Pulver gegen das Jucken

Gegen Jucken hilft Kratzen. Menschen mit Neurodermitis oder Schuppenflechte schaben sich deshalb die Haut wund - das ist nicht gesund. Besser synthetisch hergestellte Kratzhilfen.

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Antihistaminika, Mittel gegen Jucken, Juckreizstiller, Anti-Juck-Mittel

Ein Floh - oder ist es das Gewebshormon Histamin, das juckt?©

Histamin ist ein übler Stoff: In der Haut kann das körpereigene Zellgift große Schäden verursachen. Und es lässt die Stelle höllisch jucken. Histamin ist aber nicht grundsätzlich schädlich: Das Gewebshormon kommt an vielen Stellen im Körper vor, in der Lunge, im Magen, in den Adern und sogar im Nervensystem. Dort hat es ganz unterschiedliche Aufgaben, dort ist es wichtig. Von Übel ist Histamin nur, wenn der Körper allergisch reagiert und zu viel des Hormons freisetzt. Auf der Haut bilden sich dann Quaddeln, die stark jucken.

Es gibt Medikamente, die die Wirkung von Histamin blockieren. Diese sogenannten Antihistaminika schwächen das schädliche Tun des Gewebshormons ab oder heben es sogar auf. Einige Wirkstoffe verhindern, dass bestimmte Körperzellen Histamin ausschütten. Andere setzen einen Schritt später ein: Sie blockieren diejenigen Stellen im Körper, an denen das Hormon andocken kann.

Antihistaminika gibt es als Augentropfen, Nasensprays, Beispieltext Salben oder Gele. In Tablettenform verschreibt es der Arzt in schweren Fällen von Neurodermitis oder wenn mehrere Allergien gleichzeitig vorliegen. Schlucken Sie Antihistaminika, verteilt sich die Substanz im ganzen Körper, sie wirkt dann nicht nur in der Haut, sondern in allen Organen - dann müssen Sie mit Nebenwirkungen rechnen.

Salben setzen hingegen nur am Einsatzort an: Sie lindern den Juckreiz auf der Haut und lassen die Quaddeln abklingen. Auch einen Insektenstich können Sie mit einem Antihistamingel beruhigen. Schon nach etwa 15 Minuten wirken Gele und Salben. Tabletten müssen erst durch Magen und Darm wandern, deshalb wirken sie in der Regel erst nach ein bis zwei Stunden. Der Effekt hält – je nach Präparat – einige Stunden an, manchmal auch einen Tag lang.

Expertenmeinung Thomas Diepgen, ärztlicher Direktor der Abteilung klinische Sozialmedizin, Berufs- und Umweltdermatologie des Universitätsklinikums Heidelberg:

Antihistaminika werden oft verschrieben und scheinen vielen Patienten zu helfen. Dies gilt vor allem bei den Symptomen von Heuschnupfen und Nesselsucht, weniger bei Neurodermitis. Allerdings: Wie gut die Medikamente den Juckreiz tatsächlich dämpfen können, ist etwas umstritten. Denn Juckreiz hat verschiedene Auslöser, nicht allein das Histamin ist daran schuld.

Ältere Präparate machen oft müde und haben eine beruhigende Wirkung – was am Abend durchaus erwünscht sein kann. Allerdings sollten Sie nach der Einnahme weder Auto fahren noch Maschinen bedienen. Bei modernen Antihistaminika ist das kein Problem.

Maren Wernecke
 
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