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Kahlschlag auf dem Kopf

Geheimratsecken, Glatze, schütteres Haar: Damit müssen Sie sich abfinden. Denn das steckt in den Genen. Behandeln lassen können Sie hingegen büschelweise ausfallendes Haar oder kahle Stellen.

Haarausfall, ausfallende Haare, kahle Stellen, Glatze, Geheimratsecken

Der Vater vererbt es dem Sohn: lichtes Haupthaar.©

Ob Sie es merken oder nicht: Sie verlieren Haare, jederzeit und an allen Stellen des Kopfes. Das ist normal und zunächst kein Grund zur Sorge. Nach sechs Jahren verabschiedet sich jedes Haar. Und ein neues wächst nach. So verlieren wir etwa hundert Haare am Tag. Vorübergehend können es auch mal mehr sein. Im Frühjahr oder Herbst fallen normalerweise mehr Haare aus. Auch hormonelle Schwankungen können den Kopf vorrübergehend lichten.

Säumen die Haare jedoch zuhauf Kragen und Kopfkissen oder hängen sie büschelweise in der Bürste, dann ist das ein schlechtes Zeichen. Gründe für den Schwund gibt es viele: Bei manchen Menschen reagieren die Haarwurzeln besonders sensibel auf Hormone. Oder sie leiden unter Eisenmangel. Auch diverse Medikamente können auf die Haare gehen. Von krankhaftem Haarausfall sprechen Fachleute erst, wenn Sie über einen längeren Zeitraum mehr als hundert Haare täglich verlieren.

Haare sind Sache der Hautärzte

Fachleute unterscheiden vier verschiedene Arten von krankhaften Haarausfall. Sie können Männer und Frauen gleichermaßen treffen: Anlagebedingter Haarausfall zeigt sich meistens in Form von Geheimratsecken, lichtem Haar am Hinterkopf oder Haarausfall am Scheitel. Kreisrunder Haarausfall beginnt mit münzengroßen kahlen Flecken. Bei diffusem Haarausfall gehen überall zu viele Haare aus. Narbiger Haarausfall hinterlässt kahle, vernarbte Stellen.

Je früher Sie zum Arzt gehen, um so größer ist die Chance einer erfolgreichen Behandlung. Haare sind sogenannte Hautanhangs-Gebilde – daher sind Hautärzte für Haarprobleme zuständig. Gehen Sie am besten zu einem Haarspezialisten in der Uniklinik oder in einer Spezialpraxis. Mithilfe verschiedener Tests kann er ziemlich schnell feststellen, welche Art von Haarausfall Sie haben.

Haargenau bestimmt der Arzt die Krankheit

Der Zupftest gibt der Arzt einen ersten Hinweis, wie ausgeprägt Ihr Haarverlust ist. Für den Test greift er sich jeweils zwischen Daumen und Zeigefinger ein Büschel Haare, zieht sanft daran und zupft die Haare aus. Gelingt das schmerzlos an verschiedenen Stellen, dann ist das ein Zeichen für Haarausfall.

Um genauer festzustellen, wie Ihr Haar beschaffen ist und wie es um den Haarausfall bestellt ist, macht der Arzt ein sogenanntes Trichogramm. Auch dafür zupft er Haare aus: Das erste Büschel zieht er da raus, wo sich das Haar bereits lichtet. Die zweite Probe - als Kontrolle - nimmt er von einer gesunden Stelle. Unter dem Lichtmikroskop zählt er die Haare und berechnet, wie viele Haare in der Wachstums- beziehungsweise in der Ruhephase sind. Normalerweise wachsen etwa 85 bis 90 Prozent der Haare.

Auch mit dem sogenannten Trichoscan prüft der Arzt, wie viele Haare in der Wachstumsphase sind und wie schnell sie wachsen. Dafür rasiert er Ihnen einen kleinen Bereich auf der Kopfhaut. Drei Tage später färbt er die rasierten Haare an und speichert davon ein Videobild bei zwanzigfacher Vergrößerung. Eine Software hilft dem Arzt, die Gesamt-Haaranzahl und das Verhältnis der Haare zueinander zu berechnen, die sich in der wachsenden und in der ruhenden Phase befinden.

Bei manchen Formen von Haarausfall wird der Arzt zu einer Biopsie raten. Dafür entnimmt er Ihnen - nach einer örtlichen Betäubung - ein kleines, etwa vier Millimeter großes Stück Gewebe von der Kopfhaut. Dieses Gewebe untersucht er unter dem Mikroskop und kann dann bestimmen, welche Krankheit Sie haben.

Stiftung Warentest hat für stern.de freiverkäufliche Mittel gegen Haarausfall getestet. Das Ergebnis lesen Sie hier.

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