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16. Juni 2010, 15:32 Uhr

EU lehnt die Ampel ab

Sieg für die Lebensmittelindustrie: Fertiggerichte, Snacks und Limonaden sollen zwar eine deutlichere Kennzeichnung von Fett, Zucker oder Salz bekommen. Eine Ampellösung hat das Europaparlament aber abgelehnt. Verbraucherschützer üben scharfe Kritik an der Entscheidung.

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Ampel für Lebensmittel: Die Farben sollten den Gehalt an Zucker, Fett oder Salz anzeigen© Jens Büttner/DPA

Das Europaparlament in Straßburg hat die von Verbraucherschützern und Ärzteverbänden geforderte Ampelkennzeichnung für Lebensmittel mit großer Mehrheit abgelehnt. Damit müssen Fertigprodukte wie Pizza, Cornflakes oder Limonade auch künftig nicht mit roten, gelben oder grünen Symbolen gekennzeichnet werden. Sie sollten den Verbrauchen einen hohen, mittleren oder niedrigen Anteil an Zucker, Fett oder Salz in Lebensmitteln anzeigen.

Stattdessen soll auf den Packungen nun gut sichtlich der Brennwert in Kalorien angegeben werden. Außerdem sollen Hersteller zu klaren Angaben über eine Reihe von Bestandteilen wie Fett, Salz, Zucker, Eiweiß oder ungesättigte Fettsäuren verpflichtet werden.

"Das Votum gegen die Ampel ist enttäuschend"

Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch kritisierte die Entscheidung der EU: "Das Votum gegen die Ampel ist enttäuschend", erklärte Vize-Geschäftsführer Matthias Wolfschmidt. Obwohl zahlreiche nationale und europäische Ärzteverbände, Patientenorganisationen, Krankenversicherungen und Verbraucherverbände sich für die Kennzeichnung eingesetzt hätten, hätten sich die Parlamentarier unter dem Einfluss der Industrielobby gegen die Ampel entschieden.

Für die von der Lebensmittelindustrie heftig bekämpfte Ampellösung stimmten vor allem grüne und linke Abgeordnete. Die Konservativen lehnten die Ampel hingegen ab. Diese Kennzeichnung sei zu simpel und wissenschaftlich nicht begründet, betonte die CDU-Politikerin Renate Sommer.

Nach der ersten Lesung im Parlament geht die Vorlage nun an den Ministerrat, in dem die 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union vertreten sind. Im Rat gibt es bisher keine einheitliche Position. Das Europaparlament hat in der Frage ein Mitentscheidungsrecht. Parlament und Rat müssen sich somit auf einen Kompromiss einigen.

mad/AFP/DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 38)
 
Administrator (17.06.2010, 15:55 Uhr)
@ videakulix, Nursery
Wir haben an dieser Stelle keinen Kommentar gelöscht.

Herzliche Grüße,
Ihre stern.de-Admins
Daneel (17.06.2010, 15:02 Uhr)
Gut, dass die Ampel nicht kommt.
"Diese Form der Kennzeichnung sei zu simpel und wissenschaftlich nicht begründet" war zu lesen.

Wer denken kann, erkennt, dass dies absolut richtig ist.

Es gibt 2 Probleme mit der Ampel. Erstens, 3 Bereiche.
Zum Beispiel, 0--3 grün, 3--5 gelb, mehr als 5 rot. Es sieht dann so aus, als ob es einen großen Unterschied zwischen 4,9 und 5,1 gibt und keinen zwischen 3,1 und 4,9. Wahrscheinlich würden die Hersteller dann alle Werte an der oberen Grenze haben, wie Hubraum bei KFZ. Was hat man dann davon? Zweitens, die Angabe beziehen sich auf den Bruchteil einer Substanz. Sehr gutes, sehr teueres, sehr gesundes Olivenöl aus bioligischem Anbau würde rot haben, da 100% Fett, und eine Billigmargarine nicht. Unsinn.

Viel sinnvoller ist der Bruchteil der empfohlenen Tagesdosis in einer Portion für bestimmte Sachen (Salz, Fett usw.). (Gut, man kann mit der Portionsgröße mogeln, aber dies fällt sofort auf. Man könnte auch die Packung als Bezugsgröße vorschreiben und jeder kann abschätzen, was ist, wenn er weniger isst.)
videakulix (17.06.2010, 14:02 Uhr)
WO SIND DIE ANMERKUNGEN VOM 17.06.2010?
Hallo, entweder sind alle anmerkungen von heute gelöscht weil zu erlich und zu gute Gedanken!

Oder ich bin in der falschen Sterm Nachricht gelandet?

Nursery (16.06.2010, 20:19 Uhr)
Tolle Meinungsvielfalt
Wenn so schnell Komentare kassiert werden.
also_ne... (16.06.2010, 19:51 Uhr)
@ derSchmu (16.06.2010, 19:19 Uhr)
Sie wollen mir doch nicht ernsthaft erzählen, dass Sie keine Zeit finden, um 1x Lebensmittel zu vergleichen?
Dann tun Sie das halt jetzt, sofort, im Internet!
Und nein, die Nährwerte ändern sich in der Regel nicht! Zumindest definitiv nicht, wenn man keine Fertigprodukte kauft. Pute hat heute 25 gr. Eiweiß, vielleicht 1 gr. KH und 2 gr. Fett. Und morgen auch. Und in 5 Wochen auch! Quark mit Magerstufe ändert sich auch nicht, 12 gr. EW, 4,1 gr. KH, 0,4 gr. Fett. Garnet so schwer... Und Sie müssen es ja noch nicht mal von jedem Lebensmittel im Detail wissen, sondern nur, ob das Lebensmittel viel/wenig von den einzelnen Nährstoffen hat. Ob das nun 4 gr. KH oder 20 gr. sind, finden Sie recht schnell raus ;-)
Und die Hersteller von Fertigprodukten ändern die Zusammensetzung auch nicht jede Woche. Und selbst wenn, dann unterscheidet sich das "neue" Produkt nur marginal vom alten. Aber aus ner Pizza wird sicher kein "FatBurner" und aus Spinat sicher keine Fettbombe.
Ihre Zweifel sind also total übertrieben! Und Sie brauchen auch keine 10 Nährwerte miteinander vergleichen. Bei Käse brauchen Sie keine KH vergleichen, höchstens Fett (ungesättigte) und Menge Eiweiß. Bei Wurst auf das gesamte Zusammengemixte Zeug verzichten, auf Putenbrust, mageren Schinken, etc. zurückgreifen und die Salami im Kühlregal lassen. Schon wieder was verglichen und ein "schlechtes" Nahrungsmittel aussortiert... ;-)
derSchmu (16.06.2010, 19:19 Uhr)
@also_ne
ob jeder die Zeit dazu hat, einmal die Waren zu vergleichen? Das wage ich doch zu bezweifeln. Es mag Ausnahmen geben, aber wenn ich mir so alleine meinen Arbeitsalltag anschaue, bin ich froh, wenn ich ueberhaupt zum Einkaufen komme...dann noch vergleichen? Dreisatz hin oder her, da kann man ja schon mittlerweile froh sein, dass ueberall der Preis im Verhaeltnis zum Gewicht angegeben ist, aber da hoerts schon auf. Nun aber noch fuer jeden Inhaltsstoff der auf der Verpackung angegeben ist, nochmal die Gesamtmenge hochrechnen und dann noch mit Konkurrenzprodukten zu vergleichen...da braucht man ja schon ne Exceltabelle wenn man da 10 Inhaltstoffe von 3 oder sogar schon 2 verschiednenen Produkten zu vergleichen...mal abgesehen vom Zeitaufwand....ich kaufe dann ja nicht nur einen Joghurt sondern noch diverse andere Waren...
Ein ernsthafter Vergleich ist dann nicht mehr moeglich.
Stattdessen waere es einfacher, schon mal ueber Ampel oder aehnliches System die Waren in verschiedene Klassen zu unterteilen und dann wenn man die entsprechende Klasse im Preis-Segment gefunden hat nur noch dann ins Detail gehen muss....

Es reicht ja nicht, das Ganze einmal durchgefuehrt zu haben. Verpackungsinhalt und Groesse, Zusammensetzung von Nahrungsmitteln aendern sich immer wieder, da kann man also in regelmaessigen Abstaenden die Waren ueberpruefen...viel Spass, dafuer gibts Institute, die dass gerade mal stichprobenhaft fuer einzelne Waren hinbekommen, aber nicht fuer alle auf dem Mark erhaeltlichen Waren.

Ich stelle momentan meine Ernaehrung um und vergleiche daher schon ein wenig...man stellt ja auch immer wieder fest, dass weniger Fett nicht immer gesuender ist. Wenn man dann ins Detail geht und dann die Minitabellen auf den Verpackungen noch abgleichen muss...nee, das macht man einmal und haelt sich daran, auch wenn Alternativen auf dem Markt auftauchen oder sich Verpackungsgroessen aendern, dann muesste man wieder von vorne anfangen...

Also das Denken muss man ja beim Einkaufen nicht abschalten, aber ein wenig vereinfachen waere nicht verkehrt...
also_ne... (16.06.2010, 18:54 Uhr)
@ derSchmu (16.06.2010, 18:25 Uhr)
"Man tut nun also so, als haette der Konsument die Ruhe und die Nerven, beim Einkaufen sich an jedem Regal erstmal ausgiebig mit der Verpackung und derem Inhalt zu beschaeftigen, waehrend eine Reizueberflutung bestehend aus Werbung und Verpackungsaufmachung ihm nichts ausmacht."

Sorry, aber wenn ich mich bewusst ernähren möchte, dann muss ich eben 1x die Zeit investieren und vergleichen. Und jeder, der nicht gerade aufn Kopf gefallen ist, dürfte sich auch von einer Woche auf die nächste merken können: Produkt A hat die "besseren" Nährwerte als Produkt B, ich kaufe wieder A.
Ist das etwa zuviel verlangt? Und wenn ich mich nun doch zur Abwechslung entscheide, eine Pizza zu kaufen, dann kann ich doch wohl noch 2 Pizzen nebeneinander halten und schauen, welche denn nicht ganz so ungesund ist. Also manche Leute stellen sich echt an, sollte man nicht meinen!
also_ne... (16.06.2010, 18:51 Uhr)
@ mighty_bender
naja, Ihre Bezugsgröße "Packungsinhalt" geht aber auch nicht auf ganz auf. Verbrauchen Sie keine komplette Packung, erscheint der Artikel in der kleineren Packung gesünder, als der in einer größeren Verpackung, da dort mehr Inhalt ist.
Um die Produkte untereinander vergleichen zu können, muss auf 100 gr. angegeben werden, und nicht auf 285, der nächste mit 350 oder sonst was. DAS würde verwirren. Aber offensichtlich ist es schon zu viel verlangt, mit einem einfachen Dreisatz eine Portionsgröße hoch zu rechnen...
Und es sollte klar sein, dass alles im Übermaß nicht gerade förderlich für die Gesundheit ist. Btw, Saft würde genauso negativ bewertet werden, wie Cola. Für welches Getränk entscheiden Sie sich dann?
Kroko (16.06.2010, 18:49 Uhr)
@susiewolf
Nun, vieleicht haben Sie recht, wenn Sie meinen mit ein bischen Farbe würde die Entscheidung erleichtert.

Ich meine allerdings, dass die Ampelregelung eine viel schärfere Kennzeichnungspflicht, die ich mir wünsche, verhindert.

Für mich wünsche ich mir keine Auswahlerleichterung, da ich eine ziemlich genaue Vorstellung habe, wie ich mich ernähren möchte.
Ich kann gut ohne "Expertenempfehlungen" leben.

Ich möchte, dass die Lebensmittelindustrie (perverses Wort) im Sinne des Verbrauchers knallhart , unter Androhung wirklich harter Strafen, an die Kandarre genommen wird.

@ alle , die meinen, ich schriebe für irgendeine Industrielobby.

Die 99% lobbybashenden Posts aller meiner Posts im letzten Jahr wären nur Tarnung gewesen??
Waren sie nicht--im Gegenteil, manchmal wurden meine Posts(zurecht) zensiert, weil ich zu weit gegangen bin.

Also ganz ruhig:

Wenn die Verhinderung der Ampel zur Folge hat, dass ALLE Inhaltsstoffe, incl. genmanipuliertem Material angegeben werden müssen-----Prima

Gruss
also_ne... (16.06.2010, 18:45 Uhr)
@ Schwarzenegger (16.06.2010, 17:56 Uhr)
Ich bin sicher kein Verfechter der GDA. Aber mehr sagt die Ampel im Endeffekt auch nicht aus. Eher weniger.
Im Übrigen ist nicht die Zusammensetzung der GDA der Hauptkritikpunkt, sondern dass bspw. bei Chips eine äußerst unrealistische Portionsgröße von 30 gr. angegeben wird.
Um Gottes Willen, Nähe zu den Kampfpositionen der Lebensmittelindustrie??? Sorry, aber einfach mal Hirn einschalten! Ist das denn zuviel verlangt???
Immer beschweren, die Politik bevormundet einen, sie nehme Entscheidungen ab, aber wenn man selbst entscheiden muss, ist man überfordert...
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