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8. September 2006, 15:20 Uhr

Gefährliche Weichmacher im Vibrator

Einige Sexspielzeuge machen nicht nur Lust, sondern auch krank: Laut einer von Greenpeace Niederlande in Auftrag gegebenen Studie enthalten sie gesundheitsgefährdende Stoffe - so genannte Phtalate.

Das niederländische Institut TNO hat im Auftrag von Greenpeace Niederlande acht verschiedene handelsübliche Sexspielzeuge untersucht und dabei ein schockierendes Ergebnis erhalten. Sieben von acht geprüften Toys enthalten hohe Konzentrationen an gefährlichen Weichmachern, so genannten Phtalaten. Phtalate werden verwendet, um PVC geschmeidiger zu machen.

Künstlicher Sex ist ungesund

Erst vor einem Jahr hatte die Europäische Union die Verwendung solch schwer abbaubarer Weichmacher in Kinderspielzeug verboten. Sie führen zu Störungen des Hormonhaushalts und der Leber- und Nierenfunktion und stehen in Zusammenhang mit Unfruchtbarkeit. Zudem haben sie eine krebserregende Wirkung.

Bart van Opzeeland, der bei Greenpeace Niederlande verantwortlich ist für die Kampagne gegen giftige Stoffe, nennt das Ergebnis skandalös: "Es ist unglaublich, dass solche Stoffe dennoch in Spielzeugen für Erwachsene verarbeitet wird. Wir haben in den vergangenen Jahren viele Produkte untersucht, aber so hohe Konzentrationen haben wir noch nie vorgefunden."

In sieben der acht geprüften Sexspielzeuge wurden Phtalat-Konzentrationen von 24 bis 51 Prozent gefunden. Letzterer Wert entspricht der Hälfte des Gewichts des Spielzeugs. Die EU hatte die Phtalate in Kinderspielzeugen wie Beißringen verboten; es ist daher umso schockierender, dass die Stoffe dennoch in Sexspielzeug, das auch in den Körper eingeführt wird, enthalten sind.

Scharfe Gesetze für eine gesunde Fantasie

Auf der Liste der untersuchten Toys fanden sich der "Crystal Jelly Double Dong", der "Tarson High Tech Stimulator" und "Cyber Pussy". Nimmt man die Ergebnisse der Durex Global Sex Studie von 2005 als Grundlage, so darf man annehmen, dass sich diese oder ähnliche Geräte in einem Fünftel der deutschen Haushalte wieder finden.

Van Opzeeland dringt daher auf eine Verschärfung der Gesetze: "Es wird Zeit, dass die EU Gesetze schafft, die die Verwendung solcher Stoffe verbietet. Nur so kann die Verschmutzung und die Gefahr ein Ende nehmen." Im Falle des Verbots von Phtalaten in Kinderspielzeug hatte die Industrie umgehend reagiert. Kurz danach wurde ein Ersatzmittel eingesetzt. Dies muss nun auch für das Spielzeug für Erwachsene umgesetzt werden.

Monique Berends
 
 
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