So wappnen Sie sich gegen Schnupfen

Im Herbst haben Erkältungen Saison: stern.de erklärt, was in Ihrem Körper passiert, wie Sie Ihr Immunsystem stärken und was Sie bei Husten, Schnupfen und Heiserkeit machen können.

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Symptome

Die Beschwerden kennt jeder: Es kratzt im Hals, das Niesen hört nicht auf. Die Nase läuft, Gerüche dringen nicht mehr durch, das Atmen fällt schwer. Manchmal kommen Frösteln, Kopf- und Gliederschmerzen sowie ein allgemeines Mattheitsgefühl dazu. Die Körpertemperatur ist bei Erwachsenen, wenn überhaupt, leicht erhöht. Kinder bekommen häufiger Fieber, im Normalfall ist das aber nicht besorgniserregend hoch.

Der Höhepunkt der Erkältung ist meist nach zwei bis drei Tagen erreicht. Spätestens nach sieben bis zehn Tagen sollte der Spuk vorbei sein. Dauern die Beschwerden länger an, sollten Sie zum Arzt gehen.

Die Reaktion des Immunsystems

Erkältungsviren befallen die Schleimhautzellen in der Nase, im Rachen und im Hals. In diesen Zellen vermehren sich die Erreger. Die Vermehrung ist jedoch nicht zu spüren, vielmehr die Reaktion des Immunsystems darauf. Denn die Körperabwehr schickt verschiedene Botenstoffe auf den Weg. Diese Substanzen locken Immunzellen an, die die Keime vernichten.

Die Immunbotenstoffe sorgen auch dafür, dass sich die Schleimhäute entzünden. Dies geschieht nach etwa zehn bis zwölf Stunden. Diese Entzündung signalisiert uns, dass etwas nicht stimmt: Die Schleimhäute röten sich und schwellen an. Ihre Drüsen sondern eine wässrige, später eine schleimige Flüssigkeit ab. Zwar versuchen die Flimmerhärchen der Nasenschleimhaut, das Sekret in Richtung der Speiseröhre zu befördern, damit es geschluckt wird. Bei einer starken Erkältung funktioniert das aber nicht mehr.

Die Keime können im Körper wandern

Wenn sich die Viren im Körper ausbreiten, können sie weitere Krankheiten verursachen:

  • Eine Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung): Sie entsteht, wenn die Erreger in die Hohlräume unter den Gesichtsknochen gelangen. Das verursacht Kopfschmerzen und ein Druckgefühl.
  • Eine Kehlkopfentzündung: Wandern die Keime bis zum Kehlkopf hinab, entzündet sich die Schleimhaut über den Stimmbändern. Husten und Heiserkeit sind die Folgen, manchmal versagt die Stimme sogar ganz. Außerdem schmerzt das Schlucken.
  • Eine Entzündung der Luftröhre oder der Bronchien: Mitunter gelangen die Viren bis in die Luftröhre und die Bronchien. Die typischen Symptome sind Husten, Brustschmerzen und eitriger Auswurf.

All diese Symptome können auch bei anderen Krankheiten auftreten, etwa bei einer Lungenentzündung. Allerdings sind sie dann schwerer ausgeprägt, dauern länger oder entwickeln sich anders. Ihr Arzt sollte herausfinden, welche Ursache hinter Ihren Beschwerden steckt.

Viren ebnen den Weg für Bakterien

Sind die Schleimhäute von den Viren geschädigt, haben Bakterien leichtes Spiel. Sie können das zerstörte Gewebe ein zweites Mal infizieren. Mediziner sprechen dann von einer Superinfektion. Am häufigsten nutzen Bakterien wie Pneumokokken, Hämophilus influenzae oder Staphylokokken diese Situation aus. Die typischen Zeichen einer solchen Superinfektion sind hohes Fieber, vermehrte Luftnot und manchmal ein zäher, eitriger Auswurf. Er ist meist gelblich-grün oder bräunlich.

Eine bakterielle Superinfektion kann sich in den Nasennebenhöhlen, Ohren oder Lungen entwickeln. Sie kann folgende Krankheiten nach sich ziehen:

  • Eine Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung): In diesem Fall dauert der Schnupfen länger als zehn Tage und Sie fühlen über der Nasenwurzel und dem Oberkiefer einen Druck- oder Klopfschmerz.
  • Eine Mittelohrentzündung: Das schmerzt. Im schlimmsten Fall vereitert das gesamte Mittelohr. Dann kann das Trommelfell brechen.
  • Eine Lungenentzündung: Bei dieser Infektion schmerzt der Husten mehr und das Atmen fällt sehr schwer. Es tritt oft hohes Fieber auf, und der Erkrankte ist sehr schwach. In diesem Fall sollten Sie einen Arzt aufsuchen.
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