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5. März 2009, 15:39 Uhr

Maßgeschneiderte Nervenzellen gezüchtet

Ein wichtiger Schritt zur Behandlung für Parkinsonkranke: Genetiker haben Hautzellen von Patienten zu maßgeschneiderten Nervenzellen umgewandelt. Die Zellen enthalten nicht mehr, wie bislang in der Stammzell-Technik oft nötig, Viren oder fremde Gene, die ein Krebsrisiko erhöhen.

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Das Foto von der japanischen Forschungsanstalt Riken zeigt menschliches Hirngewebe© Yoshiki Sasai/Riken/AFP

Es ist ein wichtiger Schritt zu einer Therapie für Parkinsonkranke: Genetiker haben Hautzellen von Patienten zu maßgeschneiderten Nervenzellen umgewandelt. Die Zellen enthalten außerdem nicht mehr, wie bislang in der Stammzell-Technik oftmals nötig, Viren oder fremde Gene, die ein Krebsrisiko erhöhen.

Eine Parkinson-Therapie sei jedoch noch weit entfernt, mahnte der deutsch-amerikanische Biomediziner Rudolf Jaenisch vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge. Der nächste Schritt sei, die neuen Nervenzellen in parkinsonkranken Tieren zu testen. Die Arbeit ist im US-Journal "Cell" veröffentlicht.

Die Forscher um Jaenisch entnahmen Parkinsonkranken zunächst Hautzellen. In diese schleusten sie mit Hilfe eines Virus vier besondere Kontrollgene namens c-Myc, Klf4, Oct4 und Sox2 ein. Diese Erbanlagen beeinflussen rund 3000 Gene in den Zellen und drehen so deren Lebensuhr bis zu einem Embryonalzustand zurück. Die Zellen wurden damit zu sogenannten induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS-Zellen). Mit einem speziellen Enzym entfernten die Forscher das Virus samt der vier Gene nach getaner Arbeit wieder aus den nun dauerhaft verjüngten Zellen. "Wir nutzen ein modifiziertes Virus, dass man herausschneiden kann", sagte Jaenisch.

Danach ließen die Forscher die iPS-Zellen zu den Nervenzellen heranwachsen, die bei Parkinsonkranken zerstört sind. Wie lange solche neuen Zellen in Patienten einmal funktionstüchtig sind, ist aber noch unbekannt. Die grundlegende Ursache für die Parkinsonkrankheit war bei den fünf Patienten unklar.

Erst kürzlich hatte ein britisch-kanadisches Team Hautzellen von gesunden Menschen und Mäusen auf ganz ähnliche Weise verjüngt. Auch diese Forscher nutzten diese vier Kontrollgene, setzten sie aber mit Hilfe eines speziellen Erbgut-Stückes ein. Dieses wurde nach der Rückprogrammierung ebenfalls wieder aus den Zellen entfernt.

DPA
 
 
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