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Pickel - Pubertätsproblem Nr. 1

Fast jeder kennt sie - aber niemand kann sie leiden: Pickel. Sie kommen meist mit der Pubertät und wenn sie verschwinden, hinterlassen sie oft Narben im Gesicht. Doch Akne lässt sich gut behandeln.

  Aknenarben müssen nicht sein: Heute lassen sich Pickel gut behandeln.

Aknenarben müssen nicht sein: Heute lassen sich Pickel gut behandeln.

Um mit einem Vorurteil gleich am Anfang aufzuräumen: Wer Akne hat, wäscht sich nicht zu wenig. Akne ist eine Krankheit. Man könnte von einer Volkskrankheit sprechen, denn fast jeder Jugendliche hat in der ein oder anderen Form mit ihr zu kämpfen. Doch warum entstehen plötzlich diese schmerzhaften Pickel und roten Pusteln?

Unsere Haarwurzeln stecken in kleinen Säckchen unter der Haut, den sogenannten Haarfollikeln. Drumherum sitzen Drüsen, die Talg produzieren, um Haare und Haut geschmeidig zu halten. In der Kindheit sind diese Drüsen noch winzig klein. Mit der Pubertät verändert sich unser Hormonhaushalt: Bei Mädchen und Jungen beginnt die Produktion männlicher Sexualhormone, der Androgene. Die Knochen wachsen, die Muskeln werden größer. Und in der Haut stimulieren Androgene unter anderem die Talgproduktion. Das Gesicht sieht dann oft leicht glänzend aus und die Haare fetten schneller, weil die Talgdrüsen es etwas übertreiben.

Ein Mitesser wird geboren

Gleichzeitig vermehren sich die Hornzellen. Sie bilden die oberste Hautschicht und kleiden die Ausgänge der Talgdrüsen aus. Gibt es zu viele von ihnen, kleben die Zellen mit dem Talg zusammen und verstopfen diese Ausgänge. Der Talg kann nicht mehr abfließen. Das ist dann die Geburtsstunde eines Mitessers. Ist der Ausgang offen, erkennt man den Mitesser schnell als schwarzen Fleck. Dunkel ist er aber nicht, weil es sich dabei um Schmutz handelt, sondern weil sich an der Spitze Melanin angesammelt hat. Das ist das Pigment, das auch unsere Haut und Haare einfärbt.

Bleibt ein Ausgang verschlossen, wächst der Mitesser unter der Haut weiter. Für das eigentlich harmlose Akne-Bakterium Propionibacterium acnes, das in den Talgdrüsen der Haut lebt, sind das paradiesische Bedingungen: Es ernährt sich von dem Talg, vermehrt sich nun munter und stellt Stoffe her, die zu einer Entzündung führen. So entstehen die ersten roten, schmerzhaften Knötchen und Pusteln.

Meist sind es noch kleinere Pickel. Wenn Sie aber versuchen, sie auszudrücken oder die Pickel von sich aus aufplatzen, ergießen sie ihren gesamten Inhalt in das umliegende Bindegewebe. Dann reagiert der Körper mit einer tieferen, heftigeren Entzündung und somit auch größeren Pickeln.

Doch nicht nur in der Pubertät tritt Akne auf. Bei Frauen kommt es beispielsweise häufig vor der Menstruation oder manchmal während der Schwangerschaft zu einer Verschlechterung der Haut. Denn auch dann verändert sich der Hormonspiegel. 40 Prozent aller Frauen und 22 Prozent der Männer haben noch in einem Alter über 25 Jahren mit Pickeln zu kämpfen.

Ein unabänderliches Schicksal ist Akne jedoch nicht. Es gibt wirksame Medikamente, die eine Ausbreitung der Pickel in Schach halten und den Krankheitsverlauf deutlich verkürzen. Ein Gerücht ist allerdings, dass etwa Schokolade oder fette Lebensmittel Akne auslösen. Dafür gibt es bis heute keinen wissenschaftlich fundierten Beweis.

Symptome

Nicht bei jedem entwickelt sich die Akne gleich. In harmlosen Fällen sind nur wenig dekorative Hügel auf der Stirn oder Pünktchen auf der Nase zu sehen. Verläuft sie schwer, sind Gesicht, Rücken und Brust mit schmerzhaften, entzündeten Pusteln übersät. Die drei am häufigsten auftretenden Akneformen zeigen folgende Symptome:

  • Die Akne comedonica ist zu erkennen an offenen schwarzen und geschlossenen weißen Mitessern im Gesicht, die sich nur selten entzünden. Die Akne kann in dieser Form über Jahre verweilen oder sie geht in die nächste Stufe über.
  • Bei der Akne papulopustulosa vermehren sich Aknebakterien rasend schnell. Durch den Einfluss der Bakterien entsteht Eiter, der sich in Bläschen an der Hautoberfläche sammelt. In kurzer Zeit kann sich daraus ein entzündetes rotes Knötchen entwickeln.
  • Am schlimmsten trifft es Menschen mit der Akne conglobata. Die Entzündungen sind hier besonders stark. Neben vielen Mitessern, Pusteln und schmerzhaften Knoten auf Gesicht, Brust und Rücken entstehen auch Abszesse: Die Knoten verschmelzen miteinander, hinterlassen Hohlräume und entzündliche Gänge unter der Haut, die mehrere Knoten miteinander verbinden. Die Folge sind deutliche Narben.

Akne hinterlässt jedoch nicht nur Spuren im Gesicht, sondern auch auf der Seele: Pickel-Geplagte empfinden sich als hässlich und minderwertig. Oft trauen sie sich kaum noch vor die Tür und entwickeln Depressionen. Unter allen Hautpatienten haben sie die höchste Selbstmordrate.

Diagnose

Fettige Haut mit Mitessern, Knötchen und Pusteln lässt vor allem in der Pubertät schnell auf eine Akne schließen. Doch Pickel entstehen nicht nur bei der herkömmlichen Akne. Ihr Arzt sollte auch untersuchen, ob etwas anderes die Pickel sprießen lässt. So können beispielsweise Kosmetika oder Medikamente zu den unschönen Begleitern führen. Dann hilft es vielleicht schon, auf andere Produkte umzusteigen.

Pickel entstehen mitunter auch bei Hormon- oder Stoffwechselstörungen und anderen Hauterkrankungen. Da die Behandlung in diesen Fällen ganz unterschiedlich ist, muss Ihr Arzt diese Möglichkeiten durch Bluttests zuvor ausschließen.

Manchmal entnimmt der Arzt aus den Pusteln auch einen Abstrich. Wenn er nämlich herausfinden will, welche Bakterien sich darin befinden. Denn nicht selten gesellen sich zu den Akne-Bakterien noch Staphylokokken, die das Hautbild weiter verschlechtern. Mediziner sprechen dann von einer sogenannten Superinfektion.

Therapie

Die schlechte Nachricht: Akne lässt sich nicht heilen. Die gute Nachricht: Die Behandlungserfolge sind enorm, von der Krankheit ist am Ende kaum eine Spur zu sehen. Und je früher Sie eine Therapie beginnen, desto größer ist die Chance, dass sich Ihr Hautbild nicht verschlimmert und die Pickel keine Narben hinterlassen. Eines brauchen Sie allerdings: Geduld! Denn die Wirkung vieler Medikamente ist oft nicht sofort zu sehen.

Bei Beginn einer Therapie kann sich die Haut erst einmal verschlechtern. In den meisten Fällen dauert die Behandlung mindestens zwölf Wochen. Sie brauchen also nicht zu verzweifeln oder das Wissen Ihres Hautarztes in Frage zu stellen. Denn sein Arsenal zur Akne-Bekämpfung ist groß. Er kann unterschiedliche Medikamente und Therapien verordnen, die an den verschiedenen Punkten der Krankheitsentstehung eingreifen:

Talgdrüsen

Damit der Talg die Drüsen nicht mehr verstopfen kann, muss der Überschuss an Fett beseitigt werden. Wenn Ihre Akne also noch nicht so schlimm ist, reicht oft schon eine schonende Reinigung und Desinfektion – zum Beispiel mit milden Waschcremes und -gels oder Kosmetiktüchern, die das überflüssige Fett aufsaugen.

Verhornung

Sie können Ihre Mitesser von einer medizinisch geschulten Kosmetikerin entfernen lassen. Oder ihnen selbst zu Leibe rücken - etwa mit einem Peeling. Das löst die Propfen in den Talgdrüsen auf. Haben Sie schon entzündete Pickel, lassen Sie lieber die Finger von einem Peeling. Stattdessen greifen Sie zum Beispiel zu Benzoylperoxid. Damit können Sie eine Schälkur machen, die die abgestorbenen Hautzellen entfernt.

Bakterien

Verschreibungspflichtige Antibiotika wie etwa Tetracycline und Makrolide in Tabletten- oder Cremeform hemmen das Wachstum der Akne-Bakterien. Sie werden oft bei schlimmen Entzündungen der Haut eingesetzt. Allerdings besteht bei Antibiotika immer auch die Gefahr, dass die Bakterien resistent werden. Daher kann die Therapie mit einem Medikament namens Benzoylperoxid kombiniert werden. Denn dieser Wirkstoff bekämpft die resistenten Bakterien. Auch der Wirkstoff Azelainsäure rückt den Bakterien zu Leibe, löst Verhornungen auf und wirkt gegen die Entzündung.

Narben

Auch gegen die Folgen der Akne können Sie etwas tun: Peelings mit Fruchtsäure, Schleifoperationen, Laser- oder Kältebehandlungen, Steroid- oder Silikonpflaster verfeinern das Hautbild. Tiefe Narben verschwinden zwar nicht ganz, die Haut sieht aber wieder wesentlich glatter aus.

Hilfe von innen

Bei einer sehr schweren Akne muss der Hautarzt noch härtere Geschütze auffahren. Dann verschreibt er Tabletten mit Isotretinoin, auch ein Abkömmling der Vitamin-A-Säure. Dieser Wirkstoff hat die Behandlung von Akne revolutioniert: Als Pille verabreicht, löst er von innen nicht nur Mitesser auf, auch die Talgdrüsen bilden sich bei der Behandlung zurück. Eigentlich das perfekte Medikament - wären da nicht Nebenwirkungen wie aufgesprungene Lippen, Nasenbluten oder Leber-Schäden. Und Frauen, die ein Kind bekommen möchten, dürfen auf keinen Fall Isotretinoin nehmen: Der Wirkstoff kann den Embryo schwer schädigen.

Hilfe für Frauen

Oft bekommen Frauen Pickel, weil sie zu viele Androgene, also männliche Sexualhormone, haben. Dann kann eine Gynäkologin helfen, indem sie eine Antibabypille verschreibt. Denn die wirken nicht nur empfängnisverhütend. Sie senken auch den Androgenspiegel - mit reiner Haut als schönem Nebeneffekt.

Expertenrat

Cordula Wessel, Ärztin in der Hautklinik am Universitätsklinikum in Hamburg, antwortet.

Was wird bei Akne oft falsch gemacht?

Viele Menschen sehen Akne nicht als Krankheit, die sich zudem gut behandeln lässt. Sie glauben, das sind nur ein paar Pickel, die schon wieder verschwinden werden. Von alleine gehen die Pickel allerdings frühestens am Ende der Pubertät zurück. Bis dahin durchleben gerade Jugendliche eine lange Leidensgeschichte. Und wenn sich erstmal Narben gebildet haben, ist die Therapie ausgesprochen schwierig.

Was ist das größte Problem bei Akne in der Pubertät?

Die Hautkrankheit tritt meist in einem Alter auf, in dem die Betroffenen sehr verletzlich sind. Sie verlieben sich das erste Mal und sind noch dabei, sich selbst zu finden. Zurückweisung und Kränkungen hinterlassen in dieser Zeit besonders tiefe Wunden im Selbstbewusstsein. Jugendliche mit Problemhaut sind häufig so einschüchtert, dass sie sich zurückziehen, sich nicht ins Freibad trauen. Doch auch, wenn die Akne später auftritt, bedeutet das eine erhebliche psychische Belastung für die Betroffenen.

Wann sollte ich denn zum Hautarzt gehen?

Je früher man mit einer Therapie beginnt, umso leichter ist es, die Akne in den Griff zu bekommen. Der Arzt ist gefragt, wenn sich innerhalb kurzer Zeit viele Mitesser bilden und entzünden. Dann ist es Zeit für eine Therapie.

Gibt es Dinge, die ich auch selbst tun kann?

Unbedingt. Die richtige Hautpflege ist ein wichtiger Bestandteil der Therapie. Reinigung steht da an erster Stelle und zwar mit milden, seifenfreien Waschsyndets, die das überflüssige Fett entfernen. Mit Peelings können die Patienten zudem Hornzellen, die die Talgdrüsen verstopfen, abrubbeln. Ich sehe immer wieder, dass einige Menschen sich mit einer fettigen reichhaltigen Creme etwas Gutes tun wollen. Dabei ist das Gegenteil der Fall. Feuchtigkeitscremes sollten eher leicht sein, also vom Typ Öl-in-Wasser.

Welchen Rat geben Sie Menschen mit Akne?

Durchhalten! Eine Aknetherapie kann langwierig sein, aber sie lohnt sich. Schöpfen die Ärzte das ganze Arsenal an Behandlungsmöglichkeiten aus, sind die Erfolge enorm. In der Akne-Therapie kommt es auch sehr auf die eigene Mitarbeit an. Betroffene sollten die Anweisungen ihres Arztes gewissenhaft befolgen, umso schneller sind sie die Pickel wieder los.

Nicole Simon

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