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14. Januar 2009, 14:38 Uhr

Zahl der Organspenden dramatisch gesunken

Organspenden können Leben retten, doch nach wie vor gibt es viel zu wenige Spendewillige. Im letzten Jahr ist die Zahl der Organspenden sogar zurückgegangen. Experten fordern nun, die Koordinierung von Transplantaten zu vereinfachen.

Organspende, Organtransplantation, Organverpflanzung, Lebendspende

Eine Organspende ist für viele Menschen überlebenswichtig© DPA

Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) sieht wegen des deutlichen Rückgangs der Organspenden in 2008 großen Handlungsbedarf. Im vergangenen Jahr ist die Zahl der gespendeten Organe bundesweit von 4140 in 2007 auf 3945 gefallen. Nur 1198 schwer kranken Patienten konnte durch die Organe geholfen werden - das sind 8,8 Prozent weniger als noch 2007. Das bedeutet, dass die Zahl der Spender pro einer Million Einwohner von 16 auf 14,6 gesunken ist. Angesichts dieser Entwicklung forderte die Stiftung eine Reform des Transplantationsgesetzes. Eine große Ausnahme bildet das Land Nordrhein-Westfalen: Entgegen dem Trend gab es dort acht Prozent mehr Spenden als 2007.

Derzeit warten insgesamt rund 12.000 Menschen auf eine lebensrettende Transplantation. DSO-Vorstand Günter Kirste kritisierte, dass die Stiftung zwar einerseits bundesweit damit beauftragt sei, Organspenden zu koordinieren, die Koordination aber zugleich eine Gemeinschaftsaufgabe von Krankenhäusern, Ärztekammern, Gesundheitsverwaltungen und Ministerien sei.

Das deutsche System sei schlecht strukturiert, deshalb würden viele Spender gar nicht erst erkannt. "Die Anzahl der Spenden lässt sich auch in Deutschland durch geeignete Strukturen verdoppeln", sagte Kirste. Er bemängelt, dass die DSO bislang lediglich auf Anfrage tätig werden kann und fordert, dass sie künftig von sich aus in Kliniken aktiv werden darf. Der Professor verwies auf das spanische Modell als großes Vorbild. Dort gebe es pro einer Million Einwohner 34 Spender. Dieser Erfolg liege unter anderem darin begründet, dass dort die Organisation aller Abläufe gebündelt in einer Hand liege und es in jeder relevanten Klinik Spendebeauftragte gebe.

AP
 
 
KOMMENTARE (3 von 3)
 
e_lena (15.01.2009, 20:36 Uhr)
Kein Wunder....
dass in einem Land wie Spanien Organspenden höher sind. Abgesehen davon, dass dort die Widerspruchsregelung gilt, ist dort auch die Feststellung des Todes *anders* geregelt. Sehr interessant: http://www.theologe.de/organe2.htm - ohne Widerspruchsregelung dort einzureisen - nein danke.
aeternitas (15.01.2009, 15:30 Uhr)
Die Vorstellung ist nicht so schön
dass man zu 97% lebendig auf dem Operationstisch liegt, und dass einem dann Herz, Niere, Leber etc. herausgeschnitten werden. Man atmet noch, wird narkotisiert, gegebenenfalls noch ein bisschen gequält (kaltes Wasser in die Ohren, Berührung der Hornhaut der Augen etc.) um zu schauen, ob man auch wirklich keine Schmerzreaktionen mehr zeigt und danach wird man wieder zugeflickt und die Reste der sterblichen Hülle kommen unter den Boden. Wenn die Augen und die Lunge entnommen werden in so schlimmem Zustand, dass keinem Angehörigen ein Abschied am Sarg zugemutet werden kann...
Nicht besonders erbaulich ist auch die Tatsache, dass die Angehörigen VOR der finalen Operation Abschied nehmen müssen von einem warmen, atmenden lieben Menschen und wissen, dass er gleich darauf ausgeschlachtet wird wie ein Ersatzteillager. Manche werden immer wieder wiederbelebt, damit man sie überhaupt ausschlachten kann, sonst werden sie ja wertlos für die Transplantation.
Seltsam ist auch, dass manche hirntote noch lebendige Kinder zur Welt bringen und wie normale Patienten im Koma behandelt werden, andere hirntote Patienten als totes Stück angesehen werden, das mit Flüssigkeit durchspült wird und dem potentiellen Empfänger auch ja keine Unannehmlichkeiten in Sachen Medikamentenrückständen zu bereiten.
Eine Preisfrage an die Ärzte unter den Kommentatoren: Wie oft wird ein Spenderorgan von Pilzinfektionen befallen? Wie oft abgestoßen?
aeternitas (15.01.2009, 15:20 Uhr)
Es gibt da ein interessantes Buch
von Renate Greinert mit dem Titel "Unversehrt sterben" als kleiner Buchtip für potentielle Spender...
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