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4. August 2008, 18:25 Uhr

Vitamin-C-Spritze bremst Tumorwachstum

Hoch dosiertes Vitamin C bremst das Wachstum von Krebstumoren - zumindest bei Labormäusen. Allerdings darf das Vitamin dazu nicht geschluckt, sondern muss gespritzt werden, berichten US-Forscher. Sie sprechen sich dafür aus, nun die Anwendung beim Menschen zu erforschen.

Um eine hohe Vitamin-C-Konzentration im Körper zu erzeugen, muss es gespritzt werden© Colourbox

Über den möglichen Nutzen einer Vitamin-C-Behandlung bei Krebs wird bereits seit Jahrzehnten immer wieder diskutiert. Schon vor mehr als 30 Jahren hatten Studien darauf hingewiesen, dass das Vitamin in hohen Dosen verabreicht die Überlebenszeit von Krebspatienten verlängert. In nachfolgenden Untersuchungen konnte der Nutzen dann jedoch nicht nachgewiesen werden, sodass die konventionelle Medizin den Einsatz von Vitamin C wieder verwarf. In der Alternativmedizin hingegen wurde es weiterhin auch in der Krebsbehandlung eingesetzt.

Nun haben Forscher um Mark Levin von den National Institutes of Health in Bethesda, Maryland, in Versuchen mit Krebszellen und Mäusen nachgewiesen, dass das Vitamin in hoher Dosierung das Wachstum von Tumoren bremsen kann. Über ihre Studie berichten sie im Fachmagazin "PNAS".

Vitamin C gehört zu den sogenannten Antioxidantien. Das sind Substanzen, die im Körper aggressive Sauerstoffmoleküle unschädlich machen. In sehr hoher Konzentration fördert das Vitamin allerdings die Bildung von chemischen Radikalen - vor allem von Wasserstoffperoxid. Und diese Substanz kann Krebszellen zerstören. Derartig hohe Konzentrationen von Ascorbinsäure, so die chemische Bezeichnung für Vitamin C, durch vitaminreiche Kost oder die Einnahme von Vitaminpräparaten zu erreichen, ist jedoch unmöglich. Ein eingebauter Schutzmechanismus verhindert, dass mehr Vitamin C ins Blut übergeht, als der Körper benötigt. Überschüssige Ascorbinsäure wird einfach ausgeschieden.

Kombination mit anderen Therapien

Zuerst untersuchten die Forscher, welche Wirkung Vitamin C in hoher Konzentration auf verschiedene Zellkulturen hat. Sie testeten nicht nur 43 Krebszelllinien, sondern auch fünf verschiedene gesunden Zelllinien, um mögliche starke Nebenwirkungen zu erkennen. Die Vitamin-Kur löste bei den gesunden Zellen keine akuten Schäden aus, schädigte aber einen großen Teil der Krebszellen.

In einem weiteren Versuch spritzten die Forscher krebskranken Mäusen das Vitamin in einer Konzentration von vier Gramm pro Kilogramm Körpergewicht direkt in den Bauchraum. Aggressive Tumore der Bauchspeicheldrüse, der Eierstöcke und des Gehirns bremsten daraufhin ihr Wachstum um 41 bis 53 Prozent. Gesunde Zellen hingegen wurden nach Angaben der Forscher durch die Behandlung nicht geschädigt.

Solche hohen Konzentrationen können auch beim Menschen erreicht werden, wiesen die Forscher nach, als sie Freiwilligen die Substanz über Infusionen verabreichten und anschließend das Blutplasma der Probanden analysierten. Ascorbinsäure könnte daher künftig als wichtiger Wirkstoff in der Chemotherapie von Krebspatienten eingesetzt werden, nehmen Levine und Kollegen an. Da das Vitamin allein die Krebserkrankung nicht heilen könne, sei eine kombinierte Anwendung mit anderen Therapeutika beim Menschen am aussichtsreichsten, erläuterten die Forscher.

DPA/DDP/bub
 
 
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