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13. Februar 2008, 08:58 Uhr

Fluglärm erhöht Blutdruck von Schlafenden

Wissenschaftler untersuchen europaweit, wie der Geräuschpegel eines nahen Flughafens den Schlaf beeinträchtigt. Warum der Lärm die Nachtruhe auch stören kann, wenn die Schlafenden nicht aufwachen und welche Geräusche ebenso stressen wie Fluglärm.

Ein Flugzeug landet auf dem Flughafen in Frankfurt am Main© Stefan Rebscher/Fraport/DDP

Selbst bei Schlafenden kann Fluglärm den Blutdruck vorübergehend messbar erhöhen. Das haben europäische Forscher herausgefunden, die während der Nacht den Blutdruck von 140 Studienteilnehmern in der Nähe von vier großen europäischen Flughäfen maßen. Dabei stieg der Blutdruck deutlich, wenn die Lautstärke 35 Dezibel überschritt. Das entspricht dem Überflug von Flugzeugen, Verkehrslärm vor dem Haus - oder einem schnarchenden Partner, berichtete das Imperial College London.

Nach solchem Lärm stieg der systolische Blutdruck im Durchschnitt um 6,2 Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) und der diastolische Blutdruck um 7,4 mmHg. Dabei erhöhte sich der Blutdruck umso mehr, je lauter der Lärm war. Entscheidend sei dabei allein die Lautstärke und nicht die Quelle des Lärms gewesen, berichtet das Team um Lars Jarup im "European Heart Journal".. Es hatte den Lärm im Schlafzimmer und alle 15 Minuten den Blutdruck der Probanden gemessen.

Wann ist der Blutdruck zu hoch?

Bluthochdruck beginnt nach Definition der Weltgesundheitsorganisation bei einem Wert von 140 zu 90 (mmHg; systolisch zu diastolisch) und ist ein Risikofaktor für zahlreiche Leiden, darunter Herzinfarkt, Schlaganfall und Nierenleiden.

Einer weiteren Untersuchung zufolge haben Menschen, die Nachtfluglärm ausgesetzt sind, insgesamt häufiger Bluthochdruck, als Menschen in ruhigen Wohngebieten. Ein Anstieg des nächtlichen Fluglärmpegels um 10 dB im Schallpegelbereich von 30 bis 60 dB erhöhe das Risiko für Bluthochdruck bei Frauen und Männern um rund 14 Prozent, hatte das Umweltbundesamt in Dessau-Roßlau im Januar mitgeteilt. Eine Zunahme um 10 dB bedeutet eine zehnfache Schallintensität und entspricht in etwa einer Verdoppelung des wahrgenommenen Lärms.

Beide Studien sind Teil des von der EU geförderten Projektes Bluthochdruck und nächtlicher Fluglärm (HYENA) mit insgesamt 5000 Einwohnern in der Nähe von sechs europäischen Flughäfen, darunter auch Berlin-Tegel.

DPA
 
 
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