nur unerwünschten Bakterien an
den Kragen geht, sondern auch der natürlichen Hautflora, vor allem bei Menschen mit vorgeschädigter
Haut und bei Kindern.
Experten des Bundesinstituts für Risikobewertung halten es für möglich, dass das Immunsystem
von Kindern sich nicht richtig ausbilden kann, wenn sie Kleidung mit Bakterienstoppern tragen. Denkbar ist auch, dass die Erreger gegen diese Wirkstoffe
Resistenzen entwickeln. Triclosan ist als Kontaktallergen
eingestuft und kann sich unter Sonneneinstrahlung teilweise in Dioxin umwandeln. Das Institut rät deshalb: Antibakterielle Substanzen haben in Kleidungsstücken
nichts zu suchen!
Übernommen aus ...
GesundLeben
Ausgabe 2/2007