So wappnen Sie sich gegen Schnupfen

Im Herbst haben Erkältungen Saison: stern.de erklärt, was in Ihrem Körper passiert, wie Sie Ihr Immunsystem stärken und was Sie bei Husten, Schnupfen und Heiserkeit machen können.

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Erwachsene sind im Schnitt zwei- bis viermal im Jahr erkältet©

Im alltäglichen Sprachgebrauch ist es einfach: Wenn die Nase läuft, der Hals kratzt und wir husten müssen, sprechen wir von einer Erkältung. Kommt Fieber hinzu, nennen wir das Grippe. Im Medizinerdeutsch dagegen bedeutet Erkältung "unkomplizierte Infektion der oberen Atemwege", und was wir vorschnell als Grippe bezeichnen, nennen Ärzte einen "grippalen Infekt".

Erwachsene haben durchschnittlich zwei- bis viermal pro Jahr eine Erkältung, Kinder im Vorschulalter sogar vier- bis achtmal. Die Infekte der oberen Atemwege zählen zu den Krankheiten, die am häufigsten vorkommen. Im Laufe seines Lebens erkältet sich jeder Mensch etwa 200 bis 300 mal.

Ausgelöst werden diese Krankheiten durch Viren. Mehr als 200 verschiedene Typen kommen in Betracht. Dazu zählen vornehmlich Rhinoviren, aber auch Corona-, Adeno- und Respiratory-Syntical-Viren. Husten, Schnupfen und Heiserkeit heilen meist von selbst aus. Anders die echte Grippe, die Influenza. Sie kann mit lebensgefährlichen Komplikationen einhergehen und sogar tödlich verlaufen. Jährlich sterben hierzulande mehrere Tausend meist alte und kranke Menschen daran.

Erkältung und echte Grippe werden oft verwechselt, vor allem, wenn die Grippe milde verläuft. Bei der harmlosen Erkältung treten Husten, Schnupfen und Halskratzen meist nacheinander auf und verlaufen eher unspektakulär. Die Influenza hingegen bricht meist plötzlich aus und ist verbunden mit hohem Fieber, Husten und Gliederschmerzen.

Per Tröpfcheninfektion verbreitet

Erkältungserreger lauern überall: im Bus, im Büro, im Supermarkt, im Kindergarten. Sie schwirren in der Luft herum, umgeben von kleinsten Tröpfchen menschlichen Sekrets, daher der medizinische Begriff "Tröpfcheninfektion". Beim Husten schleudert ein Infizierter die Viruspartikel mit einer Geschwindigkeit von 900 Kilometer pro Stunde in seine nähere Umgebung.

Die Viren haften lange an den angehusteten Gegenständen. Oder sie gelangen beim Niesen auf die Hände und anschließend auf Türklinken oder in Handtücher. Dort überleben sie einige Stunden. Oder sie werden direkt beim Händeschütteln weitergereicht.

Ist das Immunsystem stark genug, wehrt es die Viren ab. Ist die Immunabwehr aber geschwächt und die Anzahl der Keime sehr groß, können die Erreger leicht über die Schleimhaut der Nase oder des Rachens ins Körperinnere vordringen. Wie gut oder schlecht das Abwehrsystem die Keime bekämpfen kann, hängt von verschiedenen Faktoren ab: von der körperlichen Verfassung und der psychischen Konstitution. Beides wird durch die Lebensweise, die Ernährung und durch Stress beeinflusst.

Komplizen der Viren: Kälte und Heizungsluft

Vor allem in der kälteren Jahreszeit plagen sich viele Menschen mit grippalen Infekten. Doch Kälte und Nässe sind nur Mittäter: Sie schwächen die Abwehr, weil sie die Durchblutung der Nasenschleimhaut vermindern. Leichtes Spiel haben die Keime auch in überheizten geschlossenen Räumen: Die warme Luft trocknet die Schleimhäute aus. Dadurch können sie Erregerschlechter abwehren.

Kälte draußen und trockene Wärme drinnen macht uns neben Stress und anderen psychischen Belastungen anfällig für Erkältungen. Viren können ins Innere des Körpers eindringen und sich dort vermehren. Sind sie dort erst angelangt, hilft nur eines: Gönnen Sie dem Körper Ruhe, auf dem Sofa oder im Bett. Trinken Sie viel heißen Tee und schlafen Sie viel. Das hilft dem Immunsystem, die Eindringlinge erfolgreich abzuwehren.

Der schnelle Griff zu Antibiotika ist in der Regel sinnlos: Denn Erkältungskrankheiten werden fast immer durch Viren ausgelöst. Antibiotika helfen jedoch nur gegen Bakterien.

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