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Weniger Todesfälle durch Herzleiden

15. Januar 2013, 15:34 Uhr

In Deutschland sterben immer weniger Menschen an einer Herzerkrankung. Doch ein aktueller Bericht zeigt auch: Die Versorgungssituation ist nicht überall gleich gut.

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Bei einem Herzinfarkt ist schnelle Hilfe wichtig, denn jede Minute zählt©

Bessere Versorgung und neue Therapiemethoden sind die Gründe, dass hierzulande immer weniger Menschen an einem Herzinfarkt und anderen Herzerkrankungen sterben. Allerdings gibt es starke regionale Unterschiede. Das geht aus dem Herzbericht 2011 hervor, den die Deutsche Herzstiftung zusammen mit drei Fachgesellschaften präsentierte. "Der seit Jahren rückläufige Trend setzt sich fort", sagte Thomas Meinertz, Vorstand der Herzstiftung.

Starben 1980 bundesweit noch fast 93.000 Menschen an einem Infarkt, waren es 2010 nur noch gut 55.500. Hamburg zählte zuletzt nur 53 tödliche Herzinfarkte pro 100.000 Einwohner, auch Berlin (56), Schleswig-Holstein und Hessen (je 57) schnitten gut ab. Schlechter sah es in Sachsen-Anhalt (111), Sachsen (96) und Brandenburg (101) aus. "Die Versorgung für Patienten mit Herzerkrankungen ist in den verschiedenen Regionen nicht gleich gut", kritisierte Meinertz.

Weitere Anfahrtswege, ein weniger effektives Notarztsystem, aber auch Wissenslücken zu möglichen Warnsymptomen könnten Gründe für die Ungleichheiten sein. Ab kommendem Jahr soll eine detailliertere, neu konzipierte Datenbasis für den Herzbericht auch dazu mehr Aufschlüsse geben, hoffen die Initiatoren.

Mehr Herzschrittmacher

Insgesamt gibt es mehr registrierte Fälle von Herzklappenkrankheiten, Rhythmusstörungen und Herzschwächen. Ihr Anteil an den ausgestellten Totenscheinen zu Herzkrankheiten steigt ebenfalls. "Auch hier gilt: Neue Therapien bringen auch neue Diagnosen. Wo früher vielleicht allgemein Herzerkrankung im Totenschein stand, steht nun Herzrhythmusstörung", erläuterte Eckart Fleck von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie. Generell würden immer mehr ältere Menschen von den medizinischen Fortschritten profitieren - etwa auch durch schonendere, gering invasive Methoden.

2011 wurden in Deutschland fast 15.000 Herzschrittmacher eingesetzt. 1995 waren es noch rund 6500. Die Zahl der Herz-Operationen blieb bei insgesamt rund 100.000 stabil, berichten die Herzchirurgen: "53 Prozent der Patienten sind älter als 70 Jahre", sagte Jochen Cremer von der Deutschen Gesellschaft für Herzchirurgie. Nachdem viele Jahre lang vor allem Stents implantiert worden seien, stieg 2011 erstmals die Zahl der Bypass-OPs wieder auf rund 55.000 an. "Vor allem bei komplizierteren Verengungen hat sich dieses Verfahren in Studien als die bessere Wahl erwiesen."

Kleine Patienten mit angeborenen Herzfehlern müssen nun teilweise längere Wege in Kauf nehmen, denn die Zahl der Standorte für Kinderherzchirurgie verringerte sich auf 28. Achim Schmaltz von der Deutschen Gesellschaft für Kinderkardiologie begrüßte diese Konzentration. Das bedeute auch erhöhte Routine und Ablaufsicherheit.

Wo sterben die wenigsten Menschen an einem Herzinfarkt? Wie viele Menschen müssen wegen Herzkrankheiten in Hamburg ins Krankenhaus und wie viele in München? Eine interaktive stern.de-Grafik zeigt, wie gesund Ihre Region ist - auch im direkten Vergleich und mit Daten zu anderen Themen wie Krebs oder Rückenleiden.

lea/DPA

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