Jeder Schnupfen trainiert das Immunsystem

Eine Schniefnase haben Kinder sehr viel häufiger als Erwachsene. Denn ihr Immunsystem muss noch lernen, mit dem Ansturm der Viren fertig zu werden.

Symptome

Ist das Kind krank, fällt das anfangs vielleicht gar nicht auf. Vielleicht ist es nur stiller als sonst oder zieht sich zurück. Vielleicht weint es auch oder hat keinen Appetit. Kein Wunder, denn zu Beginn einer Erkältung fühlt man sich nun mal matt und niedergeschlagen. Bald entwickeln sich dann die typischen Symptome: Fieber, Husten, Kopf- und Gliederschmerzen. Die Nasenschleimhaut schwillt an, die Nase läuft und produziert zunächst wässrig-klaren, dann schleimig-eitrigen Schleim. Deshalb fällt das Atmen schwer. Der Hals schmerzt und fühlt sich kratzig an. Die Augen sind gerötet, die Lymphknoten geschwollen.

Den Unterschied zwischen einer Erkältung und einer Grippe erkennen Sie daran, wie schnell und wie heftig sich die Symptome entwickeln. Eine Erkältung kommt meist langsam und heilt von selbst aus. Eine Grippe beginnt meist plötzlich und mit hohem Fieber über 39 Grad Celsius, das dann über mehrere Tage anhält. Weitere Symptome der echten Virus-Grippe sind: schwere Kopf- und Gliederschmerzen sowie ein trockener, starker Reizhusten.

Bei einer normalen Erkältung besiedeln die Viren die Nasen- und Rachenschleimhaut. Ist die Immunabwehr geschwächt, wandern sie unter Umständen weiter zu den Bronchien oder Nasennebenhöhlen. Dort sorgen sie ebenfalls für entzündetes Gewebe. Die Folge: eine Bronchitis oder eine Nasennebenhöhlenentzündung. In manchen Fällen besiedeln anschließend auch noch Bakterien die entzündeten Gebiete. Eine solche Mischinfektion kann weiteren Ärger verursachen.

Verschleppt sich die Erkältung, weil die Keime wandern, kann Ihr Kind unter weiteren Beschwerden leiden. Die häufigsten Komplikationen sind:

  • Eine Mittelohrentzündung: In diesem Fall hat Ihr Kind stechende, klopfende Schmerzen im Ohr. Kleinkinder empfinden sie allerdings oft zusätzlich auch im Bauch. Die Schmerzen entstehen, weil die Schleimhaut des Mittelohres entzündet ist.
  • Eine Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung): Hierbei ist die Schleimhaut der Nasennebenhöhlen betroffen. Klassische Beschwerden sind eine verstopfte Nase, ein eitriger Schnupfen sowie Kopfschmerzen.
  • Eine Bronchitis: Bei diesem Infekt leidet das Kind unter Schnupfen, trockenem Reizhusten und Fieber, bei Kleinkindern kommen oft Bauchschmerzen hinzu. Bei älteren Kindern lässt sich eine akute Bronchitis nicht von einer schweren Erkältung unterscheiden. Nur selten entwickelt sich daraus eine Lungenentzündung. Wenn auch die feinsten Äste des Bronchialbaums entzündet sind und zuschwellen, kann das lebensgefährlich werden. Fachleute nennen diese Erkrankung Bronchiolitis.
  • Eine Kehlkopfentzündung: Sie macht sich bemerkbar durch Heiserkeit, trockenen Reizhusten und Kratzen im Hals. Betroffen sind meist Schulkinder. Bei Kleinkindern ist eine Sonderform der Kehlkopfentzündung häufiger: der Pseudo-Krupp.

Zum Arzt, wenn es richtig weh tut

Husten und Schniefnase sind meist harmlos. Wenn Sie jedoch merken, dass Ihr Kind Ihnen schwer krank vorkommt oder besonders leidet, sollten Sie mit ihm zum Kinderarzt gehen - wenn also Fieber, Schmerzen oder Husten sehr stark sind oder wenn Sie einen auffälligen Hautauschlag oder gar kleine Einblutungen in die Haut entdecken. Scheint Ihnen das Kind apathisch und abwesend zu sein, ist das ebenfalls ein Grund, zum Kinderarzt zu gehen. In der Regel gilt: Auch alles, was länger als zehn Tage dauert, ist ein Fall für den Mediziner.

Bei folgenden Problemen sollten Sie umgehend eine Arztpraxis aufsuchen:

  • Das Kind trinkt nicht mehr ausreichend.
  • Es hat Atemprobleme.
  • Es hat hohes Fieber und starke Kopfschmerzen.
  • Es wirkt teilnahmslos.
  • Es bekommt einen steifen Nacken.
  • Es ist berührungsempfindlich.
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