Dieser Test gibt einen Eindruck von der Belastung durch Tinnitus, der schon länger anhält. Wenn Ihr Ohrgeräusch hingegen erst vor wenigen Tagen oder Wochen aufgetreten ist, gehen Sie unbedingt rasch zu einem HNO-Arzt. Im akuten Stadium haben Sie erfahrungsgemäß gute bis sehr gute Chancen auf eine rasche Besserung.

Zur den erlernbaren Entspannungsverfahren gehört auch die Ohrmassage© Silke Reents/DDP
1. Ich bin mir der Ohrgeräusche vom Aufwachen
bis zum Schlafengehen bewusst.
2. Ich mache mir wegen der Ohrgeräusche
Sorgen, ob mit meinem Körper ernstlich etwas
nicht in Ordnung ist.
3. Wenn die Ohrgeräusche andauern, wird mein
Leben nicht mehr lebenswert sein.
4. Aufgrund der Ohrgeräusche bin ich in meiner
Familie und unter Freunden gereizter.
5. Ich sorge mich, dass die Ohrgeräusche meine
körperliche Gesundheit schädigen könnten.
6. Wegen der Ohrgeräusche fällt es mir schwer, mich zu entspannen.
7. Oft sind meine Ohrgeräusche so schlimm,
dass ich sie einfach nicht ignorieren kann.
8. Wegen der Ohrgeräusche brauche ich länger zum Einschlafen.
9. Wegen der Ohrgeräusche bin ich leichter
niedergeschlagen.
10. Ich denke oft darüber nach, ob die
Ohrgeräusche jemals weggehen werden.
11. Ich bin Opfer meiner Ohrgeräusche.
12. Die Ohrgeräusche haben meine Konzentration
beeinträchtigt.
Punktesystem
Stimmt: 2 Punkte
Stimmt teilweise: 1 Punkt
Stimmt nicht: 0 Punkte
Für Sie ist der Tinnitus kein Problem. Sie lassen sich in keiner Weise stören und schenken ihm keine besondere Aufmerksamkeit. Wenn das Ohrgeräusch zuweilen lästiger wird, kennen Sie meist die Gründe dafür und machen sich keine weiteren Gedanken. Das Erlernen von Entspannungsverfahren kann Ihnen helfen, um in besonders belastenden Situationen mit einer Zunahme des Tinnitus besser umzugehen. Wenn keine Erkrankungen gefunden werden, die Ihren Tinnitus erklären, können Sie sich zurücklehnen und brauchen nichts Besonderes tun.
Sie können den Tinnitus gut tolerieren. Vielleicht erleben Sie manchmal Rückschläge, von denen Sie sich aber nicht beirren lassen. Sie wissen, dass Sie die Belastung weiter reduzieren können, wenn Sie gut mit Stress umgehen. Sollte eine auch nur leichte Schwerhörigkeit vorliegen, besprechen Sie mit Ihrem HNO-Arzt, ob sich durch das Tragen von Hörgeräten eine bessere Aufmerksamkeit auf die Umweltgeräusche erreichen lässt und damit Ihr Tinnitus quasi verschwindet. In diesem Fall werden Ihnen die Hörgeräte besonders in ruhiger Umgebung hilfreich sein. Ansonsten sollten Sie absolute Stille meiden, um Ruhe zu finden.
Für Sie ist der Tinnitus ein bedeutendes Problem. Wenn Sie sich mit interessanten Dingen beschäftigen, vergessen Sie das Ohrgeräusch vorübergehend. Nicht selten aber bestimmt es Ihre Gefühle. Wahrscheinlich leiden Sie auch unter Schlafstörungen. Hier hilft ein psychologisches Beratungsgespräch, da der Tinnitus häufig mit seelischen Belastungen einhergeht, etwa einer Depression oder Angststörung. Wenn noch nicht geschehen, begeben Sie sich in eine tinnitusspezifische psychotherapeutische Behandlung (Tinnitus-Retraining-Therapie/TRT), um durch Entspannungstraining eine positive Lebenseinstellung zu erreichen.
Ihre Gefühle und Einstellungen sind extrem stark vom Tinnitus bestimmt. Sie können sich kaum vorstellen, dass sich daran etwas ändert. Ihr Alltag ist so stark beeinträchtigt, dass Sie antidepressive Medikamente nehmen und eine Psychotherapie machen sollten - wohl am besten stationär. Bei vorliegender Ertaubung auf dem Tinnitusohr besprechen Sie mit Ihrem HNO-Arzt, ob für Sie ein Cochlea-Implantat (CI) infrage kommt. Es ist nach diesem operativen Eingriff zu erwarten, dass Sie auf dem ertaubten Ohr wieder hören und damit gute Chancen haben, dass sich das Ohrgeräusch überdecken lässt.
Übernommen aus ...
Stern
Ausgabe 30/2009