Hamsterbacken, die höllisch weh tun

Die Wangen sind geschwollen und schmerzen: Das kann Mumps sein. Für Kinder ist die Krankheit in der Regel nicht gefährlich - für Jugendliche und junge Erwachsene dagegen schon.

Mumps, Backenzähne, Ziegenpeter, Mondgesicht, Kinderkrankheit

Manche Babys haben ein Mondgesicht - das ist völlig normal©

Mumps, auch Ziegenpeter genannt, ist harmlos: Dann sind die Ohrspeicheldrüsen entzündet. Sie liegen vor dem Ohr und münden zwischen den hinteren, oberen Backenzähnen in den Mund. Geraten Viren in die Drüsen, entzünden sie das Gewebe. Dann schwellen die Drüsen an und schmerzen. Das Kind sieht dann aus, als ob es Hamsterbacken hätte.

Übeltäter sind Mumpsviren, sie gehören zu den so genannten Paramyxoviren. Die Mumpserreger sind weltweit verbreitet und befallen nur den Menschen - meist Kinder, die zwischen vier und zehn Jahre alt sind. Doch auch Erwachsene können sich anstecken, wenn sie weder geimpft sind noch als Kind selbst Mumps hatten. Wer Ziegenpeter hat, kann schnell andere anstecken; leider auch schon, bevor die Wange dick ist.

Mumps verbreitet sich per Tröpfcheninfektion

Die Viren verbreiten sich durch Tröpfchen. Wenn das Kind spricht, hustet oder niest, versprüht es einen feinen Nebel aus Speichel und damit auch die Viren. Sind die Keime erst im Mund eines anderen Menschen gelandet, zwängen sie sich in die Mundschleimhaut und befallen die Speicheldrüsen.

Das Immunsystem nimmt sofort die Arbeit auf und bekämpft die Viren. Zugleich merkt es sich, wie die Übeltäter aussehen. Daher sind die meisten Menschen gegen Ziegenpeter immun, wenn sie die Krankheit schon einmal durchgestanden haben.

Früher war Mumps eine typische Kinderkrankheit. Seit 1980 empfehlen Fachleute eine Schutzimpfung. Der Erfolg: Über 90 Prozent der Schulkinder sind zumindest einmal gegen Mumps, Masern und Röteln geimpft. Daher ist die Krankheit selten geworden. Dennoch häufen sich alle paar Jahre Mumpsfälle in Deutschland, besonders im Frühjahr oder Winter.

Gefährlich in der Schwangerschaft

Die Viren sind besonders im Fall einer Schwangerschaft gefährlich. Die Frauen können innerhalb der ersten drei Monate ihr Kind verlieren. Missbildungen oder Frühgeburten sind dagegen nicht bekannt. Bei jungen Frauen können die Mumpserreger die Eierstöcke befallen und entzünden, in manchen Fällen werden die Betroffenen dann unfruchtbar.

Auch Jungen nach der Pubertät müssen mit bösen Folgen rechnen. Die Mumpsviren können ihre Hoden infizieren und die Jungen im schlimmsten Fall unfruchtbar machen.

Impfung empfohlen

Sie schützen Ihr Kind am wirksamsten vor Mumps, wenn Sie es impfen lassen. Die ständige Impfkommission (Stiko) am Robert Koch-Institut empfiehlt die erste Impfung zwischen dem 12. und 15. Lebensmonat. Eine zweite Impfung sollte im Alter von 15 bis 23 Monaten folgen. Zwischen beiden Impfungen sollten mindestens vier Wochen verstreichen. Wenn Sie die zweite Impfung versäumt haben, sollte sie nachgeholt werden, bevor ihr Kind die Kindertagesstätte besucht oder spätestens bevor es eingeschult wird. Ist Ihr Kind gar nicht geimpft, dann empfiehlt die Stiko die Dreifachimpfung Mumps, Masern, Röteln bis zum letzten Tag vor dem 18. Geburtstag nachzuholen.

Lesen Sie auch