Inspektion der Haut

Schwarzer Hautkrebs sieht ähnlich aus wie ein harmloser Pigmentfleck. Ob es sich tatsächlich um ein bösartiges Melanom handelt oder nur um ein Muttermal, können Dermatologen frühzeitig erkennen.

Krebs-Früherkennung, Haut

Einmal im Jahr sollten Sie Ihre Haut von einem Arzt untersuchen lassen©

Schwarzer Hautkrebs ist heilbar, wenn er früh genug entdeckt wird. Daher empfehlen Fachleute, die Haut einmal im Jahr inspizieren zu lassen. Der Hautarzt wird Sie bitten, sich frei zu machen, dann sieht er sich die Muttermale am ganzen Körper genau an – mit dem bloßen Auge und auch mit dem Dermatoskop, einem kleinen, beleuchteten Handmikroskop.

Auf unregelmäßige, unscharfe, ungleichmäßig gefärbte und besonders große Flecken achtet er besonders. Ist ihm eine Stelle aufgefallen, benetzt er sie vielleicht mit Öl oder Alkohol, bevor er die Lupe aufsetzt. So kann er das Muttermal noch besser erkennen.

Besonders verdächtig sind Muttermale, die sich im Lauf der Zeit verändern, also zum Beispiel größer werden. Verändern die Pigmentflecken sich aber sehr langsam, fällt das weder Ihnen noch dem Arzt auf. Deshalb gehen immer mehr Dermatologen dazu über, die Male mit einer Digitalkamera zu fotografieren und im Computer zu speichern. Bei der nächsten Untersuchung knipsen sie wieder ein Bild. So lässt sich die Entwicklung eines Males besser kontrollieren.

Die Kosten für die Standarduntersuchung zahlen die gesetzlichen Krankenversicherungen. Hat Ihr Arzt den Verdacht, eines der Male könnte bösartig wuchern, übernehmen die Krankenkassen auch die Kosten des Labors, das die Hautprobe untersucht. Das Fotografieren von Muttermalen müssen Kassenpatienten hingegen selbst bezahlen.

Expertenmeinung Expertenmeinung Thomas Diepgen, ärztlicher Direktor der Abteilung klinische Sozialmedizin, Berufs- und Umweltdermatologie des Universitätsklinikums Heidelberg:

Die Dermatoskopie, vor allem mit Dokumentation per Digitalfoto, hat die Früherkennung von Melanomen deutlich verbessert. Wie zuverlässig die Diagnose ist, hängt stark von der Erfahrung des Arztes ab.

Sinnvoll ist die Untersuchung vor allem für Patienten mit mehr als 100 Muttermalen oder mit besonders großen, angeborenen Exemplaren. Dies gilt auch bei Hautmalen, die sich verändern oder durch Form oder Pigmentierung auffallen, sowie bei Hautkrebs in der Familie. Wichtig ist, dass der Arzt auch Mundschleimhaut, Nägel und Genitalregion ansieht.

Zum Thema
Schlagwörter powered by wefind WeFind
Krankenkassen Muttermal