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8. August 2008, 15:29 Uhr

Vorsorge hat auf breiter Front versagt

Die Aussichten im Kampf gegen Aids bleiben düster: Der globale Seuchenzug des HI-Virus ist nicht zu stoppen, die Infektion bleibt auf absehbare Zeit unheilbar. Die Weltaidskonferenz widmete sich denn auch mehr den politischen, finanziellen und sozialen Aspekten der Epidemie und weniger den medizinischen.

Gladys Chiwone aus Simbabwe hält einen Vortrag auf der Weltaidskonferenz in Mexiko© Mario Guzman/EPA/DPA

Die Bilanz ist nicht immer ermutigend: Zwar hat sich die Zahl der Infizierten, die lebensverlängernde Medikamente bekommen, in den vergangenen sechs Jahren auf rund drei Millionen verzehnfacht. Das ist aber immer noch nur rund ein Drittel der 9,7 Millionen Bedürftigen, wie die Weltgesundheitsorganisation betont. Das Millenniumsziel, bis 2010 alle Bedürftigen weltweit zu versorgen, erscheint kaum noch erreichbar. Zudem konstatieren führende Aids-Forscher, die Vorbeugung gegen Aids habe bislang auf breiter Front versagt. Mehr als 90 Prozent der gefährdeten Menschen weltweit würden von den wichtigsten Präventionsprogrammen überhaupt nicht erreicht.

Es gibt auch gute Nachrichten: Konferenzpräsident Pedro Cahn kündigte an, dass drei neue Medikamente für die antiretrovirale Behandlung Infizierter auf den Markt kommen würden. Und unbestreitbar ist die Tatsache, dass HIV-Infizierte mit den teuren Medikamenten ein relativ normales Leben führen können, ein enormer Erfolg. Aber es fehlen noch die finanziellen Mittel, diese teure Behandlung allen Patienten weltweit zugänglich zu machen. Zumal sich aktuell die Krise der Energie- und Lebensmittelpreise in den Vordergrund gedrängt hat.

Neue Sorglosigkeit

Viele Experten warnten vor neuer Sorglosigkeit im Umgang mit Aids angesichts der Behandlungserfolge. Denn die Seuche ist erst besiegt, wenn es eines Tages einen Impfstoff gegen das Immunschwächevirus geben sollte. "Der Impfstoff ist aber weit und breit nicht in Sicht", mahnte ein Mitglied der deutschen Delegation. Viele Forscher wie der Chef des US-Instituts für Infektionskrankheiten, Anthony Fauci, halten es für fraglich, ob es ihn jemals geben wird.

Deshalb ist die Weltgemeinschaft gezwungen, die Ausbreitung der weltweiten Epidemie mit den Mitteln zu bekämpfen, die zur Verfügung stehen. Von der Konferenz in Mexiko geht vor allem das Signal aus, dass alle Länder der Welt Aufklärung zulassen und betreiben müssen. Sie müssen die Diskriminierung und Stigmatisierung der sexuellen und gesellschaftlichen Minderheiten bekämpfen. Dazu dürfte etwa die Konferenz in Mexiko für Lateinamerika einen großen Beitrag geleistet haben, weil Themen wie Homosexualität und Infizierung durch Drogenspritzen, aber auch Gewalt gegen Frauen in aller Öffentlichkeit ausgebreitet wurden.

Druck auf den Vatikan wächst

Unterdessen dürfte auch der Druck auf den Vatikan weiter wachsen, seine ablehnende Haltung zu Kondomen zu ändern. Im katholischen Mexiko etwa werden zunehmend Frauen, die ihr Heimatdorf nie verlassen haben, von ihren Männern infiziert, die sich das Virus in größeren Städten geholt haben, wo sie arbeiten. Als ermutigend nahmen viele Teilnehmer die Botschaft eines Hindu-Führers aus Indien auf, das Wissen um die schützende Wirkung von Kondomen auch innerhalb der Religionsgemeinschaft zu fördern.

Fehlende Kenntnisse und mangelnder Kondomgebrauch, aber auch verseuchte Drogenspritzen sind wohl der Grund dafür, dass die Aidsepidemie in den vergangenen Jahren in den Ländern Osteuropas und der ehemaligen Sowjetunion erschreckend zugenommen hat. Der Exekutivdirektor des Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Malaria und Tuberkulose, Michel Kazatchkine, zeigte sich sehr besorgt über diese Entwicklung. Die nächste Weltaidskonferenz findet 2010 in Wien statt und dürfte vor allem Signale nach Osteuropa und in das Gebiet der früheren Sowjetunion aussenden.

Franz Smets/DPA
 
 
KOMMENTARE (1 von 1)
 
kb26919 (08.08.2008, 16:46 Uhr)
Aids Konferenz
Es ist doch ganz so dass alle Massnahmen gegen diese Geisel der Menschheit von den Menschen selber ignoriert werden denn die Nummer der Infizierten steigt weiter an.Aber auch ignorante Gesundheitsminister wie der von Suedafrika leisten ihren Landsleuten keinen guten Dienst wenn sie die Gefahr die von Aids besteht damit erklaeren dass die Krankheit durch falsche Ernaehrung kommt.Dieser Minister raet den Menschen mehr Knoblauch und Wurzelgemuese zu verzehren um die Krankheit abzuwehren.Mit Vodoo und deartigem Schwachsinn kann man niemandem helfen.
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