Echo in den Adern

Krampfadern in den Beinen können wehtun. Schlimmer ist: Sie können auch gefährlich werden. Eine Sonografie lässt den Arzt hören und sehen, wie gut es um Ihre Adern steht.

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Der Ultraschall-Kopf sendet Töne aus und empfängt das Echo©

Ultraschallgeräte arbeiten mit Tönen, ähnlich wie Fledermäuse. Die Tiere stoßen Laute im Ultraschallbereich aus - sie sind so hoch, dass Menschen sie nicht wahrnehmen können. Um sich zu orientieren, warten die Tiere, bis das Echo eintrifft - dann wissen sie, ob vor ihnen ein Baum steht oder eine Wiese liegt.

Bei einer Ultraschalluntersuchung passiert Ähnliches: Der Schallkopf sendet unhörbare Signale aus, das Gewebe wirft Echos zurück. Aus der Echostruktur kann die Ärztin ablesen, wie es in Ihrem Inneren aussieht. Eine solche Sonografie kann auch zeigen, wie es um Ihre Adern bestellt ist: Sind sie verstopft? Oder schon unnatürlich geweitet?

Um Sie zu untersuchen, verteilt die Ärztin ein Gleitgel auf Ihrer Haut: So kann der Schallkopf besser über ihre Haut wandern. Zudem verhindert das Gel, dass sich Luftblasen zwischen Schallkopf und Ihrer Haut bilden - Luft ist bei einer Sonografie ein Störfaktor.

Der Ultraschallkopf sendet Schallwellen aus und fängt gleichzeitig das Echo wieder auf. Es gibt verschiedene Ultraschallverfahren: Ein sogenannter Dopplerultraschall macht das Strömungsgeräusch in den Adern hörbar und kann eine Strömungskurve anzeigen. Eine Duplexsonografie erzeugt zusätzlich ein Ultraschallbild in schwarz-weiß. Bei einer farbkodierten Duplexsonografie kann der Arzt außerdem das Blut je nach Strömungsrichtung in verschiedenen Farben ansehen. Die Farbe entspricht aber nicht der natürlichen im Körper - sie wird von einem Computer hinzugemixt, der bestimmte Signalmuster in bestimmte Farben umwandelt.

Ein klarer Signalton des Gerätes beim Dopplerultraschall zeigt an: Das Blut strömt ungehindert durch die Ader. Ein stotterndes Signal weist auf einen Blutstau hin - oder auf eine unregelmäßige Strömung mit Wirbeln. Die Ursache dafür kann eine Thrombose, ein Blutgerinnsel, sein. Möglicherweise sind auch die Venenklappen zu schwach, dann fließt das Blut nicht reibungslos zum Herzen zurück.

Expertenmeinung Thomas Diepgen, ärztlicher Direktor der Abteilung klinische Sozialmedizin, Berufs- und Umweltdermatologie des Universitätsklinikums Heidelberg:

Der Ultraschall ist eine risikolose und schmerzfreie Routinemethode, um eine Schwäche der Venenklappen zu diagnostizieren. Für den Nachweis einer Venenthrombose ist sie aber allein nicht ausreichend, da die Thrombose auch tief im Bein liegen kann. Genauere Ergebnisse kann ein Radiologe liefern, der bei seiner Untersuchung auch Kontrastmittel in die Adern spritzt.

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