Richtig Hand anlegen

Streicheleinheiten für Leib und Seele: Massagen lindern Bauchweh, lösen Verspannungen, helfen gegen Stress und Angst. Für Kinder sind sie genauso gut wie für Erwachsene.

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Massage

Bitte mit Öl: Verspannungen einfach wegkneten©

Es gibt mindestens so viele Massagetechniken wie Kulturen. Mal gehören Klänge und Aromen dazu - oder gleich eine ganze Philosophie. Im Grunde haben sie aber vieles gemeinsam. Meist wird bei einer Massage das Muskel- und Bindegewebe mit den Händen gedrückt, geknetet, gerieben, geklopft, gezogen oder durch Vibration stimuliert. Ziel ist dabei vor allem, verspannte Muskeln zu lockern, die Durchblutung anzuregen, die Flüssigkeit in den Lymphbahnen in Bewegung zu bringen und durch Entspannung Stress abzubauen.

Fast alle Menschen, egal Kinder oder Erwachsene, empfinden Massagen als ausgesprochen wohltuend. Nachweislich helfen können die gekonnten Streicheleinheiten bei Ängsten, Depression, Rückenschmerzen und Verstopfung. Kinder sollten natürlich wesentlich sanfter und kürzer massiert werden als Erwachsene. Massagen sind übrigens auch bestens für Zuhause geeignet - zum Beispiel dann, wenn Ihr Kind leichte Bauch- oder Kopfschmerzen hat, nicht gut schläft oder oft nervös und unruhig wirkt. Die nötigen Griffe und Grundkenntnisse für heilende Hände können Sie schnell lernen.

Das steckt dahinter:

Die unterschiedlichen Massagetechniken unterscheiden sich kaum in ihrer Wirkung. So konzentriert sich die klassische Massage darauf, die Muskeln zu lockern. Die Lymphdrainage wird entlang der Lymphbahnen durchgeführt - also entlang der Gefäße, die Flüssigkeiten aus dem Gewebe abtransportieren. Beim sehr kraftvollen Rolfing übt der Masseur mit dem gesamten Körper Druck aus. Sanfter geht's bei der Entspannungsmassage zu und sehr gezielt bei der Sportmassage: Hier werden je nach den speziellen Bedürfnissen Athleten-Muskeln gelockert.

Die meisten westlichen Massagetechniken bauen auf anatomischen Kenntnissen des Körpers auf. Manche exotische Formen dagegen - wie die Craniosacral-Therapie, die ayurvedische Massage oder Shiatsu - beruhen auf philosophischen Konzepten, die mit modernen wissenschaftlichen Erkenntnissen kaum in Einklang zu bringen sind.

So wirkt's:

Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen: Massagen helfen bei Problemen des Bewegungsapparates, speziell bei Rückenschmerzen, aber auch bei Angststörungen, Depression und bei Verstopfung. Die Kunst der Berührung wirkt dabei nicht nur auf den Körper, sondern auch auf die Seele: Während der Massage schüttet das Gehirn vermehrt Endorphine, also körpereigene Glückshormone, aus.

Das sagt der Experte:

Edzard Ernst leitet die Abteilung für Komplementärmedizin an der britischen Universität Exeter. Er beschäftigt sich seit langem mit der Wirksamkeit alternativer Heilmethoden und hat viele Verfahren getestet.
Sein Urteil: Die meisten Massagetechniken wirken entspannend und wohltuend. Nebenwirkungen sind kaum zu erwarten. Exotische Massageformen können vermutlich nicht mehr bewirken als die klassischen Varianten.

Rüdiger Braun

 
 
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