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Balsam für die gestresste Haut

Wer an Akne leidet, kann seine Haut oft selbst behandeln. Doch welche freiverkäuflichen Mitel helfen und welche nicht? Stiftung Warentest hat für stern.de die gängigsten Präparate geprüft.

  Jugendliche sind besonders häufig von Hautunreinheiten betroffen

Jugendliche sind besonders häufig von Hautunreinheiten betroffen

Wer sie hat, fühlt sich nicht wohl in seiner Haut, manchmal sogar entstellt, gezeichnet. Denn vor allem wenn sie sich im Gesicht breit macht, lässt sich Akne kaum verbergen. Mal sind es nur kleine Hügel oder viele schwarze Punkte, vorzugsweise auf Nase und Stirn, die stören. Oft ist es aber schlimmer. Dann sind gerötete Knötchen und eitrige Bläschen sichtbar, nicht selten ist die Haut voller Pusteln, die zum Teil stark entzündet sind, auch auf dem Rücken oder auf dem Dekolleté.

Unter Akne leiden nicht nur Jugendliche. Zwar sind sie am häufigsten und am stärksten davon betroffen, auch wegen des durcheinander geratenen Hormonhaushalts in der Pubertät. Doch Erwachsene können auch noch oder plötzlich wieder von Akne betroffen sein. Bei Frauen etwa kann sich die Haut vor der Regel oder während einer Schwangerschaft verschlechtern, weil sich der Hormonspiegel verändert. Auch Umweltgifte, Kosmetika oder Medikamente können Akne auslösen.

Leichte Akne kann jeder selbst behandeln

Nun muss nicht immer ein Arzt schwere Geschütze gegen sie auffahren. Eine leichte bis mittelschwere Akne kann jeder selbst behandeln. Damit ist aber nicht das Ausdrücken gemeint: Davon lässt man am besten die Finger und überlässt die gestresste Haut den geschulten Händen einer Kosmetikerin. Es gibt aber durchaus frei verkäufliche Mittel, die helfen können, das Übel zu lindern. Im besten Fall verhindern sie, dass sich neue Pickel und Mitesser bilden.

Zusammen mit Stiftung Warentest hat stern.de die gängigsten frei verkäuflichen Mittel unter die Lupe genommen. Dabei handelte es sich fast ausschließlich - mit einer Ausnahme - um Präparate für die äußere Anwendung, in Form von Gels, Cremes, Lotionen oder Konzentraten. Das erstaunliche Ergebnis: Die Liste der empfehlenswerten Wirkstoffe ist sehr überschaubar.

Lesen Sie auf den folgenden Seiten, welche Wirkstoffe die Tester für geeignet einstufen und von welchen sie eher abraten.

Geeignete Mittel

Wirkstoff Benzoylperoxid

Als Einzelsubstanz hat sich nur ein Wirkstoff als "geeignet" zur Behandlung von Akne erwiesen, und zwar Benzoylperoxid. Dabei handelt es sich um ein sogenanntes chemisches Schälmittel: Es trocknet fettige Haut aus, trägt oberflächliche Hautschüppchen ab und wirkt Entzündungen entgegen, indem es entsprechende Keime zerstört.

Präparate mit Benzoylperoxid sind in unterschiedlich starker Konzentration und in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich. Da es die Haut reizt, sollte das höchst dosierte Mittel mit zehn Prozent des Wirkstoffs nur bei schwerer Akne eingesetzt werden und auch nur, wenn der Arzt es anordnet. Schwächer dosierte Mittel mit drei und fünf Prozent eignen sich für leichte bis mittelschwere Akne. Wer jedoch an Neurodermitis leidet, soll ohnehin nur niedrig dosierte Präparate verwenden und dies auch nur nach Rücksprache mit einem Facharzt. Die ohnehin schon trockene Haut könnte zu stark angegriffen und dadurch noch empfindlicher werden.

Bei der Anwendung kann die Haut schuppen oder sehr trocken werden. Wer vorher schon zu trockener Haut neigte, sollte das Mittel eher sparsam einsetzen. Und es kann eine Weile dauern, bis eine Wirkung spürbar ist - nach ein, zwei Wochen ist die Haut weniger fettig, nach vier bis sechs Wochen sollten Pickel und Mitesser deutlich zurückgegangen sein.

Bei manchen Menschen rötet sich die Haut auch oder brennt etwas. In so einem Fall sollten Sie eine geringere Konzentration wählen, die Behandlung unterbrechen und das Präparat im weiteren Verlauf nur alle zwei Tage anwenden. Hilft das nicht, ist ein Besuch beim Hautarzt ratsam. Auch Sonnenbäder oder Solariumbesuche sind nicht angeraten, wenn Sie Benzoylperoxid benutzen, da die Haut empfindlicher gegenüber UV-Strahlung wird. Da es auch Wechselwirkungen mit verschreibungspflichtigen Wirkstoffen (etwa Tretinoin) geben kann, sollten Sie entsprechende Mittel nicht gleichzeitig verwenden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber.

Präparatbeispiele:

Handelsname - DarreichungsformWirkstoff, Zusammensetzung
Aknefug Oxid mild 3 % - GelBenzoylperoxid 30 mg
Aknefug Oxid mild 5 % - GelBenzoylperoxid 50 mg
Aknefug Oxid mild 10 % - GelBenzoylperoxid 100 mg
Aknefug Oxid Wash - SuspensionBenzoylperoxid 40 mg
Akneroxid 50 mg/g - Gel Benzoylperoxid 50 mg
Akneroxid 100 mg/g - GelBenzoylperoxid 100 mg
Akneroxid L Suspension 40 mg/g - SuspensionBenzoylperoxid 40 mg
Benzaknen 5 - GelBenzoylperoxid 50 mg
Benzaknen 10 - GelBenzoylperoxid 100 mg
Benzaknen W - SuspensionBenzoylperoxid 50 mg
Benzoyt 5% - CremeBenzoylperoxid 50 mg
Benzoyt 10% - CremeBenzoylperoxid 50 mg
Brevoxyl4 % - CremeBenzoylperoxid 50 mg
Cordes BPO 3 % - GelBenzoylperoxid 30 mg
Cordes BPO 5 % - GelBenzoylperoxid 50 mg
Cordes BPO 10 % - GelBenzoylperoxid 100 mg
Marduk farblos - GelBenzoylperoxid 50 mg
PanOxyl mild 2,5 - CremeBenzoylperoxid 25 mg
PanOxyl mild 5 - CremeBenzoylperoxid 50 mg
PanOxyl W 10 - EmulsionBenzoylperoxid 100 mg
Sanoxit 5% - GelBenzoylperoxid 50 mg
in Zusammenarbeit mit www.test.de/medikamente

Antiseptika (Desinfektionsmittel)

Ebenfalls für "geeignet" hält Stiftung Warentest ein Hautreinigungsmittel, in dem zwei Antiseptika, also Desinfektionsmittel, miteinander kombiniert wurden. Die waschaktiven Substanzen im Präparat reinigen die Haut effektiv. Sie entfernen den Fettfilm auf der Haut und trocknen sie etwas aus. Den Verlauf der Akne beeinflusst es aber nicht, geben die Tester zu bedenken.

Für die Anwendung lösen Sie das Konzentrat zunächst in warmem Wasser auf. Für einen Liter Wasser brauchen Sie etwa einen halben Teelöffel. Tauchen Sie einen Waschlappen in die Flüssigkeit und legen Sie ihn auf die entsprechenden Hautstellen. Etwa eine Minute einwirken lassen, dann mit lauwarmem Wasser wieder abspülen. Die Prozedur ein- bis dreimal täglich wiederholen.

Die Lösung kann die Haut so stark austrocknen, dass sie spannt. Verringern Sie in so einem Fall die Dosis oder wenden Sie das Mittel nur alle zwei Tage an. Absetzen sollten Sie es, wenn die Haut zu stark reagiert und sich rötet, oder wenn sich juckende Bläschen bilden. Es könnte eine allergische Reaktion auf einen der beiden Wirkstoffe sein. Informieren Sie Ihren Hautarzt darüber.

Präparatbeispiel:

Handelsname - DarreichungsformWirkstoff, Zusammensetzung
Dermowas - Konzentrat zur ReinigungAmmoniumdodecylsulfat 200 mg + Dodecylbenzolsulfonsäure 127,5 mg
in Zusammenarbeit mit www.test.de/medikamente

Wenig geeignete Mittel

Natriumbituminosulfonat (Schieferöl)

Häufig verwendet werden Schälmittel mit dem Wirkstoff Natriumbituminosulfonat (Schieferöl). Sie sollen antibakteriell und entzündungshemmend wirken. Verfügbar ist das Mittel in verschiedenen Ausführungen: für die Anwendung auf der Haut als Creme und Lotion und auch als Tablette zum Einnehmen.

Lotionen und Cremes sollten grundsätzlich nicht länger als zwölf, Tabletten nicht länger als sechs Wochen verwendet werden. Stiftung Warentest rät aber davon ab, diese Mittel überhaupt einzusetzen, weil die therapeutische Wirksamkeit nicht ausreichend nachgewiesen sei. Zudem können starke Hautreizungen auftreten, ebenso Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Insbesondere Frauen, die schwanger sind oder stillen, sollten darauf verzichten, da es keine ausreichenden Erkenntnisse für diese besondere Patientengruppe gibt.

Präparatbeispiele:

Handelsname - DarreichungsformWirkstoff, Zusammensetzung
Aknichthol Creme - CremeNatriumbituminosulfonat 10 mg
Aknichthol Lotion - LotionNatriumbituminosulfonat 10 mg
Aknichtol soft Lotio - LotionNatriumbituminosulfonat 10 mg
Ichthraletten - TablettenNatriumbituminosulfonat 200 mg
in Zusammenarbeit mit www.test.de/medikamente

Salizylsäure

Salizylsäure hat die Eigenschaft, die obersten Hautschichten etwas aufzuweichen, sodass sich Mitesser leichter ausdrücken lassen. Effektiv ist dies aber erst ab einer Konzentration von mehr als zwei Prozent. Geringer dosierte Mittel (siehe unten) sind daher weniger geeignet. Hier sind Präparate mit Benzoylperoxid vorzuziehen.

Wer eine eingeschränkte Nierenfunktion hat, sollte diesen Wirkstoff meiden oder nicht häufiger als drei Tage hintereinander auftragen - und nur auf kleinen, handtellergroßen Flächen der Haut. Da es Wechselwirkungen mit verschreibungspflichtigen Wirkstoffen geben kann, sollten Sie diese nicht gleichzeitig verwenden.

Präparatbeispiel:

Handelsname - DarreichungsformWirkstoff, Zusammensetzung
Aknefug Liquid 1 % - LösungSalizylsäure 10 mg
in Zusammenarbeit mit www.test.de/medikamente

Schälmittel und Antipilzmittel

Eine Kombination aus einem Schälmittel (hier Benzoylperoxid) und einem Antipilzmittel bringt nach Ansicht der Tester bei Akne nichts. Wenn die Wirkung von Benzoylperoxid allein nicht ausreicht, wird der Wirkstoff eher mit einem Antibiotikum kombiniert, etwa mit Erythromyzin oder Clindamyzin. Dass Benzoylperoxid zusammen mit einem Antipilzmittel besser wirkt als alleine oder in Kombination mit einem Antibiotikum, ist nicht ausreichend nachgewiesen.

Präparatbeispiel:

Handelsname - DarreichungsformWirkstoff, Zusammensetzung
Widmer Acne Plus Creme - CremeMiconazolnitrat 20 mg + Benzoylperoxid 50 mg
in Zusammenarbeit mit www.test.de/medikamente

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