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In diesen Bundesländern endet ein Herzinfarkt oft tödlich

Der Wohnort kann darüber bestimmen, ob Patienten einen Herzinfarkt überleben – oder nicht. Das geht aus dem aktuellen Herzbericht hervor. Schlechte Prognosen gibt es vor allem in den neuen Bundesländern.

  Ernstfall Herzinfarkt: Bei Symptomen muss umgehend der Notarzt gerufen werden.

Ernstfall Herzinfarkt: Bei Symptomen muss umgehend der Notarzt gerufen werden.

Es beginnt meist mit starken Schmerzen, Übelkeit und einem heftigen Brennen und Drücken im Brustbereich: Herzinfarkte treten plötzlich auf, ohne jede Vorwarnung, und sie können ganz unterschiedliche Symptome auslösen. Rund 221.000 Krankenhausaufenthalte gehen nach Zahlen des Deutschen Herzberichts jährlich auf Herzinfarkte zurück. Damit zählt der Infarkt zu den häufigsten Herzkrankheiten – nach Leiden wie Angina Pectoris, Vorhofflimmern und Insuffizienz.

Der Report, den die Deutsche Herzstiftung mit drei weiteren Fachgesellschaften herausgibt, liefert auch Hinweise auf bundesweite Unterschiede: So sterben in den östlichen Bundesländern immer noch deutlich mehr Menschen an einem Herzinfarkt als im Westen.

Herzinfarkt-Risiko: Arbeitslosigkeit und Stress verleiten zu ungesunden Verhaltensmustern

Das starke Gefälle hängt Experten zufolge auch mit sozialen Faktoren zusammen. In Ländern mit überdurchschnittlich vielen Infarkt-Toten sei auch der Anteil an Arbeitslosen und gering Gebildeten erhöht, erklärte Andreas Stang vom Uniklinikum Essen bei der Präsentation des Berichts. Dies gehe oft mit Stress und negativen Folgen für die Gesundheit einher. So seien Diabetes, Bluthochdruck, Rauchen und Übergewicht in den östlichen Bundesländern stärker verbreitet. Alles Faktoren, die das Risiko eines Infarktes erhöhen.

  Sterblichkeit bei akutem Myokardinfarkt: Abweichungen vom Bundesdurchschnitt in Prozent. Rot gekennzeichnete Bereiche stehen für Bundesländer, in denen die Sterblichkeit stark erhöht ist. In gelben Bereichen ist sie leicht erhöht, in grauen dagegen niedriger als der Durchschnitt.

Sterblichkeit bei akutem Myokardinfarkt: Abweichungen vom Bundesdurchschnitt in Prozent. Rot gekennzeichnete Bereiche stehen für Bundesländer, in denen die Sterblichkeit stark erhöht ist. In gelben Bereichen ist sie leicht erhöht, in grauen dagegen niedriger als der Durchschnitt.

Schlusslicht ist dem Report zufolge Sachsen-Anhalt: In diesem Bundesland wurden im Jahr 2013 mehr als doppelt so viele Herzinfarkt-Tote pro 100.000 Einwohnern gezählt wie in Schleswig-Holstein. Dort lagen die Werte am niedrigsten. Auch in Brandenburg, Sachsen, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern sterben überdurchschnittlich viele Menschen an Herzinfarkten. Eine Rolle spielt Experten zufolge aber auch, dass das Versorgungsnetz im Osten Deutschlands weniger dicht ist und dort mehr ältere Menschen leben. In den westlichen Bundesländern kommt lediglich Bremen auf ähnlich hohe Werte.

Herzleiden bei Frauen sind tendenziell tödlicher

Große Unterschiede gibt es allerdings nicht nur zwischen Ost und West, sondern auch zwischen den Geschlechtern: Nach wie vor sind Männer besonders häufig von Herzleiden betroffen, insbesondere von Herzinfarkt und Angina pectoris. Von den insgesamt rund 1.595.000 diagnostizierten Herzkrankheiten entfielen 922.000 auf Männer und 673.000 auf Frauen. Eine Ausnahme ist hier die Diagnose Herzinsuffizienz: Sie wird Frauen tendenziell häufiger gestellt.


Die Experten weisen auch darauf hin, dass Männer zwar häufiger an Herzleiden erkranken, allerdings ist die Sterblichkeit bei Frauen in der Summe deutlich höher. "Frauen mit Herzklappenkrankheiten, Herzrhythmusstörungen und Herzinsuffizienz scheinen eine ungünstigere Prognose zu haben als Männer mit diesen Erkrankungen", erklärte dazu Karl-Heinz Kuck, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK). "Beim akuten Herzinfarkt und bei ischämischen, durch Minderdurchblutung begründeten Herzkrankheiten hingegen haben Männer eine schlechtere Prognose als Frauen."

Kostenfreie Informationen für Betroffene mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen bietet die Deutsche Herzstiftung e. V. unter Tel. 069 955128-400 oder auf ihrer Homepage: www.herzstiftung.de Weitere Informationen zum neuen Herzbericht unter www.herzstiftung.de/herzbericht

Ilona Kriesl mit DPA
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