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Das Hantavirus grassiert in Deutschland - warum Fallzahlen rasant steigen

Hantaviren sind gefährlich für den Menschen und sorgen dieses Jahr für besonders viele Krankheitsfälle. Schuld daran sind kleine Nagetiere - und deren Leibspeise.

Der Kopf dröhnt, der Bauch schmerzt, das Fieber steigt: Wer nach Gartenarbeiten oder dem Entrümpeln des Dachbodens diese Symptome entwickelt, hat sich unter Umständen mit dem Hantavirus angesteckt. Die durch Rötelmäuse übertragene Krankheit tritt in diesem Jahr besonders häufig auf - vor allem in Baden-Württemberg. Dort wurden seit Jahresbeginn bereits mehr als 460 Hantavirus-Fälle registriert. Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es lediglich 22 Fälle.

Was hat es mit dem starken Anstieg der auf sich? Und wie kann  man sich vor dem Erreger schützen? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Hantavirus - wie steckt man sich damit an?

Die Viren werden über infizierte Nagetiere wie die Rötelmaus übertragen. Sie scheiden das Virus über Kot, Speichel und Urin aus. Menschen infizieren sich mit den Viren, indem sie kontaminierten Staub einatmen. Ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht bei Arbeiten auf Dachböden, in Kellern oder im Garten: etwa wenn das Holz umgeschichtet wird oder beim Entrümpeln von Garagen und Schuppen. Erste Symptome zeigen sich meist zwei bis vier Wochen nach Kontakt mit dem Erreger. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist unwahrscheinlich.

Welche Symptome deuten auf das Hantavirus hin?

Typische Symptome sind plötzlich einsetzendes Fieber und grippeähnliche Beschwerden wie Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen. Erkrankte können husten oder unter Sehstörungen leiden. Meist kommen nach einigen Tagen Bauchschmerzen hinzu, begleitet von Durchfall und Erbrechen. Die Nierenfunktion kann eingeschränkt sein. In der Regel heilt die in Deutschland beobachtete Krankheitsform folgenlos ab. Todesfälle sind nach Angabe der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) "sehr selten". 

Warum sind die Fallzahlen dieses Jahr so hoch?

Die Ursache für die hohen Fallzahlen ist das starke Vorkommen von Bucheckern im vergangenen Jahr. Bucheckern sind die Hauptnahrungsquelle der Rötelmaus. Deren Bestand ist durch die gute Futtersituation stark gestiegen. Damit breitet sich auch das Virus besser aus.

Wie kann man sich vor dem Hantavirus schützen?

Um Kontakt mit Hantaviren zu vermeiden, sollte Staub vor Reinigungsarbeiten befeuchtet werden. Außerdem empfehlen Experten, die Flächen mit einem handelsüblichen Desinfektionsmittel einzusprühen. Wohngebäude sollten gegen das Eindringen der Nager gesichert werden.

Ist es unüblich, dass die Fallzahlen so stark ansteigen?

Nein, immer wieder werden sogenannte "Epidemiejahre" beobachtet.  In ganz Deutschland wurden bis Ende Mai nach Angaben des Robert-Koch-Intituts (RKI) mehr als 670 Hantavirus-Fälle gezählt. Im gesamten Vorjahr waren es nur 282. Das letzte "Hantajahr" mit deutlich erhöhten Infektionszahlen war 2012 mit insgesamt 1778 gemeldeten Fällen.  zählt innerhalb  Deutschlands zu den Hauptverbreitungsgebieten des Hantavirus.


ikr, mit Agenturen/AFP/DPA

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