Bitte nicht kratzen!

Eine Hautkrankheit oder Allergie kann Juckreiz verursachen. Andauernder Juckreiz ist außerdem oft ein Alarmsignal des Körpers bei einer chronischen Krankheit.

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Oft ist klar, warum die Haut juckt. Ist der Auslöser nicht bekannt, sollte ein Arzt weiterhelfen©

Schon ein Wollpulli auf trockener Haut kann ein echter Juckteufel sein. Doch sobald Sie den Pulli ausziehen, sind Sie ihn wieder los. Auch Mückenstiche oder ein Sonnenbrand jucken manchmal furchtbar, aber spätestens nach ein paar Tagen beruhigt die Haut sich. Solch ein akuter Juckreiz ist meistens harmlos. Und für unsere Vorfahren war der Reiz sogar sinnvoll: Durch Reiben, Rubbeln oder Scheuern entledigten sie sich blutsaugender Parasiten.

Ausgelöst wird das Juckgefühl im Gehirn. Wenn zum Beispiel Kratzsocken oder ein scharfes Reinigungsmittel die Haut irritieren, dann reagieren ihre Immunzellen. Sie schicken Botenstoffe zu winzigen Nervenenden. Die geben dem Gehirn das Signal, dass etwas nicht stimmt. Und das Gehirn befiehlt uns, zu kratzen.

Manchmal lösen die Zellen regelrechten Alarm aus. Dann schwillt die Haut plötzlich an, sieht teigig aus und juckt höllisch. Das nennt sich dann juckende Nesselsucht. Äußere Reize wie etwa Hitze oder ein schwerer Rucksack können sie auslösen. Aber auch innere Reize wie eine Schmerztablette oder ein Schalentier können die Übeltäter sein. Jeder fünfte Mensch wird einmal im Leben von so einer Juckattacke überrascht. Sie verschwindet oft von alleine wieder, ohne dass ihre Ursache klar wird.

Jucken kann anstecken

Kribbelt es einfach überall, dann ist ein Hautreizer in unserem Körper. Über den Blutkreislauf erreicht er jede Körperstelle. Wer als Kind Windpocken hatte, erinnert sich vielleicht noch an die zahllosen, extrem juckenden Pustelchen. Sternenhimmel nennen Fachleute das Bild, das der Windpockenvirus auf die Haut zaubert. Aber auch eine ganze Reihe von Medikamenten kann als Nebenwirkung Juckreiz auslösen.

Bleibt der Juckreiz, kann er zermürben. Manche Experten bezeichnen ihn schon ab sechs Wochen als chronisch, andere erst, wenn die Qual länger als drei Monate dauert. Bei vielen Hautkrankheiten wie zum Beispiel Neurodermitis ist das so. Aber auch Organkrankheiten etwa der Nieren und der Leber, Schäden an Rückenmark oder im Gehirn und psychiatrische Krankheiten können dahinterstecken. Mancher Juckreiz ist sogar ein Frühzeichen für Krebs.

Juckreiz kann ansteckend sein - ähnlich wie Gähnen oder Lachen. Wenn Sie sehen, dass jemand sich andauernd kratzt, juckt merkwürdigerweise plötzlich auch die eigene Haut. Aber: Wenn Sie an etwas anderes denken, hört es wieder auf.

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