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22. Januar 2009, 10:35 Uhr

Dickmacher sitzen im Darm

Im Verdauungstrakt von fettleibigen Personen leben andere Bakterien als in dem von Normalgewichtigen. Das hat der US-Mediziner John DiBaise von der Mayo-Klinik in Phoenix, Arizona, herausgefunden. Die Bakterien haben womöglich einen Einfluss darauf, wie schnell Menschen Fett ansetzen.

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Sind Bakterien verantwortlich für den dicken Bauch?© Colourbox

Im Magen und Darm jedes Menschen leben viele Billionen Mikroben. Sie spielen bei der Verdauung eine wichtige Rolle, die bisher jedoch kaum verstanden wird. In einer Studie untersuchten die Forscher der Mayo-Klinik in Phoenix nun Bakterien in Stuhlproben von insgesamt neun Personen: drei übergewichtigen, drei normalschweren und drei ehemals adipösen Menschen, die einen Magen-Bypass erhalten haben - ein chirurgischer Eingriff, der extremer Fettleibigkeit entgegenwirkt. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler im Fachmagazin "PNAS".

Bei der Untersuchung der Bakterien verwendeten die Mediziner biotechnische Methoden, die in der Umwelttechnik eingesetzt werden, um Bakterien mit nützlichen Eigenschaften zu finden: Sie filterten die DNA der Bakterien heraus und durchsuchten sie nach dem sogenannten 16S-rRNA-Gen. Dieses Gen findet sich in allen Bakterien und spielt eine wichtige Rolle in der Übersetzung des DNA-Codes in Proteine. Die gefundenen Varianten des Gens zeigen an, welche genetischen Bakterienfamilien vorkommen.

Die Studie ergab, dass sich die Mikrobenmischungen der Übergewichtigen stark von denen der anderen Testpersonen unterschieden. Insbesondere fand sich dort eine Gruppe von Mikroben, die Methan produzieren und Wasserstoff verwerten. Die Forscher vermuten, dass dieser Wasserstoffverbrauch dem Körper letztlich Fett zuführt, weil er die Aktivität von anderen Bakterien, die Wasserstoff und Fettsäuren produzieren, unterstützt. Normalgewichtige besaßen keine Wasserstoffverbaucher und viel weniger Fettproduzenten.

Auch die Verdauungsbakterien der Patienten mit Magen-Bypass unterschieden sich deutlich von denen der anderen beiden Gruppen. Die Forscher werten das als Hinweis dafür, dass der chirurgische Eingriff sich stark auf die Mikrobenpopulation auswirkt, was ein weiterer Grund für die Effektivität dieser Operation wäre.

DDP
 
 
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