. .
News am 28.05.2012
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
24. Februar 2006, 09:36 Uhr

H5N1 in drei Bundesländern

Die Vogelgrippe breitet sich immer weiter in Deutschland aus. Nach den Fällen in Mecklenburg-Vorpommern wurden infizierte Tiere inzwischen auch in Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg entdeckt.

Schwäne sind besonders anfällig für das H5N1-Virus© DPA

Allerdings ist in beiden Bundesländern noch unklar, ob es sich um die hoch ansteckende oder die niedrig ansteckende Variante des Erregers handelt. Dies wird den Angaben zufolge erst in ein paar Tagen feststehen. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt warnte vor Panikmache. In Schleswig-Holstein wurde der Erreger bei zwei Wildenten in Ostholstein entdeckt, von denen eine am Mittwoch im Kurpark von Timmendorfer Strand gefunden worden war, die andere am Dienstag im Marinestützpunkt Neustadt.

Diagnostiziert wurde der Erreger dann am Donnerstagabend. Fundort der toten Tafelente in Baden-Württemberg war nach Angaben des dortigen Stuttgarter Landwirtschaftsministers Peter Hauk die Uferpromenade in Überlingen. In Schleswig-Holstein kündigten die Behörden nach der Entdeckung der beiden infizierten Wildenten die Einrichtung von Sperrzonen um die Fundorte bei Neustadt und Timmendorf an der Ostsee an. Diese sollen mit einem Radius von drei Kilometern um die Fundorte gezogen werden, im Umkreis von zehn Kilometern sollen zudem Beobachtungsgebiete eingerichtet werden. Das Beobachtungsgebiet um den Fundort Timmendorfer Strand werde auch das Stadtgebiet Lübecks berühren, hieß es. Auch in Baden-Württemberg sollte ein Sperrgebiet um den Fundort des Tieres eingerichtet werden.

Neuer Fall auch in Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern breitete sich die Vogelgrippe weiter aus: Wie das Friedrich-Loeffler-Institut erklärte, wurde der Erreger auch bei einem Schwan auf dem Festland festgestellt. Der genaue Fundort des Tieres war zunächst nicht bekannt.

Schmidt fordert mehr antivirale Mittel für EU

Bundesgesundheitsministerin Schmidt warnte unterdessen vor Panikmache wegen eines möglichen Übergreifens des Vogelgrippe-Virus auf Menschen. Es sei jetzt wichtig, "dass man die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen trifft, ohne die Bevölkerung in Panik zu versetzen, weil es keinen Grund zur Panik gibt", sagte Schmidt bei einem Sondertreffen der EU-Gesundheitsminister am Freitag in Wien. Schmidt sprach sich zugleich dafür aus, auch auf EU-Ebene einen Vorrat antiviraler Medikamente anzulegen.

Die Bundesärztekammer forderte unterdessen bessere regionale Krisenpläne. Der Pandemieplan der Bund-Länder-Arbeitsgruppe liege vor, sagte Hauptgeschäftsführer Christoph Fuchs. Er müsse "aber auch von den einzelnen Bundesländern aufgenommen werden, um eben unter den Bedingungen der jeweiligen Länderstrukturen Anwendung zu finden". Schmidt wies in Wien zudem darauf hin, dass die Vorräte des antiviralen Mittels Tamiflu in Deutschland ausgeweitet worden seien. Auch sei die EU dabei, auf europäischer Ebene einen Prototyp für einen Impfstoff zu entwickeln.

Adobe Flash Player

"Lage auf Rügen war ein Sonderfall"

Bundesagrarminister Horst Seehofer (CSU) rechnet nach den Verdachtsfällen in Schleswig-Holstein und am Bodensee mit einer weiteren Ausbreitung der Seuche. Das könne vor allem der Fall sein, wenn die Zugvögel kämen, sagte Sprecherin Ulrike Hinrichs am Freitag in Berlin. Das Ministerium warnte aber vor Panik und geht davon aus, dass die Länder Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein die Situation im Griff haben.

Die Lage auf Rügen, auf der die ersten Vogelgrippe-Fälle in Deutschland aufgetaucht waren, ist aus Sicht des Agrarministeriums nicht mit den jüngsten Fällen vergleichbar. Dort sei die Konzentration von Schwänen sehr hoch gewesen. Das Friedrich-Loeffler-Institut für Tiergesundheit hält die Gefahr einer explosionsartigen Ausbreitung der Seuche auf Rügen nicht mehr für gegeben, wenn allmählich das Eis schmilzt und die Konzentration von Vögeln abnimmt. Allerdings bringe der Vogelzug weitere Risiken.

Virus in einer Putenfarm in Frankreich

Auf einem Hof in Frankreich erhärteten derweil erste Tests den Verdacht auf Vogelgrippe bei verendeten Truthähnen. Es sei ein Virus der H5-Familie nachgewiesen worden, sagte Gesundheitsminister Dominique Busserau am Freitag im französischen Fernsehen. Ob es sich um den besonders gefährlichen Strang H5N1 handele, müsse in weiteren Tests geklärt werden. Sollte sich der Verdacht bestätigen, wäre es der erste Fall von H5N1-Vogelgrippe bei Nutzgeflügel in der Europäischen Union (EU).

80 Prozent der 11.000 Tiere des Hofes im Departement Ain seien bereits verendet. Der Rest werde notgeschlachtet, sagte Busserau. Um den Hof sei gemäß EU-Regeln eine Sperrzone eingerichtet worden.

EU-Gesundheitsminister-Treffen in Wien

In Wien wurden neben den Ressortchefs der 25 EU-Staaten auch die Gesundheitsminister aus Bulgarien, Rumänien, Kroatien, Mazedonien und der Türkei erwartet. Zudem lud die Ratspräsidentin und österreichische Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat Vertreter der Weltgesundheitsorganisation, der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation, der Organisation für Tiergesundheit und des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten ein.

Informationen über Vogelgrippe Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat eine Hotline für Bürger eingerichtet, die Fragen zur Vogelgrippe haben. Sie ist von Montag bis Freitag zwischen 9 und 17 Uhr unter den Telefonnummern 01888-529-4601 oder -4602,-4603,- 4604, -4605, -4606, -4607, -4608 und 4609 erreichbar.

Weitere Informationen findet man im Internet auf den Seiten des Agrarministeriums, des Friedrich-Loeffler-Instituts und des Robert-Koch-Instituts.

DPA/AP/Reuters
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Vogelgrippe EU-Gesundheitsminister rufen Sondersitzung ein

Österreich hat angesichts der Vogelgrippe eine kurzfristige Sondersitzung der EU-Gesundheitsminister einberufen. Derweil wurde auf einer französischen Putenfarm ein H5-Fall nachgewiesen. mehr...

Vogelgrippe-Impfstoff Geschäfte in Zeiten der Angst

Ratlose Wissenschaftler, drückende Haftungsfragen und fröhliche Investoren - die Probleme bei der Entwicklung eines Vogelgrippeimpfstoffes. mehr...

Vogelgrippe Antworten auf die häufigsten Fragen

Wie wird die Vogelgrippe übertragen? Wie kann man sich schützen? Darf ich jetzt kein Geflügel mehr essen? Antworten auf die wichtigsten Fragen. mehr...