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13. März 2006, 11:10 Uhr

Test bei Entenküken aus Bayern negativ

Entwarnung in Oberfranken: Entgegen ersten Befürchtungen hat die Vogelgrippe bislang keinen Geflügelbetrieb in Deutschland befallen.

Die verendeten Entenküken sind nicht am H5N1-Virus gestorben© Rui Vieira/DPA

Der erste Vogelgrippe-Verdacht in einem deutschen Geflügelbetrieb hat sich nicht bestätigt. Sechs verendete Jungenten eines Geflügelhalters im oberfränkischen Lichtenfels waren nicht mit dem H5N1-Virus infiziert, wie das bayerische Verbraucherschutzministerium am Montagabend in München mitteilte. Das ergaben die Untersuchungen im Labor des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI). Ein Schnelltest hatte bei den sechs Enten Grippeviren vom Typ A nachgewiesen.

Die rund 410 Tiere des Betriebs waren daraufhin noch in der Nacht zum Montag vorsorglich getötet worden. Der Geflügelhalter hatte am vergangenen Mittwoch 200 Jungenten aus dem niedersächsischen Landkreis Vechta bekommen. Auch zwei weitere Betrieben in Oberfranken, die ebenfalls mehrere hundert Jungtiere aus Niedersachsen erhalten hatten, wurden ebenso wie der Herkunftsbetrieb in Vechta gesperrt.

Größeres Risiko für Übertragung auf Menschen

Die Vogelgrippe ist in Deutschland bislang nur bei Wildvögeln, Katzen und einem Steinmarder festgestellt worden. In Bayern gibt es bislang zwölf Fälle bei Wildvögeln. Ende vergangener Woche waren die ersten Infektionen aus Nordbayern bekannt geworden: Im Landkreis Erlangen-Höchstadt war das Virus in zwei toten Schwänen entdeckt worden, in Hirschaid im Landkreis Bamberg wurde eine an der Vogelgrippe verendete Wildente entdeckt. Um ein Übergreifen des Virus auf Nutztiere zu verhindern, gilt derzeit eine bundesweite Stallpflicht für Geflügel sowie ein umfassendes Monitoring von Wildvögeln und auf Fleisch fressende Säugetiere. Zudem dürfen betriebsfremde Personen Geflügelställe nicht mehr betreten. Neben dem zu befürchtenden wirtschaftlichen Schaden sehen Experten im Falle einer Infektion bei Nutztieren eines der größten Risiken für eine Übertragung des gefährlichen Erregers auf den Menschen.

Verbreitung des Virus gibt Anlass zur Besorgnis

Der Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI), Thomas Mettenleiter betonte, dass durch die Vogelgrippe oder Geflügelpest "eine Gefahr für den Verbraucher nicht gegeben" sei. Über Lebensmittel sei der H5N1-Erreger nie auf Menschen übertragen worden. Wer ganz sicher gehen wolle, solle "Geflügelfleisch durchgaren und das Frühstücksei vielleicht hart kochen".

Anlass zur Besorgnis gebe allerdings die weite geographische Verbreitung des H5N1-Erregers und die Tatsache, dass sich der hochpathogene Erreger so lange in Wildvogelpopulationen halte. Dadurch steige die Gefahr von Kontakten zwischen Menschen und infizierten Vögeln. Bislang handele es sich zwar um eine Tierseuche, die nur in ganz seltenen Fällen auch Menschen anstecke. Allerdings wisse man nicht, "was ein H5N1-Virus braucht, um zum Pandemie-Virus zu werden", sagte Mettenleiter. "

AP
 
 
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