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Ab 45 Grad verschmort die Haut

Brandwunden sind extrem schmerzhaft und oft sehr gefährlich. Sind tiefe Hautschichten verkocht oder große Flächen, kann das sogar lebensbedrohlich sein.

  Heißes Fett brennt wie Zunder - und unsere Haut hat keinen Hitzeschild.

Heißes Fett brennt wie Zunder - und unsere Haut hat keinen Hitzeschild.

Sie sind in Eile, wollen sich schnell einen Tee kochen, da passiert es: Sie verbrühen sich mit heißem Wasser die Hand. Die Stelle brennt, sie entzündet sich, wird rot und schwillt an. Vielleicht bilden sich auch Brandblasen. Das sind die typischen Brandwunden, die jeder kennt. Sie schmerzen, aber sie heilen auch wieder. Kommt die Haut aber mit großer Hitze oder offenen Flammen in Berührung wie etwa bei einem Wohnungsbrand, dann ist das immer ein Notfall.

Erwachsene verbrennen sich im Haushalt häufiger mal die Finger. Großflächige und tiefe Wunden sind aber eher selten: Auf 100.000 Deutsche kommen zwei bis fünf Menschen pro Jahr, die schwere Brandverletzungen erleiden. Besonders gefährdet sind Kleinkinder im Krabbelalter. Sie greifen auf ihren Entdeckungstouren nach allem, was sie fassen können. Dabei verbrühen sich die Kleinen schnell: Bei 70 Prozent aller Brandunfälle von Kindern ist kochende Flüssigkeit die Ursache.

Bei 60 Grad stockt das Eiweiß in den Zellen

Wie schwer eine Verbrennung ist, hängt davon ab, wie lange die Haut Kontakt mit der Hitze hatte. Ärzte teilen Brandwunden in die Grade eins bis vier ein. Ab 45 Grad Celsius riskieren Sie Verbrennungen ersten Grades. Die Haut entzündet sich, sie wird rot und brennt. Das passiert zum Beispiel, wenn Sie sich mit heißem Wasser verbrühen. Wird es heißer, bilden sich zusätzlich Brandblasen.

Ab 60 Grad stockt das Eiweiß in den Hautzellen: Sie müssen sterben. Eine Stichflamme ist 900 bis 1000 Grad heiß. Sie zerstört die Haut fast vollständig. Das Gewebe kann sogar verkohlen.

Aus Brandwunden fließt kein Blut. Sie sehen daher meist harmlos aus. Lassen Sie sich nicht vom ersten Eindruck täuschen. Es sind offene Wunden. Sie müssen gut versorgt werden, damit keine Bakterien eindringen. Ist die verbrühte oder verbrannte Stelle so groß wie Ihr Handteller, sollten Sie lieber den Notarzt rufen. Und: Kühlen Sie die Stelle mit Wasser. Das nimmt den Schmerz.

Zögern Sie nicht, den Notarzt zu rufen

Menschen, die unter Schock stehen, empfinden keine Schmerzen und flüchten oft in Panik. Das gilt auch für Brandopfer. Ihr Körper steht unter großem Stess und schüttet viele Endorphine aus. Diese Glückshormone sorgen dafür, dass die Opfer ihre Schmerzen nicht wahrnehmen und nicht sofort zusammenbrechen. Sind Sie Zeuge eines solchen Unglücks, dann helfen Sie. Rufen Sie sofort die Notärztin und beruhigen Sie die Person.

Brandwunden 1. und 2. Grades

Eine Unachtsamkeit reicht: Sie streifen ein heißes Bügeleisen. Sie verbrühen sich mit heißem Wasser. Sie bekommen heiße Fettspritzer auf die Haut. Immer meldet sich sofort der Schmerz: Sie haben sich verbrannt. Ihre Haut wird rot, brennt und schwillt manchmal an. Das ist eine Verbrennung 1. Grades.

Bei Verbrennungen 1. Grades ist die oberste Hautschicht beschädigt. Auch ein Sonnenbrand gehört in diese Kategorie. Am besten kühlen Sie die Stelle sofort mit kaltem Leitungswasser. Das lindert den Schmerz. Dann brauchen Sie nur noch Geduld: Nach einiger Zeit erneuert sich die Haut aus eigener Kraft. Eine entzündungshemmende Salbe kann dabei helfen. Die Verbrennung heilt, ohne dass sie Narben hinterlässt.

Unter der obersten Hautschicht bilden sich Blasen

Ist die Hitze stärker als 55 Grad, sammelt sich unter der Oberhaut Flüssigkeit. Es bildet sich eine Brandblase. Das ist ein Zeichen für eine Verbrennung 2. Grades. Fachleute unterteilen diese Kategorie noch in zwei Schweregrade. Bei Grad 2a ist nur die Oberhaut zerstört. In diesem Fall ist die Haut unter der Blase rot und feucht.

Die Wunde kann aber auch bis in die Lederhaut reichen. Dann ist der Grad 2b erreicht. Die Wundfläche sieht dann eher weißlich aus und fühlt sich derber an.

Auch Brandblasen heilen von selbst. Die beste Soforthilfe ist kaltes Leitungswasser. Dann sollten Sie kleinere Blasen einfach in Ruhe lassen. Bloß nicht aufstechen: Offene Wunden sind ein Nährboden für Keime. Größere Brandblasen kann ein Arzt öffnen - keimfrei. Anschließend legt er einen desinfizierenden Verband auf die Wunde. Er muss immer wieder gewechselt werden. Je größer die Brandwunde, desto länger dauert es, bis sie vollständig verheilt ist. Dabei bleiben keine Narben zurück.

Brandwunden 3. und 4. Grades

Verletzt eine Stichflamme die Haut, dann dringt die Hitze tief ins Gewebe ein und zerstört auch die Lederhaut. In diesem Fall handelt es sich um eine Verbrennung 3. Grades. Die Haut ist trocken, verdickt und verfärbt sich weißlich bis bräunlich.

Die Wunden sehen recht harmlos aus. Deshalb ist es auch für einen Notarzt schwierig, sofort den genauen Grad der Verbrennung festzustellen. Ein Indiz ist die zerstörte Lederhaut: Berührt der Arzt die Brandwunde, dann empfinden die Betroffenen keine Schmerzen: Die Hitze hat auch die Nerven zerstört. Denn in der Lederhaut liegen nicht nur Adern, Muskelfasern und Bindegewebe, sondern auch diejenigen Zellen, die Schmerz ans Hirn weiterleiten.

Die gesunde Haut ersetzt das tote Gewebe

Nach tiefen Brandwunden kann sich die Haut nicht aus eigener Kraft erneuern. Dann hilft nur eine Hauttransplantation. Ein Chirurg schneidet das tote Gewebe ab und ersetzt es durch neues. Sind nur kleinere Hautflächen betroffen, dann setzt er sofort eigene Haut ein, die sogenannte Spalthaut. Der Arzt schabt dafür eine dünne Hautschicht vom Oberschenkel oder Rücken ab und transplantiert sie auf die Wunde. Die Nahtstellen vernarben nach und nach. Und auch dort, wo der Chirurg die Haut abgetragen hat, verheilt die Wunde wieder. Bei größeren Hautflächen setzen Operateure künstlich hergestellte Transplantate ein.

Ist die Haut verkohlt und schwarz gefärbt, ist sie bis in die tiefsten Schichten zerstört. Das Unfallopfer hat eine Verbrennung 4. Grades. Auch die Muskeln und Knochen eines Körperteils können beschädigt sein. In solchen Extremfällen werden die betroffenen Gliedmaßen amputiert.

Lebensgefahr

Fängt ein Kleidungsstück Feuer oder brennt es in der Wohnung, können die Flammen große Hautflächen verbrennen. Solche schweren Brandunfälle sind lebensgefährlich. Um zu beurteilen, ob ein Mensch in Lebensgefahr schwebt, schätzen Notärzte ab, wie groß die zerstörte Hautfläche im Verhältnis zur gesamten Körperoberfläche ist.

Ist zum Beispiel die Haut am Arm oder am Kopf verbrannt, dann sind jeweils neun Prozent der Körperoberfläche verloren. Die Hautfläche des Beines, der Brust oder des Rückens beträgt jeweils 18 Prozent. Bei Kindern verschiebt sich dieses Verhältnis. Ärzte brauchen viel Erfahrung, um schwere Brandwunden richtig einschätzen und behandeln zu können. Deshalb kommen Brandopfer meist in eine Spezialklinik, die eine Abteilung für Brandmedizin hat.

Hat ein Brand mehr als zehn Prozent der Hautoberfläche zerstört, können die Betroffenen in den ersten Tagen nach dem Unglück einen Verbrennungsschock erleiden. Nicht nur aus der Wunde, sondern auch aus der übrigen Haut tritt ständig Gewebsflüssigkeit aus. Das Wasser sammelt sich und es entstehen sogenannte Ödeme. Außerdem zirkulieren die giftigen Abbaustoffe der toten Hautzellen im Blut.

All das belastet Herz, Nieren und auch Leber. Verliert der Körper immer mehr Flüssigkeit, verdickt sich das Blut und es fließt langsamer. Die Folge: Der Kreislauf bricht zusammen und die Organe bekommen dann zu wenig Sauerstoff. Lunge, Leber oder Muskulatur können völlig versagen. Arbeiten auch die Nieren nicht mehr, können die Betroffenen an einer Harnvergiftung sterben.

Erste Hilfe: Infusionen, Verbände und Schmerzmittel

Um das Leben der Brandopfer zu retten, legt der Notarzt eine Infusion an. So ersetzt er die verlorene Flüssigkeit. Außerdem gibt er sofort eine Spritze gegen die Schmerzen. Er kühlt die Wunde und deckt sie mit sterilen Verbänden ab. Ist zum Beispiel ein Bein verbrannt, hüllen Pfleger es in Viskosetücher ein, die mit Aluminium beschichtet sind. So können Wunde und Hose nicht verkleben.

Ist die Haut sehr tief verbrannt, gibt es im Wundgebiet viele geschädigte und tote Zellen - ein ausgezeichneter Nährboden für Bakterien aller Art. Bis heute ist es in der Intensivmedizin ein ungelöstes Rätsel, wie sich großflächige Brandwunden steril halten lassen. Denn Keime halten sich immer auf der Haut auf. Durch die massiven Zellschäden ist das Immunsystem jedoch so stark geschwächt, dass es die Eindringlinge nicht mehr erkennt und bekämpfen kann. Es besteht die Gefahr einer Blutvergiftung, die unter Umständen tödlich sein kann.

Im Krankenhaus gibt die Ärztin weitere Schmerzmittel und eventuell eine Tetanusimpfung, um einen Wundstarrkrampf zu verhindern. Als nächstes desinfiziert sie die Brandwunde. Bei großflächigen Verbrennungen sind dann Spezialisten in einem Verbrennungszentrum gefragt.

Hauttransplantationen retten Leben

Die verlorene Haut muss so schnell wie möglich ersetzt werden. Schwebt ein Brandopfer in Lebensgefahr, legt der Arzt vorübergehend künstlich hergestellte Haut auf die Wunde. Solch ein Hautersatz kann aus Fischknorpel produziert sein oder aus den abgeschnittenen Vorhäuten von Babys. Auch Spenderhaut eignet sich.

Erst wenn sich der Zustand gebessert hat, setzt der Chirurg Haut der Betroffenen ein. Er kann dafür eine dünne Schicht an einer anderen Körperstelle entnehmen. Bei großflächigen Verbrennungen reicht das nicht. So wird er auch Gewebe verwenden, das zuvor drei Wochen lang im Labor aus den Hautzellen des Opfers gezüchtet wurde. Bis die verbrannte Haut ersetzt ist, kann es mehrere Operationen brauchen.

In der Reha lernen Sie vieles wieder neu

Menschen mit schweren Verbrennungen müssen nach der Klinik meist noch in die Rehabilitation. Je nachdem, wie stark die Hand oder das Bein vernarbt ist, können sie sich nur sehr schwer oder unter Schmerzen bewegen. Trotzdem müssen sie ihre Muskeln wieder aufbauen und ihre Gelenke geschmeidiger machen. All dies erfordert viel Geduld. Bis die Wunde verheilt ist, leiden sie oft unter quälendem Juckreiz. Eine Akupunktur kann helfen, die Schmerzen zu lindern.

Die Pflege von Haut und Narben ist wichtig für die Nachsorge. Deshalb lernen die Betroffenen in der Rehabilitation, wie sie den Verband wechseln und die Narben einfetten und massieren. Außerdem zeigt ihnen die Ergotherapeutin, wie sie die so genannte Kompressionskleidung anlegen. Das sind spezielle Strümpfe, Handschuhe oder Ganzkörperanzüge, die Druck auf die Narben ausüben. Dadurch bilden sich weniger Wülste, die Narben wachsen flacher.

Tipps

Einmal nicht richtig aufgepasst und schon ist es passiert: Sie fassen auf die heiße Herdplatte, schütten sich kochendes Wasser über die Hand oder treten barfuß in die glühende Grillkohle. Schon bevor der Krankenwagen eintrifft, können Sie sich mit ein paar Handgriffen selbst helfen und die Schmerzen in Schach halten:

  • Vergessen Sie Brandsalbe und die alten Hausmittel - halten Sie die Wunde unter kaltes, sauberes Leitungswasser. Damit kühlen Sie die Haut, lindern die Schmerzen und säubern die verletzte Stelle. Das sollten Sie auch tun, wenn Sie sich mit heißem Öl oder mit Chemikalien verbrennen. Aber Achtung: Bei Phosphor, Flusssäure oder Phenol dürfen Sie kein Wasser benutzen.
  • Entfernen Sie die Kleidung und brausen Sie die Wunde bis zu 20 Minuten lang mit kaltem Wasser sanft ab. Zur Not helfen auch kalte Umschläge. Haben Sie sich beim Grillen mit brennendem Spiritus verbrannt, sollten Sie die Flammen auf Ihrer Haut sofort mit einem Handtuch oder einer Decke ersticken. Sonst brennt die Flüssigkeit in Ihrem Gewebe nach. Kühlen Sie die Wunde anschließend mit Wasser.
  • Sichern Sie Kabel und Tischdecken.
  • Weil die Haut noch so dünn ist, verbrühen sich Kleinkinder schwerer als Erwachsene. Deshalb sollten Sie alles tun, um Brandunfälle zu vermeiden. Achten Sie darauf, dass elektrische Kabel von Wasserkochern oder Kaffeemaschinen nicht von der Arbeitsplatte herabhängen.
  • Auch Tischdecken, auf denen heiße Getränke stehen, können zur Falle werden. Denn Kinder, die gerade erst laufen lernen, versuchen sich an allem festzuhalten und aufzurichten, was sie nur greifen können. Und sind die Kleinen im Entdeckungsalter, ziehen sie an allem, um zu sehen, was am anderen Ende hängt.
  • Haben Sie einen schweren Brandunfall erlitten und Ihre Haut ist stark vernarbt, können Monate vergehen, bis Sie wieder auf die Beine kommen. Eine Psychotherapeutin kann Ihnen helfen, wieder selbstbewusster zu werden. Und: Besuchen Sie Netzwerke und Selbsthilfegruppen - der Austausch mit anderen Brandopfern kann Ihnen Mut machen und Ihre Lebensgeister wieder wecken.

Expertenrat

Professor Peter M. Vogt von der Medizinischen Hochschule Hannover antwortet:

Eine Freundin hat sich den Arm schwer verbrannt und bekommt jetzt ein Stück von ihrer eigenen Haut eingesetzt. Was passiert eigentlich genau bei so einer Hauttransplantation?

Heute ist es in der Therapie üblich, abgestorbene Haut möglichst früh zu entfernen. Also ab dem dritten Tag entfernt man unter Vollnarkose die tote Haut schichtweise mit einem speziellen Skalpell, bis man auf blutendes, lebendes Gewebe trifft. Wenn die Haut tief verbrannt ist, dann wird die Wunde zeitweilig mit einem künstlichen Hautersatz abgedeckt und später dann mit lebendiger Haut.

Dann gibt es die Möglichkeit, eigene gesunde Haut direkt auf die Wunde draufzulegen. Das ist das Beste, weil es keine Abstoßungsreaktionen gibt. Der Fachbegriff dafür ist Spalthaut, weil sie zum Beispiel vom Oberschenkel abgeschabt, abgespalten wird. Man kann aber auch Fremdhaut nehmen. Das ist speziell aufbereitete Haut von Leichen, sie dient als vorübergehender Hautersatz und verschließt die Wunde. Oder sie wird eingesetzt, damit sich unter der fremden Haut die körpereigene Haut regenerieren kann. Bei schwersten Verbrennungen werden die Verletzten in künstlichem Koma gehalten, bis die Operationen vorbei sind.

Das hängt mit der Aktivität der Entzündung zusammen. Jede Wunde, auch wenn sie nicht mit Keimen infiziert ist, wird zu einer Entzündung. Und bei Kindern ist die Entzündungsreaktion einfach stärker, es werden mehr Botenstoffe ausgeschüttet, die die Aktivität der Entzündungszellen steuern. Dadurch ist die Reaktion bei jungen Menschen heftiger ausgeprägt als bei älteren, und es entstehen mehr Narben und Narbengewebe.

Hinzu kommt, dass sich nach dem Unfall erst einmal wenig Narbengewebe bildet, dann aber der Wuchs stark zunimmt und sich manchmal kugelschreiberdicke Narbenwülste bilden. Die Haut produziert also zuviel Narbengewebe. Etwa nach einem Jahr hört das Narbenwachstum auf. Es kann aber auch länger andauern, wenn die Narbe unter Spannung steht. Dann bleibt sie längere Zeit entzündet. Mit Operationen kann man da jedoch später eingreifen, etwa in der Phase der Rekonstruktion. Man setzt dann weitere Hautstücke ein. Das geschieht aber erst, wenn die Narbenbildung abgeschlossen ist. Die Wiederherstellung der Form macht manchmal viele Operationen erforderlich. Man braucht also viel, viel Geduld für den Heilungsprozess.

Wenn die Nervenenden, zum Beispiel in den Händen, nachwachsen, können sie tatsächlich schrecklich jucken oder auch schmerzen. Bei oberflächlichen Verbrennungen sind die Nervenenden nur teilweise zerstört. Bei sehr tiefen Verbrennungen werden die Nerven zerstört, aber das Gefühl kehrt wieder. Bei flächenhaften Narben fühlt es sich anders an, teils überempfindlicher, teils unempfindlicher. Der Juckreiz wird möglicherweise auch durch Botenstoffe ausgelöst, Histamine können so die Nervenenden stimulieren. Das Jucken wird mit Antihistaminika behandelt.

Forschung

Ein Herzmittel als Löschmittel Schwere Brandwunden schwächen das Herz sehr, weil das Immunsystem extrem viel Keime abzuwehren hat. Gelangen noch zusätzlich Erreger in die Wunde, kann die Abwehr zusammenbrechen und das Herz versagen. Um diese tödliche Kettenreaktion zu unterbinden, suchen Wissenschaftler weltweit nach Möglichkeiten, das Herz zu stabilisieren.

Einem Forscherteam von der Medizinischen Hochschule Hannover ist der Durchbruch gelungen. Andreas D. Niederbichler und sein Team haben einen künstlichen Antikörper entwickelt. Er blockiert genau das Protein, das das Herz nach schweren Verbrennungen versagen lässt. Die Universität in Michigan, USA, hat das Mittel bereits patentiert. Im kommenden Jahr soll der Wirkstoff an Patienten getestet werden.

Ein Spray aus Hautzellen für Brandopfer

Künstliches Hautgewebe wird vom Immunsystem häufig abgestoßen. Deshalb arbeiten Wissenschaftler an besserem Ersatz. So gibt es bereits ein Hautzellenspray für besonders schwere Brandopfer, die nicht mehr genügend gesunde Eigenhaut besitzen, um alle Wunden zu bedecken. Im Operationssaal mischen Chirurgen die Hautzellen des Opfers mit einem biologischen Kitt, das Ganze sprühen sie auf den Wundgrund.

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