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10. Juli 2006, 22:58 Uhr

Mäuse-Spermien gegen Unfruchtbarkeit

Sensationelles Forschungsergebnis: Mit der Gewinnung von Mäuse-Spermien aus embryonalen Stammzellen ist einem Forscherteam der Universität Göttingen möglicherweise ein Durchbruch im Kampf gegen Unfruchtbarkeit bei Männern gelungen.

Ob durch die Gewinnung von Mäuse-Spermien demnächst Unfruchtbarkeit besiegt werden kann?© Robert F. Bukaty/AP

Die Wissenschaftler konnten Stammzellen aus Mäuseembryonen in einem sehr frühen Entwicklungsstadium isolieren und ihre Entwicklung so vorantreiben, dass sie ähnliche Merkmale aufwiesen wie Spermazellen. Anschließend wurden die Zellen in Eizellen injiziert. Die daraus entstandenen Embryonen wurden Mäuseweibchen eingepflanzt, die insgesamt sieben Junge zur Welt brachten. Sechs davon entwickelten sich zu ausgewachsenen Tieren.

"Damit wurde zum ersten Mal gezeigt, dass es möglich ist, reife Spermien aus Stammzellen zu gewinnen", sagte der Leiter der Forschergruppe, Professor Karim Nayernia. "Das ist die wissenschaftliche Basis für das Verständnis der männlichen Unfruchtbarkeit", fügte er hinzu. Für die Behandlung jeglicher Krankheit sei es notwendig, diese zuvor auf molekularer und genetischer Ebene zu verstehen.

Im Rahmen der Forschungen wurden rund 400 Embryonen gezüchtet. Nur eine Hand voll davon entwickelten sich jedoch zu lebensfähigen Mäusen. Die Wissenschaftler machten für das Absterben der anderen technische Probleme sowie Entwicklungsstörungen verantwortlich.

Professor John Burn von der Universität Newcastle, wo Nayernia mittlerweile tätig ist, lobte die Forschungsergebnisse als einen Meilenstein. In den kommenden Jahren könnten auf Grund dieser Resultate entscheidende Fortschritte auf dem Weg zum Verständnis der Unfruchtbarkeit bei Männern gewonnen werden.

Rund jedes sechste Paar weltweit kann sich nicht wie gewünscht fortpflanzen. Rund 40 Prozent der Fälle davon sind auf Probleme des männlichen Partners zurückzuführen. Oft sind die Spermien nicht in ausreichender Anzahl vorhanden, schlecht beweglich oder fehlerhaft ausgebildet.

Patricia Reaney/Reuters
 
 
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