Kleiner Körper, schneller Stoffwechsel

Der kindliche Körper ist anders der erwachsene: Das Immunsystem ist noch nicht ausgereift. Kinder reagieren auch anders auf Medikamente. Doch welche Mittel bei ihnen gut wirken, ist wenig erforscht.

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Kinder sind oft krank. Doch bei jeder Entzündung lernt das Immunsystem dazu. Ist der Körper dann erwachsen, ist auch die Abwehr gegen die meisten Keime gefeit. Doch solange Kinder sich entwickeln, sind ihre Körper nicht mit denen Erwachsener vergleichbar. Daher brauchen Kinder Behandlungen und Medikamente, die auf ihre kleinen Körper abgestimmt sind.

Kinderärzte wissen das. Meist reicht ihre Erfahrung, um ein Kind gut zu behandeln. Oft müssen sie sich sogar nur auf ihr gesammeltes Wissen verlassen. Denn es gibt nicht genügend wissenschaftliche Studien darüber, wie Krankheiten bei Kindern am besten behandelt werden. Das gilt auch für Arzneimittel. Viele werden Kindern zwar verschrieben, aber an Kindern getestet wurden sie nie - daher sind diese Medikamente für Kinder nicht zugelassen.

Kinder entwickeln sich rasant: Von der Geburt bis zum Erwachsenenalter nehmen sie um das 20-fache an Gewicht zu. Die Proportionen des Körpers und sein Stoffwechsel verändern sich, die Organe reifen noch heran. Kinder reagieren daher auf ein Medikament häufig ganz anders als Erwachsene. Je jünger die kleinen Kranken sind, desto größer wird dieser Unterschied.

Kinder leben gefährlich

Kinder sind neugierig. Sie probieren alles aus und lernen ständig dazu. Laufen, klettern, Fahrrad fahren - sie müssen alles üben und sich vieles trauen. Wann es gefährlich wird, wissen sie aber nicht. Stürze sind deshalb normal.

Gefährlich für Kinder sind Umweltgifte. Ein Grund: Sie sind viel draußen, greifen gerne in den Erdboden und stecken alles in den Mund. Gleichzeitig sind ihre Organe und Gewebe empfindlicher als die von Erwachsenen. Deshalb reagieren Kinderlungen zum Beispiel stärker auf Abgase.

Zudem können die schädlichen Stoffe bei Kindern mehr Unheil anrichten. Denn ihr Körper wächst und entwickelt sich noch - so kann eine kleine Menge an Chemikalien große Folgen haben.

Kinder haben einen anderen Stoffwechsel als Erwachsene

Der Stoffwechsel verändert sich im Laufe der Zeit: Das merken Erwachsene meist schon daran, dass Kinder herumtoben und andauernd herumrennen können, ohne davon besonders müde zu werden.

Etwas anders verhält es sich mit dem Stoffwechsel, der Schadstoffe abbaut und ausscheidet. Säuglinge verarbeiten Chemikalien langsamer als Erwachsene und scheiden sie daher später aus. Das heißt einerseits, dass die Substanzen länger im Körper bleiben. Andererseits kann dies aber auch bedeuten, dass giftige Stoffe nicht so schnell den Körper angreifen.

Bei Kleinkindern und Vorschulkindern ist es genau anders herum: Sie verarbeiten schädliche Stoffe sehr viel schneller und scheiden sie auch schneller aus als Erwachsene. Das ist eigentlich ein Vorteil. Verwandelt der Stoffwechsel ein Gift aber in ein anderes Gift, das noch stärker ist, dann sind Kinder stärker gefährdet.

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