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Tripper immer schwerer zu behandeln - so schützen sie sich vor einer Infektion

Lange Zeit schienen sie verschwunden, doch Geschlechtskrankheiten sind wieder auf dem Vormarsch: Sorgen bereitet vor allem Gonorrhö - auch als "Tripper" bekannt. Er wird immer schwerer zu behandeln. Doch es gibt Wege, sich zu schützen.

Die Geschlechtskrankheit Gonorrhö ist hochansteckend

Die Geschlechtskrankheit Gonorrhö ist hochansteckend

Ihren Namen "verdankt" die Krankheit dem Symptom, das sie verursacht: Tripper leitet sich vom niederdeutschen Wort "drippen", also tropfen ab. Ein gelblicher Ausfluss zählt zu den wichtigsten Merkmalen der  – oft ruft sie jedoch auch überhaupt keine Symptome hervor.

Ganz gleich, welche Bezeichnung man wählt: Bei Gonorrhö und Tripper handelt es sich um dieselbe Krankheit – eine bakterielle Infektion mit sogenannten Gonokokken. Sie zählt neben Chlamydien zu den weltweit häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen. Weltweit erkranken jedes Jahr 78 Millionen Menschen an Gonorrhö. Wie viele Menschen sich jährlich in Deutschland infizieren, ist unklar. Tripper ist nicht meldepflichtig. Klar ist jedoch: Menschen, die ungeschützten Sex mit wechselnden Partnern haben, sind besonders häufig betroffen.

Ärzte beobachten die Entwicklung bei Gonorrhö mit Sorge, weil ihnen die Waffen im Kampf gegen die Krankheit ausgehen. In der vergangenen Woche warnte die Weltgesundheitsorganisation (WHO), dass es an wirksamen Antibiotika gegen Tripper fehle. Das Bakterium gilt als besonders geschickt, weil es rasch Resistenzen gegen Antibiotika bilden kann. In Japan, Frankreich und Spanien habe es vereinzelt Krankheitsfälle gegeben, bei denen kein gängiges Medikament mehr angeschlagen habe.

Der Prävention der Krankheit kommt deshalb eine immer wichtigere Bedeutung zu. Wie kommt es zu einer Infektion, und wie kann man sich vor ihr schützen? Wichtige Fragen und Antworten im Überblick.

Wie kann man sich mit Gonorrhö anstecken?

Nach Angabe der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ist Gonorrhö ausgesprochen ansteckend. Die Erreger besiedeln Schleimhäute und kommen auch im Ausfluss aus Scheide, Penis oder Po vor. Sie werden daher meist durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen: Vaginal-, Anal- und Oralverkehr. Auch durch gegenseitige Befriedigung können die Bakterien übertragen werden, etwa in Form einer Schmierinfektion. Gelangen die Erreger in die Augen, können sie dort eine schwere Bindehautentzündung auslösen.

Welche Symptome ruft eine Infektion hervor?

Zwischen der Infektion und dem Auftreten der ersten Symptome liegen meist wenige Tage: Betroffene bekommen einen gelblichen Ausfluss aus Penis, Scheide oder Po und spüren ein Brennen beim Wasserlassen. Auch häufiger Harndrang kann ein Symptom einer Gonokokken-Infektion sein. Frauen können zusätzlich Blutungsstörungen entwickeln. Häufig verläuft die Infektion jedoch unbemerkt, die Erreger verursachen keine oder kaum Symptome. 

Welche Langzeitfolgen kann eine Infektion nach sich ziehen?

Die Infektion verbleibt meist im Körper, auch wenn die Symptome abklingen. Eine unbehandelte Gonorrhö kann unfruchtbar machen, Männer wie Frauen. Bei Frauen erhöht sie zudem das Risiko für Eileiterschwangerschaften. Während der Geburt können zudem Erreger auf das Neugeborene übertragen werden. Meist erkrankt das Kind dann an einer eitrigen Bindehautentzündung. 

Gonorrhö-Erreger versuchen, in eine Zelle einzudringen

Gonorrhö-Erreger versuchen, in eine Zelle einzudringen

Wie wird Tripper diagnostiziert und behandelt?

Die Infektion lässt sich leicht feststellen: Dafür macht der Arzt einen Abstrich aus Scheide, Penis, Po oder Rachen. Das Mittel der Wahl sind Antibiotika: Mit ihnen werden Infektionen der Scheide, der Harnröhre, des Darmes und des Auges behandelt. Einige Bakterienstämme haben jedoch Resistenzen gegenüber gängigen Antibiotika entwickelt. Vor Beginn der Therapie sollte deshalb untersucht werden, welcher Erregerstamm vorliegt.

Wie kann man sich vor einer Ansteckung schützen?

Einen hundertprozentigen Schutz gibt es nicht. Allerdings senkt das Benutzen von Kondomen das Risiko einer Infektion. Das gilt für Vaginal-, Anal- und auch Oralverkehr. Auch das gemeinsame Benutzen von Sexspielzeug kann zu einer Übertragung der Bakterien führen. Gründliche Hygiene und das Verwenden von Kondomen kann auch hier das Infektionsrisiko eindämmen.

Hoffnung auf eine weitere Möglichkeit der Prävention gibt eine aktuelle Studie eines Forscherteams aus den USA und Neuseeland: Sie haben herausgefunden, dass ein alter Impfstoff gegen Hirnhautentzündung ebenfalls vor dem Gonorrhö-Bakterium zu schützen scheint. Die Meningitis-Erreger weisen einige genetische Gemeinsamkeiten mit dem Tripper-Bakterium auf. Sollte sich die Schutzwirkung in weiteren Studien bestätigen, wäre das zumindest ein kleiner Hoffnungsschimmer im Kampf gegen die Krankheit. Auch nach über 100 Jahren Forschung ist es Wissenschaftlern bislang nicht gelungen, einen Impfstoff gegen Tripper zu entwickeln.

Quellen: Bundeszentrale für gesundheitliche AufklärungFrauenärzte im Netz


ikr

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