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Homöopathie auf der Streichliste

Hier sind sich CDU und SPD ausnahmsweise mal einig: Homöopathische Behandlungen sollen aus Kostengründen künftig nicht mehr von Krankenkassen gezahlt werden - der wissenschaftliche Nutzen sei nicht erwiesen.

  Von vielen Kassen wird Homöopathie bezahlt. SPD und CDU sehen dort Einsparpotential

Von vielen Kassen wird Homöopathie bezahlt. SPD und CDU sehen dort Einsparpotential

In der Debatte um Einsparungen im Gesundheitssystem unterstützt der CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn Forderungen, homöopathische Behandlungen als Kassenleistung zu streichen. "Wir haben die Wahltarife für Homöopathie unter Rot-Grün eingeführt. Wenn die SPD will, können wir das sofort streichen, da es keinen wissenschaftlichen Nachweis für den Nutzen gibt", sagte Spahn der "Berliner Zeitung".

Zuvor hatte der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach gefordert, gesetzlichen Krankenkassen zu verbieten, Homöopathie zu bezahlen. Er kritisierte, mehr als die Hälfte aller gesetzlichen Kassen würden die Leistungen von Homöopathen erstatten.

Grüne wollen Kassenleistung beibehalten

Die Grünen hingegen lehnen eine Herausnahme von Naturheilverfahren aus der gesetzlichen Krankenversicherung ab. Fraktionschefin Renate Künast sagte der "Berliner Zeitung": "Die pauschale Kritik an der Homöopathie verkennt, dass selbst die Schulmedizin in vielen Fällen auf die industrielle Nachahmung von Heilmitteln zurückgreift, die es in der Natur kostenlos gibt." Die Kosten für Homöopathie stünden in keinem Verhältnis zu den gigantischen Summen, die für Schulmedizin ausgegeben würden. Wer die Kosten im Gesundheitswesen dämpfen will, sollte sich dort um die großen Mitnahmeeffekte kümmern, die keinen praktischen Nutzen für die Patienten haben", sagte Künast der Zeitung.

Baden-Württembergs Sozialministerin Monika Stolz (CDU) warnt vor der Streichung einzelner Leistungen für Kassenpatienten. Es sei ein schlüssiges Gesamtkonzept für die Reform im Gesundheitswesen notwendig, sagte Stolz in Stuttgart. "Die Krankenkassen können wählen, ob sie ihren Mitgliedern die Homöopathie anbieten oder nicht", sagte Stolz. Das sei ein Wettbewerbselement innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung. "Wir sollten nicht immer versuchen, alles gleich zu machen." Viele Menschen vertrauten der Homöopathie. Sie könne eine gute kostengünstige Ergänzung zur Schulmedizin sein. "Im Übrigen macht es aus meiner Sicht derzeit wenig Sinn, immer neue Vorschläge zu machen, die nur an einzelnen Punkten ansetzen."

DPA/AFP/swd/DPA

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