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Fünf Gründe, warum gesundes Essen wichtig ist

Spinat und Salat statt Burger und Pommes: Eine gesunde Ernährung von Kindesbeinen an ist wichtig - aus vielen Gründen.

Von Lea Wolz

Dass eine gesunde Ernährung schon für die Kleinsten von Bedeutung ist, wissen wir im Prinzip alle. Doch die Gründe dafür, sind uns nicht immer bewusst. Eine kleine Handreichung.

Grund eins: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nur schwer

Obst, Gemüse und Vollkornbrot oder Fertiggerichte und Fastfood - die Basis für eine gesundes Ernährungsverhalten wird früh gelegt. Nach dem zweiten Lebensjahr sind die Lebensmittel- und Nährstoffmuster im Wesentlichen stabil, zeigt eine Studie des Dortmunder Forschungsinstituts für Kinderernährung (FKE). Das heißt: "Die Ernährungsgewohnheiten werden wesentlich in der Familie geprägt", sagt Mathilde Kersting, Ernährungsexpertin am FKE. Die Chance, Kinder zu einem gesunden Ernährungsverhalten zu erziehen, ist daher nie wieder so groß wie in den ersten Lebensjahren. Neugierig und wissbegierig erobern sich die Kleinen die Welt des Geschmacks und der Gerüche: Die Eltern sind dabei ein Vorbild, auch was das Essen angeht. Es liegt daher in ihren Händen, dem Nachwuchs die Vielfalt der Lebensmittel näherzubringen.

Grund zwei: Der Geschmack wird geprägt

Wenn Kinder auf die Welt kommen, können sie mit süß, sauer, salzig und bitter vier Geschmacksrichtungen unterscheiden. "Angeboren ist allerdings eine Vorliebe für Süßes, schon die Muttermilch hat eine leicht süßliche Note", sagt Kersting. Sinnvoll sei dies, zumindest evolutionär gesehen, durchaus: Denn giftige Pflanzen schmecken meist bitter und nahrhafte eher süß. "Geprägt werden Geschmacksempfinden, Vorlieben und Abneigungen aber auch noch im Kleinkindalter", sagt Kersting. Wobei es der Ernährungswissenschaftlerin zufolge wichtig ist, dass Kindern eine Vielfalt an Lebensmitteln angeboten wird. "Denn nur wenn ein Kind Vollkornbrot oder Spinat kennenlernt, baut es diese Speisen später in seine Ernährung ein." Spielerisches Ausprobieren schult dabei nicht nur die Sinne, es macht auch Spaß: Schmecken gekochte Karotten anders als rohe? Wie duften frische Kräuter? Und wer erkennt verschiedene Obstsorten mit verbundenen Augen? Bei der Eroberung der Geschmackswelt gilt: "Nicht vorschnell aufgeben und den Kleinen neue Lebensmittel immer wieder anbieten, auch wenn sie diese zuerst ablehnen", sagt Ursel Wahrburg von der Fachhochschule Münster. Zurückhaltung ist allerdings bei industriell hergestellten Fertigprodukten angebracht, denn diese können geschmackliche Vorlieben ungünstig beeinflussen. Wer schon als Kleinkind immer nur den überzuckerten und stark aromatisierten Erdbeerjoghurt löffelt, gewöhnt sich daran. "Ein selbstgemachter Früchtejoghurt schmeckt dann schnell fad", sagt Ernährungswissenschaftlerin Wahrburg.

Grund drei: Fürs Wachstum brauchen Kinder Nährstoffe

Essen ist der Treibstoff für unseren Körper. Fehlen uns Nährstoffe, wirkt sich dies aus: Wir fühlen uns schlapp und müde, können uns nur schlecht konzentrieren und sind leichter gereizt. Auch für Kinder ist die richtige Ernährung wichtig. Für das Wachstum und eine gesunde Entwicklung braucht der Körper Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette, Vitamine und Mineralstoffe - in der richtigen Menge, versteht sich. Dabei sind die Regeln für eine gesunde Ernährung von Kindern eigentlich nicht schwer, denn es gelten im Prinzip dieselben wie bei Erwachsenen: "Auf den Tisch kommen sollten reichlich pflanzliche Lebensmittel und Getränke, mäßig tierische Produkte und sparsam fett- und zuckerreiche Speisen", sagt Kersting, die gemeinsam mit anderen Ernährungswissenschaftlern am Dortmunder Forschungsinstitut für Kinderernährung das Konzept der "optimierten Mischkost" (kurz "Optimix") entwickelt hat. "Stimmt die Mischung, sind auch Süßigkeiten wie ein Glas Limonade oder ein Stückchen Schokolade erlaubt." Drei Hauptmahlzeiten und zwei Snacks empfehlen Ernährungswissenschaftler pro Tag. Ein Tag mit "Optimix" kann dann zum Beispiel so aussehen: Zum Frühstück gibt es ein Müsli aus Joghurt, Obst und Getreideflocken oder ein Brot mit magerer Wurst, ein Glas Milch und einen Apfel. Mittags kommt ein Nudelauflauf mit Gemüse auf den Tisch; dreimal in der Woche ist eine Portion fettarmes Fleisch dabei, Fisch gibt es einmal in der Woche. Abends könnte ein Käsebrot mit Rohkostsalat serviert werden. Als Snacks bieten sich Obst und Gemüse oder Milchprodukte an; gelegentlich sind auch Süßigkeiten oder Kekse erlaubt. "Zu jeder Mahlzeit gehört ein kalorienarmes Getränk, möglichst sogar kalorienfrei wie Wasser", sagt Kersting. "Wer sich an diese Vorgaben hält, ist mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt."

Grund vier: Gutes Essen macht schlau

Um es vorweg zu sagen: Aus einem normal begabten Kind wird allein durch gutes Essen kein Einstein. Doch zuviel Fast Food kann nicht nur depressiv machen, eine schlechte Ernährung kann sich auch auf den IQ auswirken, vermuten Wissenschaftler schon länger. Einer kürzlich veröffentlichten Studie zufolge hatten Kinder, die sich im Alter von drei Jahren zu süß und zu fett ernährten, mit acht Jahren einen leicht verminderten IQ - verglichen mit Kindern, die hauptsächlich Salat, Reis, Nudeln, Fisch und Früchte aßen. Auch wenn Kersting bei solchen Studien zur Vorsicht rät, stimmt sie in einem Punkt zu: In der frühen Kindheit sei es besonders wichtig, dass Kinder alle wichtigen Nährstoffe erhalten. "Ein Eisen- oder Jodmangel kann ansonsten zu dauerhaften Schäden führen", sagt die Ernährungswissenschaftlerin. Kurzfristig sei der IQ durch die Ernährung allerdings nicht zu beeinflussen, erst recht nicht durch einzelne Lebensmittel oder Nährstoffe. "Die kognitive Leistungsfähigkeit kann aber zum Beispiel in der Schule gesteigert werden, wenn Kinder frühstücken", sagt Kersting.

Grund fünf: Eine gesunde Ernährung kann Krankheiten vorbeugen

Dass eine ausgewogene Ernährung zum Beispiel Übergewicht, Diabetes oder Bluthochdruck vorbeugen kann, dürfte Kinder zwar nur wenig interessieren. Sie essen, was ihnen schmeckt. "Doch wer die Lebensmittel richtig auswählt, sorgt auch in dieser Hinsicht vor", sagt Kersting.

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