Jeder Schnupfen trainiert das Immunsystem

Eine Schniefnase haben Kinder sehr viel häufiger als Erwachsene. Denn ihr Immunsystem muss noch lernen, mit dem Ansturm der Viren fertig zu werden.

Therapie

Ist Ihr Kind erkältet, können Sie nur die Beschwerden lindern. Die Ursache - die Viren - können Sie nicht bekämpfen. Generell sollten Sie darauf achten, dass Ihr Kind viel trinkt. Bei Fieber verbraucht der Körper viel Flüssigkeit. Geeignet sind Kräutertees und stille Mineralwässer. Packen Sie Ihr Kind nicht allzu warm ein, besonders dann, wenn es hohes Fieber hat. Bieten Sie Ihrem Kind Essen an, das es mag und das viele Vitamine enthält.

Lüften Sie das Kinderzimmer regelmäßig oder gehen Sie mit Ihrem Kind an die frische Luft. Verzichten Sie auf das Rauchen, denn das reizt die Schleimhäute. Versorgen Sie Ihr verschnupftes Kind regelmäßig mit frischen Taschentüchern und legen Sie gebrauchte Taschentücher nicht auf den Tisch, sondern entsorgen Sie sie.

Trinken, gurgeln, wickeln

Gegen Erkältungssymptome gibt es viele pflanzliche Mittel. Das Erfahrungswissen darüber wird von Generation und Generation weitergegeben.

  • Dampf-Inhalationen mit einer Wasser-Kochsalz-Lösung lassen die Nasenschleimhäute abschwellen und erleichtern das Atmen. Auch Thymian, Kamille oder Engelwurzelbalsam eignen sich gegen Schnupfen. Aber denken Sie daran, Ihr Kind nie mit dem heißen Wasser allein zu lassen! Sie können auch eine Nasenspülung mit Salz versuchen, allerdings erst bei Kindern ab vier Jahren.
  • Hat Ihr Kind Halsschmerzen, lassen Sie es mit Salzwasser, Salbei- oder Kamillentee gurgeln oder geben Sie ihm Lindenblütentee zu trinken. Auch Halswickel können wohltun, zum Beispiel ein warmer Kartoffel- oder Zwiebelwickel oder ein kalter Quarkwickel. Ein Luftbefeuchter oder feuchte Tücher im Kinderzimmer lindern das Kratzen im Hals.
  • Stillen Sie den Husten mit pflanzlichen Tees, die Thymian- oder Efeuextrakte, Holunderblüten, Salbei oder Eibisch enthalten. Warme Milch mit Honig bei Kindern ab zwei Jahren wirkt als Schleimlöser.
  • Bei Ohrenschmerzen wirken Zwiebelwickel entzündungshemmend und schmerzlindernd.

Medikamente nur in Absprache mit dem Kinderarzt

In der Apotheke gibt es jede Menge Arzneien gegen Erkältungen. Doch seien Sie vorsichtig: Manche Substanzen sind für Kinder nicht geeignet, zum Beispiel Acetyl-Salicyl-Säure (ASS). Andere lösen bei längerem Gebrauch zusätzliche Probleme aus, beispielsweise Nasentropfen, welche die Schleimhäute abschwellen lassen. Bevor Sie Ihrem Kind Medikamente geben, sollten Sie mit Ihrem Kinderarzt darüber sprechen.

  • Ibuprofen oder Paracetamol senken das Fieber und stillen die Schmerzen. Die Dosierung richtet sich nach dem Gewicht des Kindes.
  • Nasentropfen, die abschwellend wirken, erleichtern das Atmen durch die Nase. Die Tropfen sollten jedoch nicht länger als fünf Tage verwendet werden, da sie bei dauernder Anwendung die Nasenschleimhaut schädigen können. Für Kinder eignen sich Nasentropfen oder -sprays auf Meer- oder Kochsalzbasis.
  • Schleimlösende Hustenmittel wie Acetylcystein, Ambroxol oder Bromhexin schaden zwar nicht, aber dass sie wirken, ist auch nicht belegt.
  • Hustenblocker, sogenannte Antitussiva, sollten Sie Ihrem Kind nur in Ausnahmefällen bei quälendem trockenen Husten und nach Absprache mit dem Kinderarzt geben, da diese meistens Substanzen enthalten, die dem Morphin chemisch verwandt sind. Außerdem ist es in der Regel nicht sinnvoll, den Husten zu blockieren, denn er ist ein natürlicher Mechanismus des Körpers, Schleim aus den Bronchien zu entfernen.

Antibiotika sind bei Bronchitis oft sinnlos

Nur wenn Ihr Kind eine schwere Mittelohrentzündung hat oder wenn es sehr klein ist, können Antibiotika sinnvoll sein. Trinkt Ihr Kind hingegen ausreichend und sind die Ohrenschmerzen nur mäßig ausgeprägt, können Sie zwei bis drei Tage abwarten. Sie können ihm solange leichte Schmerzmittel wie Ibuprofen geben. Wärme, zum Beispiel durch Rotlicht oder eine Wärmflasche, oder pflanzliche Mittel wie ein Zwiebel- oder Kamillesäckchen helfen auch. Ob wirklich ein Antibiotikum notwendig ist, sollten Sie gemeinsam mit dem Arzt entscheiden. Ohrentropfen sollten Sie erst einträufeln, wenn der Arzt das Trommelfell untersucht hat.

Haben Sie den Verdacht, dass Ihr Kind an einer Bronchitis leidet, können Sie versuchen, den Husten mithilfe von pflanzlichen Hustentees, mit Thymian-Brustwickeln oder - bei Kindern ab zwei Jahren - mit der altbewährten Honigmilch zu lindern. Antibiotika sind sinnlos, weil die Beschwerden meist durch Viren bedingt sind. Antibiotika töten aber nur Bakterien ab.

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