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12. Januar 2010, 16:11 Uhr

TV-Junkies leben gefährlich

Rund dreieinhalb Stunden sitzt der Deutsche im Schnitt vorm Fernseher. Gesund ist das nicht. Wie australische Forscher berichten, sterben TV-Junkies deutlich häufiger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

TV, Fernsehen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Todesursache, Lebenserwartung

Wer mehr als vier Stunden am Tag Fernsehen guckt, schadet offensichtlich seiner Gesundheit© Colourbox

212 Minuten guckt der Durchschnittsdeutsche Tag für Tag fern, teilte uns Media Control vergangene Woche mit. In Verbindung mit solchen Zahlen lodern immer wieder Debatten auf, ob der Konsum von Castingshows, Doku-Soaps und Gerichtssendungen nicht gewisse negative Effekte auf die geistigen Fähigkeiten hat. Vergessen wird dabei oft, dass auch der Körper nicht gerade profitiert, wenn der größere Teil der Freizeit auf dem Sofa verbracht wird.

Australische Forscher haben jetzt untersucht, wie der Fernsehkonsum die Gesundheit generell beeinflusst. Dafür sammelten sie über einen Zeitraum von sechs Jahren Daten von 8800 Menschen, die zu Beginn der Studie älter als 25 Jahre waren. Eingeteilt wurden sie in drei Gruppen, und zwar TV-Asketen (weniger als zwei Stunden TV-Konsum pro Tag), Durchschnitts-Gucker (zwei bis vier Stunden) und TV-Junkies (mehr als vier Stunden). Ermittelt wurden nicht nur Laborwerte der freiwilligen Probanden - wie der Blutzuckerspiegel und die Blutfette -, die Arbeitsgruppe dokumentierte auch jeden Todesfall innerhalb der sechs Jahre.

Das Ergebnis wurde jetzt im Fachjournal der American Heart Association veröffentlicht: Unter den 284 Toten fanden sich überdurchschnittlich viele TV-Junkies. Wer mehr als vier Stunden am Tag vorm Fernseher saß, hatte ein 80 Prozent höheres Risiko, einer Herz-Kreislauf-Erkrankung wie einem Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erliegen. Dies war unabhängig davon, ob die TV-Liebhaber über- oder normalgewichtig waren, rauchten oder über hohen Blutdruck klagten. Die Verbindung zwischen den Fernsehgewohnheiten und Krebs - der häufigsten Todesursache insgesamt - war dagegen gering.

Das ständige Sitzen ist das Problem

"Selbst wenn jemand ein gesundes Gewicht hat, wirkt sich zu langes Sitzen negativ auf den Blutzuckerspiegel und die Blutfettwerte aus", sagt Studienleiter David Dunstan vom "Baker IDI Heart & Diabetes"-Institut. Diese Werte spiegeln wider, dass jemand Herz-Kreislauf-Probleme oder auch Diabetes entwickelt.

Der menschliche Körper sei dafür geschaffen, sich zu bewegen und nicht über langee Phasen zu sitzen, sagt Dunstan. "Doch viele Menschen wechseln am Tag einfach nur die Sitzgelegenheit - vom Autositz zum Bürostuhl zur Fernsehcouch." Die schlechte Nachricht für alle Büroarbeiter lautet also: Stunden vorm PC-Monitor sind wahrscheinlich auch nicht gesünder als das abendliche Lümmeln vorm TV.

Öfter mal eine Pause von der Entspannung einlegen und die Muskeln etwas arbeiten lassen, empfiehlt der Mediziner daher. Schaden tut das sicher nicht.

bub
 
 
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