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Stern Logo Ratgeber Erkältung & Grippe

Grippe-Erreger breitet sich in Schulen aus

Der Frühling kommt, doch die Grippe bleibt: In der vergangenen Woche wurden dem RKI über 6000 neue Fälle bestätigt. Besonders häufig erkranken derzeit Schulkinder.

  Hohes Ansteckungsrisiko: In Klassenzimmern hat das Grippevirus leichtes Spiel.

Hohes Ansteckungsrisiko: In Klassenzimmern hat das Grippevirus leichtes Spiel.

Von der Grippewelle sind derzeit vor allem Schulkinder betroffen. Trotz des beginnenden Frühlings sei noch kein Ende der Infektionswelle abzusehen, sagte Silke Buda, Grippe-Expertin des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin. "Wir befinden uns noch mittendrin."

Zunächst hatten Grippeviren in diesem Winter vor allem Menschen zwischen 15 und 59 Jahren zu schaffen machten. Ursache der Verschiebung ist demnach eine Veränderung bei den zirkulierenden Virenstämmen: War seit Beginn der Grippewelle einige Wochen lang das Virus A(H1N1)pdm09 ("Schweinegrippe") dominant, so verzeichnet Influenza Typ B inzwischen einen immer größeren Anteil. Diese Verschiebung im Verlauf einer Welle sei aber nicht ungewöhnlich, erklärte Buda.

Grippewelle steuert auf ihren Höhepunkt zu

Knapp 6400 laborbestätigte Fälle wurden dem aktuellen RKI-Wochenbericht zufolge in der vergangenen Meldewoche bekannt, so viele wie noch nie in diesem Jahr. Seit dem Saisonbeginn im Herbst wurden rund 26.200 bestätigte Fälle gemeldet, 72 Menschen starben. Nicht eingerechnet ist die unbekannte Zahl der nicht im Labor bestätigten Fälle.

Bisher sehe es so aus, dass die Welle nach einer heftigen Saison 2014/2015 und einem milden Verlauf im Jahr zuvor nun "zwischen den Extremen" ausfalle, sagte Buda. Größere Regionen liegen nach ihren Angaben derzeit nicht mit Grippe flach – anders als im Vorjahr, als vor allem der Süden hohe Krankenstände meldete. "Es ist in diesem Jahr eher ein Ost-West-Band, das Deutschland durchzieht", so Buda. Erhöhte Fallzahlen von Atemwegsinfektionen gebe es in vergleichsweise kleinen regionalen Bereichen, die sich von Woche zu Woche minimal verschöben.

Grippe-Impfstoff ist "nicht passgenau"

Allerdings bewahrheitet sich damit die Befürchtung mancher Mediziner, die bereits im Herbst zur Verwendung des Vierfach-Impfstoffs rieten: Der in Deutschland zumeist verwendete Dreifach-Impfstoff sei bezüglich des aktuell in Deutschland vorkommenden B-Stammes nicht passgenau, sagte Buda. Er enthält die Influenza-B-Komponente, die in dieser Saison nicht mehr häufig vorkommt, während der Vierfach-Impfstoff beide möglichen B-Linien enthält.

Kein Impfstoff bietet 100-prozentigen Schutz – empfohlen wird die Impfung etwa medizinischem Personal, älteren Menschen, chronisch Kranken und Schwangeren. Wie gut die Impfung in dieser Saison wirke, lasse sich erst im Nachhinein durch Studien ermitteln, so Buda.  Die Empfehlung zur Zusammensetzung der Vakzine kommt jedes Jahr von der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Für die nächste Grippesaison 2016/17 wurde nach RKI-Angaben ein Wechsel der B-Linie im Dreifachimpfstoff empfohlen.


ikr/DPA

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