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Viele Kleidungsstücke enthalten chemische Stoffe, die Hautreizungen auslösen oder sogar in den Körper gelangen und Krebs verursachen können - wer bewusst einkauft, verringert das Risiko für seine Gesundheit.
Das eine staatliche Siegel, vergleichbar dem Biosiegel für Nahrungsmittel, existiert bei Textilien nicht. Stattdessen verwenden Hersteller verschiedenste Prüfzeichen, die nach unterschiedlichsten Kriterien vergeben werden. Einige bescheinigen eine geringe Schadstoffbelastung, andere, dass in der Produktion strenge Umweltstandards gelten, wieder andere, dass Sozialstandards eingehalten wurden - wie der Verzicht auf Kinderarbeit. Wir stellen die wichtigsten Label vor, die Auskunft über schadstoffarme Kleidung geben.
Der Name des meistgenutzten Prüfsiegels ist irreführend - es ist kein Bio-, sondern ein Gesundheitssiegel: Seine Kriterien begrenzen den Gehalt bedenklicher Chemikalien in Textilien teilweise strenger, als es das Gesetz verlangt - es erlaubt nur
75 Milligramm Formaldehyd pro Kilogramm Kleidung, gesetzlich ist erst ab dem 20-Fachen ein
Warnhinweis vorgeschrieben.
Alle gängigen Ausrüstungschemikalien wie Aufheller, Weichmacher oder Kunstharze sind bei diesem Siegel
allerdings erlaubt. Auch der Öko-Tex Standard 100 plus kennzeichnet Produkte, die schadstoffgeprüft sind, die Höchstmengen bestimmter Chemikalien sind jedoch noch geringer als beim Öko-Tex Standard 100.
Das vom TÜV Rheinland vergebene Siegel gewährleistet die Einhaltung bestimmter Schadstoffgrenzen im Endprodukt.
Mit diesem Prüfzeichen werden Textilien ausgezeichnet, bei deren Herstellung ökologische Anforderungen während des gesamten Produktionsprozesses berücksichtigt wurden. Die Schadstoffgrenzen sind teilweise strenger als die gesetzlichen Anforderungen.
Das Zeichen ist eine Eigenmarke der Versandhausfirma Otto. Kontrollen eines unabhängigen Instituts und die Beteiligung des Öko-Instituts Freiburg unterstützen
seine Glaubwürdigkeit.
Damit gekennzeichnete Textilien halten Schadstoffgrenzwerte ein, die über die gesetzlichen Bestimmungen hinausgehen. Dazu verlangt das Siegel eine umweltfreundliche Produktion der Rohstoffe, Baumwolle zum Beispiel muss aus biologischem Anbau stammen.
Das strengste Textilienprüfzeichen wird vom Internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft (IVN)
vergeben. Kleidung, die mit einem der beiden Label "better" oder "best" ausgezeichnet ist, entstand
nach höchsten ökologischen, sozialen und gesundheitlichen Standards. Sie besteht nur aus
Naturfasern, entweder aus ökologischer
Landwirtschaft ("best") oder aus konventionellem Anbau
mit Pestizidrückstandskontrollen ("better").
Baumwolle darf bei beiden Varianten des Zeichens nur
aus Bioanbau stammen. Während des gesamten Herstellungsprozesses dürfen keine Schadstoffe
eingesetzt werden.
Übernommen aus ...
GesundLeben
Ausgabe 2/2007