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23. Mai 2008, 10:18 Uhr

Antiraucher-Pille hat starke Nebenwirkungen

Rauchstopp mit Risiko: Experten warnen beim Antiraucher-Mittel "Champix" vor gefährlichen Nebenwirkungen. Seit der Zulassung des Medikaments vor zwei Jahren häufen sich Problemberichte. Für US-Piloten ist das Mittel jetzt verboten worden.

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Es ist nicht leicht von Zigaretten loszukommen. Viele greifen daher zu Hilfsmitteln - wie Medikamenten© Picture-Alliance/DPA

Rauchentwöhnung mit Medikamenten ist häufig mit ernsthaften Gefahren verbunden. So auch beim Antirauchermittel Champix des Pharmakonzerns Pfizer. Einer Studie zufolge treten bei der Einnahme des Präparats mitunter schwere Nebenwirkungen auf. Vor allem für Autofahrer und Piloten sei das Mittel nicht zu empfehlen, berichteten Ärzte des Institute for Safe Medication Practices und der Wake Forest University. Zuvor war Champix schon mit Depressionen und Selbstmordversuchen in Verbindung gebracht worden.

Nun verbot die amerikanische Flugaufsicht (FAA) die Einnahme des Mittels für Piloten und im Straßenverkehr: "Wir haben ernsthafte Sicherheitsbedenken hinsichtlich der Einnahme von Champix von Personen, die Flugzeuge, Züge oder auch Busse lenken", sagte FAA- Sprecher Les Dorr. Die Frage ist, ob darauf bald ein breiteres Verbot folgt. Denn auch zahlreiche andere Menschen, die unter dem Einfluss des Wirkstoffes stehen, sind ebenfalls Teil des Straßenverkehrs und würden sich sowie auch andere Menschenleben gefährden, wenn sie zum Beispiel eine Schwindel-Attacke bekämen.

Seit der Zulassung gibt es zahlreiche Probleme

Vareniclin, der Wirkstoff der Pillen, ist ein Nikotin-Ersatzstoff. Er bindet im Gehirn an die gleichen Schaltstellen wie die Droge Nikotin, ohne dessen schädliche Wirkungen zu haben. Nach Angaben des Herstellers soll Champix so das Verlangen nach einer Zigarette und die Entzugssymptome wie schlechte Laune, Konzentrationsstörungen oder Gewichtszunahme mildern, die mit einer Raucherentwöhnung verbunden sind.

Die aktuelle Untersuchung zeigt, dass seit der Zulassung des Medikaments im Mai 2006 hunderte Probleme wie Sehstörungen, Schwindelanfälle oder Bewusstlosigkeit aufgetreten sind. Das Risiko bei der Einnahme des Präparats sei deutlich unterschätzt worden, so die Experten. Bereits im Februar hatte die US-Arzneimittelbehörde FDA Bedenken geäußert. Damals wurde das Raucher-Entwöhnungsmittel mit ernsthaften psychischen Problemen in Verbindung gebracht.

Probleme bei Anti-Raucher-Pillen sind keine Ausnahme

Das ist nicht die erste Meldung über schwere Nebenwirkungen von Anti-Rauchermitteln. Die Raucherpille Zyban machte ähnliche Schlagzeilen. Sie verringert die Suchterscheinungen im Gehirn. Als Wundermittel der Rauchentwöhnung gelobt, sollen Patienten jedoch mitunter unter Schwindel, Schlafstörungen, Depressionen, bis hin zu epileptischen Anfällen leiden. In Großbritannien werden sogar 54 Todesfälle in Zusammenhang mit diesem Medikament gebracht.

nis/DPA
KOMMENTARE (2 von 2)
 
der_andere (23.05.2008, 09:54 Uhr)
Der Kopf muss mitspielen
Ich habe 10 Jahre lang geraucht, am Schluss waren es 1,5-2 Schachteln/Tag. Ich habe dann ohne Mittel auf Grund eines Schlüsselerlebnisses von einem Moment auf den anderen während einer Party aufgehört. Die ersten drei Tage waren komisch, aber nicht anstrengend. Danach war das Verlangen weg. Die ganzen Mittel sind gut und schön und helfen sicher über die erste Zeit, aber wenn der Kopf nicht mitspielt, ist das Risiko rückfällig zu werden immer da und das ist es auch, was die Zigarette m.E. so gefährlich macht. Der körperliche Entzug lässt sich schnell durchstehen, problematisch ist die psychische Abhängigkeit. Nicht umsonst stimuliert Nikotin das Belohnungszentrum im Gehirn kräftig mit jeder Zigarette und so wird man bei allen möglichen Erlebnissen immer wieder an das schöne Gefühl mit der Zigarette erinnert. Ist der Kopf aber frei davon, kann man über den 'Jap' nach der Zichte (z.B. nach dem Essen oder beim geselligen Beisammensein) nur müde lächeln.
Domdidelei (23.05.2008, 09:30 Uhr)
Zyban hat mir geholfen
Nach 30 Jahre rauchen, unzählige Versuche aufzuhören hatte ich es dann mit Zyban probiert. Ich rauche jetzt seit 3 Jahren nicht mehr. Eine Sucht zu bekämpfen ist immer schwierig und mit Risiken verbunden - aber eins bleibt auch trotz Zyban - die Lust auf einer Zigarette ist auch nach 3 Jahren noch da.
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