Mikroben, die ins Auge gehen

7. August 2008, 21:25 Uhr

Da reibt sich Ihr Kind die Augen: Bei einer entzündeten Bindehaut färbt sich das Weiße des Auges rötlich, es brennt und juckt auf dem Augapfel. Erste Gegenmaßnahme: Spülen Sie mit lauwarmem Wasser.

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Mikroben, die ins Auge gehen

Tränen schwemmen Fremdkörper und Zellmüll aus dem Auge©

Meint Ihr Kind, etwas im Auge zu haben, sollten Sie nachschauen: Vielleicht hat sich nur ein Staubfädchen auf die Hornhaut verirrt. Juckt und brennt das Auge aber länger oder sehen Sie, dass das Weiße des Auges schon gerötet ist, kann eine entzündete Bindehaut die Ursache sein. Dann tränen die Augen und schmerzen. Manchmal quillt auch gelblicher Eiter heraus, der die Lider verklebt.

Eine Bindehaut-Entzündung kann viele Ursachen haben: Manchmal sind Bakterien schuld, manchmal Viren. Sogar bestimmte Parasiten - Chlamydien - können die Haut auf dem Auge reizen und angreifen. Möglicherweise ist die Bindehaut auch krank, weil Ihr Kind unter einer Allergie leidet.

Verschwinden die Beschwerden in wenigen Tagen nicht von alleine, sollten Sie mit Ihrem Kind zur Augenärztin gehen. Sie wird feststellen, warum das Auge tränt. Je nach Ursache wird sie unterschiedliche Augentropfen oder Salben verschreiben.

Ira Panic / Annette Bolz

Expertenmeinung Johannes Forster, Chefarzt der Abteilung für Kinderheilkunde am St. Josefskrankenhaus Freiburg, und Hans-Ulrich Neumann, Hamburger Kinderarzt:

Eine spontan aufgetretene, eiternde Bindehautentzündung können Sie anfangs selbst behandeln, indem Sie die Augen Ihres Kindes regelmäßig ausspülen. Denn zwei Drittel der durch Bakterien hervorgerufenen Bindehaut-Entzündungen heilen in zwei bis fünf Tagen auch ohne Antibiotika oder bessern sich deutlich. Bei hartnäckigen bakteriellen Bindehautentzündungen beschleunigt eine Behandlung mit Antibiotika die Heilung. Diese Medikamente töten die Bakterien ab.

Allerdings: Der eitrige Ausfluss muss nicht durch Bakterien verursacht sein - oft entsorgt der Körper so einfach abgestorbene Zellen, die bei einer Entzündung entstehen. Im Zweifel kann der Arzt mit einem Abstrich untersuchen lassen, ob und welche Bakterien im Spiel sind.