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1. März 2006, 07:02 Uhr

Katzen müssen drinnen bleiben

Hunde anleinen und Katzen im Haus lassen - das empfehlen Behörden Haustierbesitzern in Schutzzonen, nachdem eine an Vogelgrippe gestorbene Katze auf Rügen gefunden wurde.

Katzen sollten zurzeit keinen Kontakt zu Vögeln haben© Denis Cahill/St. Catharines Standard/AP

Hauspflicht für Katzen, Leinenzwang bei Hunden: Für Haustiere gelten nach dem ersten Vogelgrippefall bei einem Säugetier in Deutschland verschärfte Schutzmaßnahmen in Sperrzonen. Darauf einigten sich Bund und Länder am Mittwoch bei einer Konferenz des Nationalen Krisenstabes für Tierseuchen. Die Bundesländer, die bereits das Virus H5N1 bei Wildvögeln entdeckt haben, erlassen umgehend die Maßnahmen, wie das Bundeslandwirtschaftsministerium in Berlin mitteilte. Ein Impfen von Haustieren halten Bund und Länder nicht für sinnvoll.

Derzeit gebe es weder einen geeigneten Tierimpfstoff, noch hätten die Grippeschutzimpfungen beim Menschen eine Wirkung gegen das Virus H5N1, teilte das Agrarministerium mit. Die Schutzmaßnahmen galten bereits in Bayern und Baden-Württemberg für Sperrzonen im Umkreis von drei Kilometern um den Fundort infizierter Vögel. Landwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) will an diesem Donnerstag nach einem Treffen mit Impfexperten und der Geflügelwirtschaft die Öffentlichkeit informieren.

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) appellierte an die Tierhalter, Hunde in den Risikogebieten an die Leine zu nehmen und Katzen im Haus zu halten. Eltern sollten mit ihren Kindern "sehr intensiv darüber reden", keine kranken oder toten Vögel zu berühren - "auch wenn die Federn noch so schön sind". Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch habe es bisher nicht gegeben. Die Vogelgrippe bleibe eine Tierseuche.

"Totale Wachsamkeit" gefordert

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) lässt sich nach Angaben der Bundesregierung regelmäßig über die Situation informieren. Die Kanzlerin bekomme von Landwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) alle neuen Entwicklungen und telefoniere mit ihm mindestens ein Mal täglich, sagte Regierungssprecher Thomas Steg.

Auch in Frankreich forderte Premierminister Dominique de Villepin die Katzenbesitzer im Land auf, ihre Haustiere nicht in Gebieten frei herumlaufen zu lassen, in denen die Vogelgrippe aufgetreten sei. Das war in Frankreich bisher nur im Départment Ain der Fall. Präsident Jacques Chirac rief zur "totalen Wachsamkeit" auf.

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Vogelgrippe auch in Schweden

Bei Wildvögeln in der Uckermark in Brandenburg und Konstanz am Bodensee wurde der hochansteckende H5N1/Asia-Stamm bestätigt. Derweil meldete Schweden als neunter Staat der Europäischen Union Vogelgrippefälle.

Von den EU-Mitgliedsländern hatten nach Angaben der EU-Kommission zuvor Deutschland, Frankreich, Griechenland, Italien, Österreich, die Slowakei, Slowenien und Ungarn das Virus H5N1 bei Tieren entdeckt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betonte, der Erreger habe sich im Februar so rasch wie nie zuvor in weltweit 17 neue Länder verbreitet. Trotz hoher Ansteckungsgefahr unter Vögeln sei das Virus nach wie vor nicht ohne weiteres auf den Menschen übertragbar.

Seit Dezember 2003 wurden laut WHO weltweit 173 Infektionen bei Menschen bekannt, 93 Patienten starben. Kein einziger Fall stehe in Zusammenhang mit dem Verzehr ausreichend gekochten Geflügels.

Informationen über Vogelgrippe Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat eine Hotline für Bürger eingerichtet, die Fragen zur Vogelgrippe haben. Sie ist von Montag bis Freitag zwischen 9 und 17 Uhr unter den Telefonnummern.01888-529-4601 oder -4602,-4603,- 4604,und -4605 erreichbar.

Weitere Informationen findet man im Internet auf den Seiten des Agrarministeriums, des Friedrich-Loeffler-Instituts und des Robert-Koch-Instituts.

DPA
 
 
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