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Nur ein Mittel hilft gegen Haarausfall

Viele freiverkäufliche Mittel versprechen Abhilfe bei Haarausfall. Doch was bringen sie wirklich? Stiftung Warentest hat für stern.de die Wirkstoffe überprüft und die herausgesucht, die helfen.

  Fallen die Haare in Büscheln aus, sollten Sie zum Hautarzt gehen

Fallen die Haare in Büscheln aus, sollten Sie zum Hautarzt gehen

Etwa hundert Haare verlieren wir täglich, das ist ganz normal und kein Grund zur Beunruhigung. Bleiben allerdings Haare büschelweise in der Bürste hängen oder fallen über einen längeren Zeitraum zuhauf aus, dann kann es sich um krankhaften Haarausfall handeln.

Gegen den Kahlschlag auf dem Kopf versprechen viele Mittel Abhilfe. Doch wirklich hilfreich sind nur wenige. Stiftung Warentest hat für stern.de die freiverkäuflichen Präparate unter die Lupe genommen und bewertet. Das ernüchternde Ergebnis: Ohne Einschränkung ist kein Wirkstoff zu empfehlen. Am ehesten helfen noch Produkte mit Minoxidil. Mittel mit 17-alpha-Estradiol sind dagegen nur für äußerst eingeschränkte Fälle geeignet, wobei die therapeutische Wirksamkeit nicht nachgewiesen ist.

Lesen Sie auf den folgenden Seiten, welche Wirkstoffe die Tester für geeignet einstufen und welche eher bedingt geeignet sind.

Mit Einschränkung geeignet

Wirkstoff Minoxidil

Wie wirkt der Wirkstoff?

Der Wirkmechanismus von Minoxidil bei Haarausfall ist nicht genau bekannt. Möglicherweise wird die Haarwurzel besser durchblutet. Denkbar ist auch, dass die Neubildung von Blutgefäßen gefördert wird, wodurch diese durchlässiger werden und mehr Wachstums-Faktoren im Gewebe vorhanden sind. Beides kommt auch dem Wachstum der Haarwurzel zugute. In klinischen Studien konnte beobachtet werden, dass sich der Haarwuchs verbessert.

Frauen sprechen nach diesen Ergebnissen besser auf den Wirkstoff an, bei ihnen genügen schon geringere Mengen an Minoxidil. Das Mittel kommt vor allem infrage, wenn der Haarausfall durch einen Überschuss an männlichen Geschlechtshormonen (Androgene) bedingt ist oder die Haarfollikel auf diese empfindlicher reagieren.

Minoxidil kann den Haarausfall verlangsamen, sodass sich eine Glatze nur verzögert ausbildet und regt zudem den Haarwuchs wieder an. Ein kosmetisch akzeptables Ergebnis findet sich allerdings nur bei etwa 10 bis 20 von 100 Behandelten. Wird das Mittel weggelassen, setzt der Haarausfall unvermindert wieder ein. Über eine Langzeitbehandlung (Zeiträume von mehr als einem Jahr) liegen keine aussagekräftigen Daten vor. Deshalb ist Minoxidil bei Haarausfall mit Einschränkung geeignet.

Welche Risiken und Nebenwirkungen gibt es?

Bei etwa einem von hundert Behandelten kann die Haut an der Stelle, an der das Mittel aufgetragen wurde, jucken, schuppen, sich röten oder entzünden. Minoxidil kann sich eventuell nachteilig auf Herz und Kreislauf auswirken, was insbesondere bei einer Langzeitbehandlung bedeutsam ist. Wenn das Mittel den Blutdruck senkt und Brustschmerzen, Schwindel, Schwächegefühl auftreten oder sich der Herzschlag beschleunigt, sollte die Behandlung abgebrochen werden. Bei bis zu einem von 1000 Behandelten können sich auch an anderen Körperstellen vermehrt Haare bilden (zum Beispiel im Gesicht). Wenn Sie das Mittel absetzen, verschwinden diese Härchen wieder.

Wann sollte das Mittel nicht genommen werden?

Minoxidil darf bei Männern nur im Alter zwischen 18 und 49 Jahren angewendet werden. Bei Frauen darf das Mittel ab 18 Jahren eingesetzt werden – allerdings nicht während Schwangerschaft oder Stillzeit.

Minoxidil wird auch als blutdrucksenkendes Mittel eingesetzt. Wenn Sie es dafür bereits angewendet und nicht vertragen haben, sollten Sie es auch als Haarwasser nicht einsetzen. Minoxidil sollte nicht bei Haarausfall angewendet werden, der nicht hormonell bedingt ist.

Präparatbeispiel:

Handelsname - DarreichungsformWirkstoff, Zusammensetzung
Regaine Frauen, Regaine Männer -Minoxidil 20/ 50 mg
Lösung, 60 mlin Zusammenarbeit mit www.test.de/medikamente

Wenig geeignet

Wirkstoff 17-alpha-Estradiol

Wie wirkt der Wirkstoff?

17-alpha-Estradiol gehört zu den Östrogenen, wirkt aber nur sehr schwach hormonell. Es hemmt vielmehr das Enzym 5-alpha-Reduktase. Durch dieses entsteht aus dem männlichen Geschlechtshormon Testosteron das wirksamere Dihydrotestosteron. Dieses ist bei Männern und Frauen gleichermaßen vorhanden und kann den Haarwuchs an den Haarwurzeln behindern und so Haarausfall fördern. Wird es gar nicht erst gebildet, weil 17-alpha-Estradiol dies blockiert, könnten auch wieder mehr Haare wachsen.

Bisher ist die therapeutische Wirksamkeit von 17-alpha-Estradiol bei Haarausfall aber nicht ausreichend nachgewiesen. Die Mittel mit diesem Wirkstoff sind deshalb wenig geeignet. Denkbar ist ihre Anwendung allenfalls bei Männern und Frauen, bei denen ein hormonell bedingter (androgenetischer) Haarausfall stabilisiert werden soll.

Welche Risiken und Nebenwirkungen gibt es?

Der Alkoholanteil in dem Haarwasser kann dazu führen, dass die Kopfhaut sich rötet und brennt. Wenn die Haut gerötet bleibt, juckt und sich zusätzlich Bläschen auf der Haut bilden, reagieren Sie vermutlich allergisch auf das Mittel. Dann sollten Sie es absetzen.

Wann sollte das Mittel nicht genommen werden?

Bei Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahre sollten Sie die Mittel nicht anwenden. Auch Schwangere und Stillende sollten darauf verzichten.

Präparatbeispiele:

Handelsname - DarreichungsformWirkstoff, Zusammensetzung
Ell-Cranell alpha 0,03 % -17-alpha-Estradiol 0,25 mg
Lösung 100 mlpantostin -17-alpha-Estradiol 0,25 mg
Lösung 100 mlin Zusammenarbeit mit www.test.de/medikamente

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