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Reizende Pflanzen

Immer mehr Menschen cremen lieber chemiefrei, um ihrer Haut Gutes zu tun. Sie denken, mit Naturkosmetik könne man nichts falsch machen. Doch pflanzliche Inhaltsstoffe sind kein Garant für Qualität.

  Vorsicht beim Creme: Auch Naturkosmetik kann Allergien auslösen

Vorsicht beim Creme: Auch Naturkosmetik kann Allergien auslösen

Viele lassen lieber Natur an Ihre Haut als Chemie. Sie halten Cremes, Körperöle und Duschgels mit natürlichen Inhaltsstoffen für die gesündere Alternative zu konventionellen Produkten. Aber nicht alles aus Mutter Naturs Beautyschränkchen ist sanft und harmlos. Pflanzen können Allergien auslösen - auch dann, wenn sie in Lotionen oder Badezusätzen stecken.

Wenn Sie plötzlich von Pusteln oder Ausschlägen geplagt werden, könnte das also durchaus an der neuen Pflegeserie mit Ringelblumenextrakt liegen. Es empfiehlt sich auf jeden Fall, einen Experten zu fragen. Hautärzte haben nämlich beobachtet, dass immer mehr Menschen Kontaktekzeme entwickeln, die durch pflanzliche Stoffe in Kosmetikprodukten ausgelöst werden.

Diese Form der allergische Reaktion entsteht durch direkten Kontakt. Die Haut wird rot und juckt, es bilden sich Bläschen und kleine Knoten. Sie merken leider nicht sofort, dass etwas nicht stimmt. Denn eine Kontaktallergie entsteht tückischerweise mit Verspätung. Die Symptome zeigen sich erst ein bis drei Tage, nachdem Sie mit dem allergieauslösenden Stoff in Berührung gekommen sind. Das macht es auch so schwer, die schuldige Substanz zu identifizieren.

Hinzu kommt: Eine übertriebene Abwehrreaktion des Körpers gegen bestimmte Pflanzen, Duftstoffe oder Konservierungsmittel kann ganz spontan entstehen. Es ist daher durchaus möglich, dass Stoffe, die Sie bislang gut vertragen haben, plötzlich heftigen Juckreiz, und Ausschlag verursachen. Eine Kontaktallergie ist leider nicht heilbar. Es bleibt Ihnen also nichts anderes übrig, als die auslösende Substanz künftig zu meiden. Gegen akute Beschwerden kann die Hautärztin aber eine passende Salbe verschreiben, die meist schnell wirkt.

Aufs Kleingedruckte achten!

Damit es erst gar nicht so weit kommt, beugen Sie vor: Studieren Sie bei der Auswahl Ihrer Pflegeprodukte aufmerksam den Packungsaufdruck und forschen Sie dabei besonders nach Risikokandidaten. Zu den Pflanzen und natürlichen Inhaltstoffen in Naturkosmetik, die oft Kontaktallergien auslösen, gehört zum Beispiel Arnika. Die findet sich unter der Bezeichnung Arnika montana oft in Hand- und Fußcremes, Badezusätzen und Antischuppenmitteln. Genauso gefährlich ist die beliebte Ringelblume, ebenfalls in Handcremes und Badezusätzen und - ganz wichtig! - auch in Babypflegeprodukten vorhanden. Ihre offizielle Bezeichnung: Calendula officinalis.

Selbst die so harmlos wirkende Kamille kann die Haut reizen. Sie steckt unter anderem in Seifen, Cremes, Gesichtswasser und Shampoo. Weniger bekannt, aber ähnlich riskant ist Perubalsam oder Myroxylon pereirae, der oft für Seifen, Rasierwasser, Shampoo, Zahnpasta und Lippenstifte verwendet wird. Weitere mögliche Allergieauslöser sind Bienenharz und Lanolin, beides verbirgt sich oft in Cremes, Lotionen, Lippenstiften, Zahnpasta und Mundwasser.

Auch wenn Sie nicht allergisch auf bestimmte pflanzliche Zusatzstoffe reagieren, genießen Sie Naturkosmetik immer mit Vorsicht. Die Hersteller versuchen möglichst weitgehend auf synthetische Konservierungsstoffe zu verzichten. Das macht die Creme oder das Shampoo aber auch anfälliger für Keime - und die können Ihre Haut reizen.

Daher ist bei Naturkosmetik noch wichtiger als bei herkömmlichen Produkten: Nur mit sauberen Fingern in den Topf greifen oder besser gleich einen Spachtel benutzen. Tuben oder Cremespender bieten Keimen weniger Angriffsfläche, weil sie kleinere Öffnungen haben. Generell gilt: Kosmetik ohne Konservierung verdirbt schneller. Wenn sich der Geruch oder das Aussehen Ihrer Creme verändert hat, benutzen Sie sie lieber nicht mehr. Sie können das nächste Mal ja eine kleinere Portion kaufen.

Martina Janning

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