Harmlos für Kinder, gefährlich für Frauen

Rote Flecken, geschwollene Lymphknoten: Das Kind hat die Röteln! Keine Sorge, dieser Klassiker unter den Kinderkrankheiten ist für die Kleinen völlig harmlos. Nur Schwangere müssen aufpassen.

0 Bewertungen
Röteln, rote Flecken, Schwangerschaft, Schwangere

Hellrote kleine Flecken: typisch für Röteln©

Eine Krankheit - fast - ohne Spuren: Etwa jedes zweite Kind macht die Röteln durch, ohne dass die Eltern etwas davon bemerken. Denn die Symptome sind nicht schlimm und gleichen denen einer leichten Erkältung. Daher fühlt sich das Kind meist auch nicht krank. Und der rötlich-fleckige Hautausschlag zeigt sich auch nicht bei jedem Kranken. Aber ob mit oder ohne Symptome - wer einmal Röteln hatte, ist sein Leben lang vor der Krankheit geschützt.

Die Rötelnviren verbreiten sich durch Tröpfchen, die Kranke beim Sprechen, Husten oder Niesen über die Atemluft versprühen. Die Keime dringen über die Schleimhaut von Nase und Rachen in den Körper ein und vermehren sich dort. Ansteckend sind Kranke bereits eine Woche, bevor der typische Hautausschlag aufblüht. Auch wenn die roten Pusteln wieder verschwunden sind, sind die Betroffenen noch ansteckend, bis zu einer Woche lang.

Schwangere müssen aufpassen

Wirklich gefährlich sind Röteln für Schwangere, die nicht dagegen geimpft sind und die Krankheit in jungen Jahren nicht durchgemacht haben: Das Virus kann über den Mutterkuchen das heranwachsende Kind anstecken und schwer schädigen. Die Kinder kommen dann taub, mit Seh- oder Herzfehlern auf die Welt. Bei ungefähr einem Fünftel der Kinder sind bei der Geburt die Hirnhäute entzündet. Diese Babys können schwer geistig und körperlich behindert sein. Deshalb prüfen Frauenärzte routinemäßig bei Schwangeren, ob sie ausreichend gegen Röteln geschützt sind.

Damit sich gar keine Schwangere mehr mit Röteln anstecken kann, empfehlen Fachleute, alle Kinder dagegen zu impfen. Mittlerweile wird die Impfung gegen Röteln kombiniert mit der Mumps- und Masernimpfung. Die ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt diese so genannte MMR-Impfung für Babys in der Zeit zwischen dem 12. und 15. Lebensmonat. Im Alter von 15 bis 23 Monaten müssen die Kinder ein zweites Mal geimpft werden.

Wenn Sie die Impfung bei Ihrem Nachwuchs aus irgendwelchen Gründen versäumt haben, sollten Sie sie nachholen: am besten, bevor das Kind in den Kindergarten geht.

Frauen, die einmal Kinder haben möchten, sollten testen lassen, ob sie gegen Röteln geschützt sind. Sollte das nicht der Fall sein, können sie sich impfen lassen. Das rät die Stiko generell allen ungeimpften Menschen und besonders jenen, die beruflich viel mit Kindern oder Schwangeren zu tun haben: in Kinderkliniken und -Praxen, in der Geburtshilfe, in Kinderbetreuungs-Einrichtungen und in Kinderheimen. Die Impfexperten empfehlen auch bereits geimpften Frauen, prüfen zu lassen, ob sie noch immun sind.

Wenn Sie selbst Kontakt mit einem Rötelnkranken hatten und ungeimpft oder nicht ausreichend geschützt sind, sollten Sie sich laut Stiko-Empfehlung innerhalb von drei Tagen danach impfen lassen.

Sandra Jessel

Seite 1: Harmlos für Kinder, gefährlich für Frauen
Seite 2: Symptome
Seite 3: Diagnose
Seite 4: Therapie
Seite 5: Tipps
Seite 6: Expertenrat
 
 
MEHR ZUM THEMA