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Blaue Beulen am Bein

Schluss mit Rock und Shorts - das denken viele, wenn sie Besenreiser und Krampfadern am Bein entdecken. Doch das Problem ist nicht nur ein ästhetisches: Mit der Zeit können sich die Adern entzünden.

Krampfadern

Wie Würmchen in der Haut: Gestautes Blut in den Krampfadern

Sind Sie täglich viel auf den Beinen? Hocken Sie stundenlang am Schreibtisch? Oder haben Sie in letzter Zeit ein bisschen Gewicht zugelegt? Dann gehören Sie, wie Millionen Ihrer Mitmenschen, zu den Risikokandidaten für Venenleiden. Wenn Ihre Füße häufiger geschwollen sind und sich Ihre Beine mitunter bleischwer anfühlen, dann könnten das erste Anzeichen sein. Auch Besenreiser, feine lila-rote Äderchen unter der Haut, sind möglicherweise Vorboten späterer Krampfadern.

Chronische Venenleiden sind inzwischen eine Volkskrankheit, jeder sechste Mann und jede fünfte Frau in Deutschland ist davon betroffen. Das fängt schon früh an: Eine Studie der Universitäts- und Hautklinik Bonn ergab, dass knapp zwei Drittel aller 20- bis 29-Jährigen Besenreiser an den Beinen haben. Mit zunehmendem Alter werden dann auch die Venen klappriger: 70-Jährige leiden doppelt so oft an leichten und mittleren Formen von Krampfadern wie 40-Jährige.

Die Muskelpumpe macht schlapp

Venen transportieren Blut zurück zum Herzen. Es fließt dabei durch oberflächliche und tiefe Venen, die miteinander verbunden sind. Die Seitenäste der beiden oberflächlichen Stammvenen in den Beinen schlängeln sich gut erkennbar unter der Haut. Sie verzweigen sich an der Oberfläche zu feinsten Äderchen, die als Besenreiser sichtbar werden können. Die tiefen Venen sind von außen nicht zu sehen, sie stecken tief zwischen den Muskeln in den Ober- und Unterschenkeln.

Das Herz muss das Blut aus den Beinen ganze anderthalb Meter nach oben pumpen - und das Tag für Tag, ein Leben lang. Hinter jeder nach oben geschobenen Portion Blut schließen sich die schaufelförmigen Venenklappen. So verhindern sie, dass der rote Strom der Schwerkraft folgt und zurückfließt. Die Beinmuskeln unterstützen die Arbeit der Venen: Sie pressen die Adern so zusammen und massieren sie regelrecht.

Diese Muskelpumpe ist besonders aktiv, wenn der Mensch geht oder läuft. Sie kann aber schnell schlapp werden, wenn wir uns zu wenig bewegen und zu lange sitzen oder stehen. Sie gibt ebenfalls rasch auf, wenn es sehr heiß ist. Die Pumpe versagt häufig auch dann, wenn Sie eine angeborene Bindegewebsschwäche haben.

Hormone spielen ebenfalls eine Rolle. So wird Bindegewebe unter dem Einfluss des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen weicher. Schwangerschaften, Übergewicht und Geburten verursachen zudem großen Druck auf den Bauchraum. Dieser Druck setzt sich bis in die Beine fort und presst das Blut nach unten. Folge: Der rote Körpersaft staut sich in den Venen und beschädigt die zarten Klappen, die dann nicht mehr richtig schließen. Dadurch versackt immer mehr Blut in den Beinen. Schließlich überdehnen sich die Adern und der rote Strom sucht sich seinen Weg durch die oberflächlichen Venen - und schon sind sie da, die Krampfadern.

Symptome

Besenreiser und die ganz kleinen, zarten und oberflächlich verlaufenden Krampfadern sind eher ein kosmetisches Problem. Sie stören, weil die Beine am Strand, in der Sauna oder in kurzen Hosen nicht mehr makellos erscheinen. Allerdings können daraus später richtig dicke Krampfadern werden.

Krampfadern entstehen meist im oberflächlichen Venensystem. Erste Anzeichen, das etwas mit den Venen nicht stimmt, können ständig geschwollene Knöchel sein. Auch wenn Sie oft unter müden, unruhigen, kribbelnden Beinen leiden, die vielleicht sogar schmerzen, könnte es sich um einen Vorboten handeln.

Sind bereits Krampfadern entstanden, dann staut sich das Blut in den Beinen. Das verursacht Druck, der die Flüssigkeit aus den Adern ins umliegende Gewebe presst: Dann werden die Knöchel und die Unterschenkel dick. Durch den andauernden Blutstau in den Venen lagern sich dort Eiweiße und Blutpigmente ab. Die Blutfarbstoffe zerfallen und verfärben die Haut bräunlich. Nach einiger Zeit fühlen sich solche Stellen wie verhärtet an.

Schlimmstenfalls verwelkt das Gewebe

Bekommen Beine und Füße nicht mehr genügend Blut, kann es zu Sauerstoff- und Nährstoffmangel kommen. Die Haut wird immer dünner, es bilden sich weißliche, narbenähnliche Flecken. Vielleicht entstehen auch Infektionen oder Ekzeme. Nagelpilz ist eine weitere mögliche Folge.

Das sogenannte offene Bein ist die schwerste Form des chronischen Venenleidens: Mangels Sauerstoff stirbt das Gewebe ab. Die dabei entstehenden Geschwüre sind anfangs klein. Im schlimmsten Fall können sie sich über den gesamten Unterschenkel ausdehnen. Solche großen, nicht heilenden Stellen sind schwer zu behandeln.

Eine weitere mögliche Komplikation sind Blutgerinnsel. Sie verstopfen die Venen. Das Tückische dabei: Durch die Krankheit stumpfen auch Nerven ab, das Schmerzempfinden schwindet. So spüren Betroffene gelegentlich gar nicht, wie schlimm es um ihr Bein steht. Umso wichtiger ist es, bereits bei ersten Hinweisen auf ein Venenleiden zum Arzt zu gehen.

Diagnose

Wenn Sie Anzeichen für ein Venenproblem bei sich feststellen, lassen Sie sich am besten vom Arzt untersuchen. Gehen Sie zu einem Spezialisten, einem sogenannten Phlebologen. Die Diagnose ist, dank moderner Methoden, meist kurz und schmerzlos.

Besenreiser erkennt der Experte schon auf den ersten Blick. Diese kleinen erweiterten Venen liegen in der obersten Hautschicht und sind dadurch sehr gut zu sehen. Ihre Form ähnelt einem Reisigbesen, daher der Name. Sie sind zart und schimmern rötlich bis lila. Wie dicke blaue Regenwürmer schlängeln sich hingegen die Krampfadern an Ihren Beinen entlang. Sie entstehen aus den Seitenästen der beiden oberflächlichen Stammvenen und sind ebenfalls leicht zu erkennen.

Hat es jedoch bereits die tiefer liegenden Stamm- und Verbindungsvenen erwischt, hilft nur Technik weiter. Denn diese Venen sind mit dem bloßen Auge nicht zu sehen. Mit einer Ultraschalluntersuchung kann der Experte messen, wie schnell und in welche Richtung das Blut fließt. Die unterschiedlichen Fließeigenschaften übersetzt das Gerät in verschiedene Töne, so dass der Arzt allein anhand der Geräusche kranke Adern identifizieren kann.

Mithilfe eines speziellen Ultraschalluntersuchung, der sogenannten Duplex-Sonographie, kann er sogar feststellen, ob sich Form und Aufbau der Vene verändert haben. Dieses Verfahren gilt heute als die beste Möglichkeit, kranke Adern zu erkennen. Sie ist frei von Nebenwirkungen und Schmerzen und liefert eindeutige Ergebnisse.

Röntgenbilder sind out

Früher machten Ärzte gerne eine Phlebographie. Dabei werden die Adern mithilfe eines Kontrastmittels geröntgt. Inzwischen wenden Mediziner das Verfahren nur noch selten an. Schließlich ist jede Röntgenuntersuchung mit einer Strahlenbelastung verbunden.

Um schwierige Fälle zu klären, können aber zusätzliche Untersuchungen wie eine Computertomographie (CT) oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) nötig sein. Beide Methoden erzeugen Schnittbilder des menschlichen Körpers. Die MRT arbeitet nicht mit schädlichen Strahlen, sie ist nebenwirkungsfrei. Bei der CT werden wie beim Röntgen Strahlen freigesetzt.

Therapie

Besenreiser und sehr zarte, oberflächliche Krampfadern sind nicht hübsch, aber harmlos. Wenn Sie die Störenfriede loswerden wollen, müssen Sie das daher selbst bezahlen. Lasern kostet zwischen 400 und 700 Euro je Behandlung. Wird die kranke Vene verödet, kommen Sie etwas günstiger davon.

Beim Veröden spritzt Ihnen der Arzt den Wirkstoff Polidocanol direkt in die betroffene Ader. Die entzündet sich, verschließt sich und wird anschließend vom Körper abgebaut. Beim Lasern werden die Wände der Ader erhitzt. Dadurch wird die Vene ebenfalls zerstört und schrumpft. Beide Prozeduren können schon mal wehtun.

Bedenken Sie bei der Budgetplanung: Eine Sitzung reicht meist nur, um die Hälfte der geweiteten Venen zu verarzten. Sie brauchen also vermutlich zwei oder drei Termine, bis Sie wieder auf makellosen Beinen durchs Leben gehen können. Außerdem können die Besenreiser oder Krampfadern später an anderer Stelle wieder auftauchen.

Verursachen die Krampfadern nur ab und an Beschwerden, können Stütz- und Kompressionsstrümpfe, Kompressionsverbände und entstauende Massagen wie eine Lymphdrainage helfen. Auch Venengymnastik und medizinische Bäder sind empfehlenswert. Generell tut es Ihren Venen gut, wenn Sie sich regelmäßig bewegen und so oft wie möglich die Beine hochlegen.

Veröden, lasern oder verkleben

Prinzipiell gilt: Wenn Sie körperlich unter Ihren Krampfadern leiden, sollten Sie sich in jedem Fall von einem Spezialisten behandeln lassen. Welche Therapie der Arzt wählt, hängt davon ab, wie viele Adern betroffen sind. Gut sichtbare Seitenast-Krampfadern kann er veröden.

Weitere Möglichkeiten sind die Laser- und die Radiowellenbehandlung. Dafür schneidet der Arzt an der Knöchelinnenseite oder in der Kniekehle die Haut ein wenig auf, durch das Loch führt sie eine dünne Spezialfaser in die Krampfader ein. Anschließend erwärmt sie die Faser mit Laserlicht oder Radiowellen. Die Hitze verklebt die Innenwände der kranken Venen, sie sterben ab. Innerhalb weniger Monate baut der Körper die Krampfadern ab. Wie lange der Effekt nach einer Radiowellenbehandlung anhält, ist allerdings noch nicht genügend untersucht.

Vielleicht wird Ihnen der Arzt auch zu einem chirurgischen Eingriff raten. Seit mehr als 100 Jahren ist das Venenstripping bewährt. Diese Operation gilt noch immer als die beste Methode, Krampfadern beizukommen. Dabei wird die kranke Vene aus dem Bein gezogen. Unter Umständen können dabei aber Adern, Lymphbahnen oder Nerven verletzt werden.

Der Chirurg erreicht die Vene, indem er entlang des Beins zahlreiche kleine Schnitte macht. Dabei bindet er sorgfältig alle Venen ab, die zur kranken Ader führen. Die entsprechenden Blutbahnen hat er vor dem Eingriff per Ultraschall geortet und angezeichnet. Fließt kein Blut mehr in die kranke Vene, kann der Arzt sie mit einer Spezialsonde aus dem Bein herausziehen. Danach widmet er sich den kranken Seitenästen.

Kompressionsstrümpfe nach der OP

Die Operation wird oft unter Vollnarkose durchgeführt. Eine andere Möglichkeit ist, Ihren Körper nur ab dem Gesäß abwärts zu betäuben. Sie bleiben dann bei Bewusstsein, merken von dem Eingriff aber trotzdem nichts. Bei dieser Narkose wird das Betäubungsmittel ins Rückenmark gespritzt.

Eine weitere Alternative ist die sogenannte Tumeszenz-Lokalanästhesie: Eine Mischung aus örtlichem Betäubungsmittel und einer Substanz, die die Adern verengt, wird Ihnen direkt ins Bein gespritzt. Diese Methode hat den Vorteil, dass Sie danach gleich wieder laufen können und die Gefahr für ein Blutgerinnsel geringer ist.

Je nach Größe der Krampfadern dauert der Eingriff ein bis zwei Stunden. Sie können ihn in der Praxis durchführen lassen und anschließend gleich nach Hause gehen, oder Sie können einige Tage im Krankenhaus bleiben. In jedem Fall müssen Sie nach der Operation vier bis sechs Wochen lang Kompressionsstrümpfe tragen.

Tipps

Auch wenn's schwer fällt: Verabschieden Sie sich von den engen Pumps und Stiletto-Sandalen. Highheels sind Gift für Ihre Venen, denn wenn Sie auf hohen Hacken balancieren, verlagern Sie nahezu Ihr gesamtes Gewicht auf den Ballen. Normalerweise liegt unser Schwerpunkt auf den Fersen. Wer hochhackig geht, verkürzt den Wadenmuskel und legt so die Muskelpumpe lahm.

Die Herren haben es leichter - aber auch für den männlichen Schuhschrank gilt: Alle schmalen, spitz zulaufenden Modelle ausmustern, und weg mit den engen Socken. Tragen Sie lieber flache Schuhe, die den Fuß stützen, in denen Sie einen festen Halt haben und die Sohle gut abrollen können. Kaufen Sie Schuhe besser am Nachmittag oder in den Abendstunden, dann hat sich Ihr Fuß ausgedehnt.

Zu straff sitzende Strümpfe schnüren die Muskeln ebenfalls ein. Dadurch staut sich das Blut in den Venen und es lagert sich mehr Wasser im Gewebe ab. Das gilt natürlich nicht für Stütz- und Kompressionsstrümpfe. Sie üben einen gleichmäßigen Druck aus und unterstützen die Muskelpumpe.

Boxen und Badminton schaden den Venen

Ständiges Stehen oder Sitzen lässt die Muskelpumpe ebenfalls lahm werden. Aktivieren Sie Ihre Muskeln zwischendurch immer mal wieder. Stellen Sie sich zum Beispiel ein paar Mal auf die Zehenspitzen. Oder stehen Sie gelegentlich auf und laufen Sie umher. Ausdauersportarten wie Schwimmen, Wandern oder Walken sind die ideale Gymnastik für die Adern. Bei unbehandelten Krampfadern sollten Sie hingegen auf Sportarten mit plötzlichen Bremsbewegungen wie Tennis oder Badminton verzichten. Die dabei ausgelöste Bauchpresse drückt das Blut zusätzlich zurück in die Venen. Aus dem gleichen Grund sind bei unbehandelten Krampfadern Sportarten tabu, bei denen die Bauchmuskeln bewusst eingesetzt werden, also Rudern, Kraftsport und Boxen.

Hohe Temperaturen tun Krampfadern nicht gut. Durch die Hitze weiten sich die Venen, um überschüssige Wärme abzugeben. Dadurch gerät viel Flüssigkeit ins umliegende Gewebe, so dass Sie schwere, schmerzende Beine bekommen. Halten Sie Sonnenbäder, Solariumsbesuche oder Saunagänge deshalb lieber kurz.

Expertenrat

Dr. med. Isabell Sick, Venenspezialistin an der Hautklinik der Ludwig-Maximillian-Universität München, antwortet.

Welche Rolle spielt eine Veranlagung bei Krampfadern?

Die Veranlagung spielt neben Alter und hormoneller Situation eine entscheidende Rolle: Wer Eltern mit Krampfadern hat, ist gefährdet, selbst welche zu bekommen. Hauptverantwortlich für Besenreiser und Krampfadern ist eine angeborene Bindegewebsschwäche.

Was kann ich tun, um einem Venenleiden vorzubeugen?

Risikofaktoren, die die Entwicklung von Krampfadern begünstigen, sind vor allem langes Stehen oder Sitzen sowie zu viel Wärme und Übergewicht. Bewegen Sie sich also lieber und legen Sie die Beine so oft wie möglich hoch, um die Beinvenen zu entlasten. Duschen Sie die Beine regelmäßig von unten nach oben kalt ab, das trainiert die Gefäße. Haben Sie bereits eine Venenschwäche, dann sollten Sie in Belastungssituationen wie einer Schwangerschaft, bei Flugreisen oder längerem Stehen Kompressionsstrümpfe tragen.

Welche Symptome muss ich ernst nehmen, wann sollte ich einen Arzt aufsuchen?

Bei Beschwerden wie Kribbeln, Juckreiz, Schwere- und Spannungsgefühl und geschwollenen Beinen, bei Wadenkrämpfen und Schmerzen sollten Sie Ihre Venen untersuchen lassen. Eine gerötete und plötzlich schmerzhafte strangartige Verhärtung am Ober- oder Unterschenkel könnte auf eine Venenentzündung schließen lassen. Auch hier sollten Sie so bald wie möglich einen Arzt aufsuchen. Schmerzt plötzlich das gesamte Bein stark und schwillt an, könnte das die Folge einer tiefen Beinvenethrombose sein. Bitte suchen Sie in diesem Fall unverzüglich einen Arzt auf. Er muss Sie umgehend mit blutverdünnenden Medikamenten und einer Kompressionstherapie behandeln - das ist wirklich lebenswichtig!

Welche Sportarten sind bei Venenerkrankungen gut geeignet?

Alle Ausdauersportarten, die die Muskelpumpe unterstützen und so die Zirkulation des Blutes verbessern, tun Ihren Venen gut. Der Rücktransport des Blutes zum Herzen wird verbessert, zudem beugen Sie Übergewicht vor - einem weiteren Risikofaktor für Venenleiden.

Kann ich meine Krampfadern auch im Sommer operieren lassen?

Aus medizinischer Sicht spricht nichts dagegen. Die Abheilungsphase dauert im Regelfall nur vier bis sechs Wochen. Danach können Sie bereits wieder baden gehen und sich vorsichtig sonnen. Vergessen Sie aber bitte den Sonnenschutz nicht. Er verhindert, dass sich relativ frische Narben bräunlich verfärben. Die Narben sind auch noch sechs bis zwölf Monate nach einer Operation sichtbar; wen das stört, der muss auf die Lange-Hosen-Zeit warten. Ganz verschwinden werden sie jedoch nie.

Wie groß ist die Rückfallgefahr nach einer Operation?

Das Wiederkehren von Krampfadern nach einer Operation schwankt Studien zu Folge zwischen sechs und 60 Prozent. Das Ergebnis ist von der angewandten Operationsmethode und der Radikalität der Operation abhängig. Um ein optimales Ergebnis zu erreichen, müssen insbesondere dort, wo die Stammvene in die tiefe Vene mündet, alle weiteren dort mündenden Venen unterbunden bzw. entfernt werden. Um die Rückfallgefahr zu senken, lassen Sie sich am besten von einem erfahrenen, spezialisierten Operateur behandeln. Wenn Sie schwanger werden möchten, sollten Sie damit nach einer Varizen-Operation drei bis sechs Monate warten. Zudem gibt es Menschen, die immer wieder zu Krampfadern neigen; sie haben eine so genannte genetische Disposition oder Veranlagung dafür. Außerdem wird die erneute Bildung von Gefäßen diskutiert.

Ist es für die tiefen Venen nicht noch schwerer, das Blut zum Herzen zu pumpen, wenn nach der Operation die oberflächlichen Venen fehlen?

Die tiefen Venen transportieren auch im Normalfall bereits 90 Prozent des Blutes. Während der Erkrankung müssen sie nicht nur die restlichen zehn Prozent verkraften, sondern noch einiges mehr arbeiten, da das Blut in den oberflächlichen Venen ja immer wieder aufs Neue nach unten versackt. Die tiefen Venen müssen also das gleiche Blut mehrfach Richtung Leiste transportieren. Nach einer erfolgreichen Operation können sie daher problemlos das gesamte Blut aus dem Bein bewältigen.

Forschung

Je schlampiger ein Chirurg Krampfadern operiert, desto höher ist die Gefahr, erneut Krampfadern zu bekommen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, an der sieben Venenzentren in Deutschland beteiligt waren. Venenspezialist Markus Stücker und Gefäßchirurg Achim Mumme von der Ruhr-Universität Bochum wollten herausfinden, warum nach Eingriffen an Krampfadern die Rückfallquote so hoch ist.

Untersucht wurden 417 betroffene Männer und Frauen. In zwei Dritteln der Fälle hatten die Chirurgen unsauber gearbeitet, das heißt, die Stammvene wurde nicht vollständig entfernt. Bei der großen Mehrheit der Rückfälle sind demnach handwerkliche Mängel die Ursache - und nicht, wie lange angenommen, die Neubildung von Adern. Die Studienautoren empfehlen Betroffenen deshalb, sich in einem Venenzentrum behandeln zu lassen.

Constanze Löffler

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