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Was ist eine akute Leukämie?

Guido Westerwelle starb an den Folgen einer Leukämieerkrankung: Worum handelt es sich dabei genau? Und welche Möglichkeiten der Behandlung gibt es?

  Trauer um Guido Westerwelle: Er starb im Alter von 54 Jahren an Blutkrebs, auch Leukämie genannt

Trauer um Guido Westerwelle: Er starb im Alter von 54 Jahren an Blutkrebs, auch Leukämie genannt

Fast zwei Jahre, nachdem eine akute Leukämie bei ihm entdeckt worden war, hat Guido Westerwelle den Kampf gegen den Krebs verloren. Der frühere FDP-Vorsitzende und Außenminister starb am Freitag mit 54 Jahren an den Folgen seiner Erkrankung.

Leukämien gehen von Zellen im Knochenmark aus, wo das Blut gebildet wird. Deshalb werden sie auch "Blutkrebs" genannt. Bei entsprechender Behandlung bestehen inzwischen durchaus Chancen auf vollständige Heilung, unbehandelt führt die Erkrankung in der Regel in wenigen Wochen zum Tod.

Nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft erkranken in Deutschland pro Jahr etwas mehr als 11.400 Menschen an Leukämien. Westerwelle litt an einer besonders aggressiven Form, der akuten myeloischen Leukämie (AML), die besonders oft Erwachsene im mittleren Lebensalter trifft.

Patienten mit akuter Leukämie müssen sofort mit einer intensiven Chemotherapie behandelt werden. Sie erhalten Kombinationen verschiedener Medikamente, sogenannte Zytostatika. Ziel ist es, den größten Teil der Leukämiezellen zu zerstören. Im einem zweiten Schritt sollen dann auch Krebszellen erreicht werden, die die erste Behandlung überlebt haben. Zusätzlich ist für viele Patienten aber eine sogenannte Stammzellentransplantation nötig, um eine Aussicht auf Heilung zu haben. Auch Westerwelle erhielt Stammzellen eines Spenders.



Mit Fernsehauftritten lenkte Guido Westerwelle die Aufmerksamkeit auf das Thema Leukämie

Die Stammzelltransplantation ist mit Risiken und großen Nebenwirkungen verbunden. Zudem müssen für eine Stammzellspende die Gewebemerkmale des Spenders mit denen des Patienten zu hundert Prozent übereinstimmen. Jeder fünfte Blutkrebspatient in Deutschland findet nach Angaben der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) keinen passenden Spender. Als Westerwelle Ende vergangenen Jahres in Talkshows über seine Leukämieerkrankung und die Stammzelltransplantation sprach, lenkte dies viel Aufmerksamkeit auf das Thema. Laut DKMS bestellten anschließend binnen einer Woche rund 25.000 potenzielle Spender ein Registrierungsset.

Generell haben sich die Überlebensaussichten bei einer Leukämie in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Über fünf Jahre betrachtet erholen sich heute rund 50 Prozent der Patienten unter dem 60. Lebensjahr und rund 20 Prozent der Patienten über dem 60. Lebensjahr vollständig. Bei den meisten Patienten mit einer Leukämie lässt sich im Nachhinein nicht feststellen, was ihre Erkrankung ausgelöst hat. Daher gibt es auch keine Möglichkeit der Vorbeugung.

Andrea Hentchel/AFP

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