Lassen Sie nichts auf Ihre Haut kommen!

Muten wir unserer Haut zu viel zu, kann sie äußerst nachtragend sein und uns mit Falten, Flecken oder Schuppen strafen. Zum Glück lässt sie sich mit ein paar einfachen Maßnahmen wieder besänftigen.

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Aknenarben müssen nicht sein: Heute lassen sich Pickel gut behandeln.©

Um mit einem Vorurteil gleich am Anfang aufzuräumen: Wer Akne hat, wäscht sich nicht zu wenig. Akne ist eine Krankheit. Man könnte von einer Volkskrankheit sprechen, denn fast jeder Jugendliche hat in der ein oder anderen Form mit ihr zu kämpfen. Doch warum entstehen plötzlich diese schmerzhaften Pickel und roten Pusteln?

Unsere Haarwurzeln stecken in kleinen Säckchen unter der Haut, den sogenannten Haarfollikeln. Drumherum sitzen Drüsen, die Talg produzieren, um Haare und Haut geschmeidig zu halten. In der Kindheit sind diese Drüsen noch winzig klein. Mit der Pubertät verändert sich unser Hormonhaushalt: Bei Mädchen und Jungen beginnt die Produktion männlicher Sexualhormone, der Androgene. Die Knochen wachsen, die Muskeln werden größer. Und in der Haut stimulieren Androgene unter anderem die Talgproduktion. Das Gesicht sieht dann oft leicht glänzend aus und die Haare fetten schneller, weil die Talgdrüsen es etwas übertreiben.

Ein Mitesser wird geboren

Gleichzeitig vermehren sich die Hornzellen. Sie bilden die oberste Hautschicht und kleiden die Ausgänge der Talgdrüsen aus. Gibt es zu viele von ihnen, kleben die Zellen mit dem Talg zusammen und verstopfen diese Ausgänge. Der Talg kann nicht mehr abfließen. Das ist dann die Geburtsstunde eines Mitessers. Ist der Ausgang offen, erkennt man den Mitesser schnell als schwarzen Fleck. Dunkel ist er aber nicht, weil es sich dabei um Schmutz handelt, sondern weil sich an der Spitze Melanin angesammelt hat. Das ist das Pigment, das auch unsere Haut und Haare einfärbt.

Bleibt ein Ausgang verschlossen, wächst der Mitesser unter der Haut weiter. Für das eigentlich harmlose Akne-Bakterium Propionibacterium acnes, das in den Talgdrüsen der Haut lebt, sind das paradiesische Bedingungen: Es ernährt sich von dem Talg, vermehrt sich nun munter und stellt Stoffe her, die zu einer Entzündung führen. So entstehen die ersten roten, schmerzhaften Knötchen und Pusteln.

Meist sind es noch kleinere Pickel. Wenn Sie aber versuchen, sie auszudrücken oder die Pickel von sich aus aufplatzen, ergießen sie ihren gesamten Inhalt in das umliegende Bindegewebe. Dann reagiert der Körper mit einer tieferen, heftigeren Entzündung und somit auch größeren Pickeln.

Doch nicht nur in der Pubertät tritt Akne auf. Bei Frauen kommt es beispielsweise häufig vor der Menstruation oder manchmal während der Schwangerschaft zu einer Verschlechterung der Haut. Denn auch dann verändert sich der Hormonspiegel. 40 Prozent aller Frauen und 22 Prozent der Männer haben noch in einem Alter über 25 Jahren mit Pickeln zu kämpfen.

Ein unabänderliches Schicksal ist Akne jedoch nicht. Es gibt wirksame Medikamente, die eine Ausbreitung der Pickel in Schach halten und den Krankheitsverlauf deutlich verkürzen. Ein Gerücht ist allerdings, dass etwa Schokolade oder fette Lebensmittel Akne auslösen. Dafür gibt es bis heute keinen wissenschaftlich fundierten Beweis.

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