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7 Tipps, wie Sie Geflügelfleisch perfekt hygienisch zubereiten

Rohes Fleisch abspülen? Ein No-Go. Schneidbretter mit einem Geschirrtuch abwischen? Da gibt es eine bessere Alternative. Wir verraten, wie Sie Fehler im Umgang mit rohem Geflügel vermeiden und sich und Ihre Familie vor Infektionen schützen.

Geflügelfleisch ist kalorienarm und leicht zu verdauen - Gerichte mit Pute, Huhn oder Ente sind daher so beliebt wie nie. Allein in den letzten 30 Jahren hat sich der Verzehr von Geflügel in Deutschland pro Kopf verdoppelt. Durchschnittlich 20 Kilogramm Geflügel isst jeder Bundesbürger im Jahr, die Kühltheken im Supermarkt sind voll von Hähnchenkeulen, Brustfilets oder Putenschlegeln. Tierschützer sehen diesen Trend zwar kritisch und prangern regelmäßig Missstände in einigen Geflügelfarmen an. Den Deutschen aber schmeckt es.

Weil Geflügelfleisch häufig und gern aufgetischt wird, vergessen viele Verbraucher, dass es sich um ein hochempfindliches Lebensmittel handelt. Rohes Geflügel kann mit krankmachenden Keimen besiedelt sein, darunter Campylobacter und Salmonellen. Eine Belastung mit den Bakterien lässt sich nicht anhand von Geruch, Farbe oder Aussehen des Fleisches feststellen. Der beste Schutz vor einer lebensmittelbedingten Infektion ist daher ein hygienischer Umgang mit rohem Geflügel.

Einen weitverbreiteten Fehler hatten wir bereits gestern aufgeklärt: Rohes Geflügel sollte niemals abgewaschen werden. Durch das Abspülen können sich krankmachende Keime in der Küche verteilen - sie landen auf Messern, Schneidbrettern oder Arbeitsflächen. Von dort können sie auf andere Lebensmittel übergehen. Das ist kritisch, weil bereits wenige Keime ausreichen, um Durchfall, Bauchkrämpfe oder Fieber auszulösen. Gefährlich können diese Erkrankungen vor allem für Kleinkinder, ältere oder abwehrgeschwächte Menschen werden. Wer sein Geflügelfleisch dagegen ausreichend erhitzt und vollständig durchgart, ist auf der sicheren Seite.

Welche weiteren Dinge sollten Verbraucher im Umgang mit Geflügel beachten - und was gilt es unbedingt zu vermeiden? Sieben Tipps.

Tipp 1: Auftauen für Profis

Geflügel gibt es oft als TK-Ware im Handel. Gefrorenes Fleisch sollte aber keinesfalls einfach so in den Ofen geschoben werden, weil so womöglich dicke Stücken oder Knochen nicht ausreichend Hitze abbekommen und Keime überleben können. Besser: Gefrorenes Fleisch in eine Schüssel legen, abdecken, in den Kühlschrank stellen und langsam auftauen lassen. Das Tauwasser muss im Anschluss sorgfältig entsorgt werden. Unbedingt den Kontakt zu anderen Lebensmitteln vermeiden.

Tipp 2: Küchenrolle - Freund und Helfer in der Not

Am Schneidbrett kleben noch Fleischreste oder das Fleisch ist nass vom Tauwasser? Keinesfalls sollten Sie nun ein Geschirrtuch verwenden, das Sie im Anschluss weiter benutzen wollen. Die hygienischere Alternative ist Küchenkrepp. Damit lässt sich Fleischsaft vom Geflügel tupfen oder Fleischreste wegwischen. Das benutzte Papier im Anschluss sofort entsorgen.

Tipp 3: Händewaschen ist ein Muss

Es mag nach einer Binsenweisheit klingen, aber wer mit rohem Geflügel hantiert, kommt ums Händewaschen nicht herum - am besten zweimal. Einmal vor der Zubereitung und einmal nach dem Kontakt mit rohem Fleisch oder Tauwasser. Hände mit Seife und warmem Wasser waschen und gründlich abtrocknen.

Tipp 4: Auf die Temperatur kommt es an

Ein Fleischthermometer hilft dabei, die Garstufe des Fleisches zu ermitteln. Als sicher kann ein Lebensmittel dann gelten, wenn im Inneren für die Dauer von zwei Minuten mindestens 70 Grad Celsius herrschen. Geflügelfleisch sollte nach dem Garen eine weißliche Farbe haben, der Fleischsaft sollte klar sein. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte die dickste Stelle des Fleisches anschneiden und prüfen, ob das Fleisch im Inneren noch rosa ist.

Tipp 5: Schneidbretter und Messer strikt trennen

Sie haben auf einem Schneidbrett rohes Fleisch zubereitet und schnippeln im Anschluss darauf Salat? Oder Sie haben rohes Geflügel mit einem Messer zerteilt und schneiden damit im Anschluss das gebratene Filet? Das kann auf den Magen schlagen. Daher gilt: Für rohe und gegarte Lebensmittel nie ein und dasselbe Küchenutensil verwenden.

Tipp 6: Waschen, waschen, waschen - aber die richtigen Gegenstände

Schneidbretter und Messer gehören nach der Zubereitung am besten in die Spülmaschine. Arbeitsflächen sollten ebenfalls gründlich gereinigt werden. Ist keine Spülmaschine vorhanden, tun es auch Spülmittel und heißes Wasser.

Tipp 7: Nicht die Verpackung vergessen

Ist das Geflügel erst einmal aus der Verpackung, landet diese rasch in der Spüle. Keime können sich so im Spülbecken ausbreiten, in dem Sie später womöglich Salat waschen möchten. Besser ist es, die leere Verpackung gleich über dem Hausmüll zu entsorgen.

Quellen: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), National Health Service (NHS)


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